piwik no script img

Protest gegen Argentiniens PräsidentMilei bei Wahlkampfveranstaltung mit Steinen beworfen

Präsident Javier Milei wird bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Provinz Buenos Aires angegriffen. Das hängt auch mit einem Korruptionsskandal zusammen.

Milei befand sich an Bord eines Fahrzeugs, als er von Demonstranten angegriffen wurde Foto: Agustin Marcarian/rtr

afp | Argentiniens Präsident Javier Milei ist nach Angaben seines Sprechers bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Lomas de Zamora südlich von Buenos Aires mit Steinen beworfen worden. Milei sei unverletzt von Sicherheitskräften weggebracht worden, teilte der Sprecher des ultraliberalen Präsidenten am Mittwoch im Onlinedienst X mit. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund eines Korruptionsskandals, in den Mileis Schwester und Mitarbeiterin Karina Milei verwickelt sein soll.

Milei befand sich an Bord eines Fahrzeugs, als er von Demonstranten angegriffen wurde. Nach Angaben eines AFP-Reporters wurde die Autokolonne auch mit Pflanzen und Flaschen beworfen. Das Fahrzeug mit Milei und seiner Schwester und Generalsekretärin Karina Milei an Bord verließ daraufhin zügig den Schauplatz.

Im Anschluss kam es zu Handgemengen zwischen Unterstützern und Gegnern des Präsidenten. Dabei wurde eine Milei-Anhängerin an den Rippen verletzt und von einem Krankenwagen weggebracht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund eines Korruptionsskandals, der aktuell Argentinien beschäftigt. Auslöser war die Veröffentlichung von Audioaufnahmen des ehemaligen Leiters der Behörde für Menschen mit Behinderung, Diego Spagnuolo. Darin behauptet Spagnuolo, dass Karina Milei Gelder veruntreut habe, die für Menschen mit Behinderung bestimmt waren.

Hochburg der Opposition

Unmittelbar vor dem Gewaltausbruch bei der Wahlkampfveranstaltung war Milei auf den Skandal zu sprechen gekommen. „Alles, was (der Leiter der Behörde) sagt, ist eine Lüge“, sagte der argentinische Präsident. „Wir werden ihn vor Gericht bringen und beweisen, dass er gelogen hat“, kündigte Milei an.

Die Demonstranten beschimpften den Präsidenten und hielten Plakate mit der Aufschrift „Raus mit Milei“. Der Rentner Ramón, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, sagte der AFP: „Milei kam, um zu provozieren. Und nun ja, er musste gehen, wie es sich gehörte“, sagte er. Lomas de Zamora sei eine Hochburg der Opposition.

Ariel Ferrari, ein Kommunikationsexperte und Unterstützer Mileis erklärte, er sei gekommen, um „die Ideen von Javier Milei zu verteidigen, um Lateinamerika und die ganze Welt von sozialistischen, marxistischen Ideen zu befreien, die nie funktioniert haben“.

„Es ist eine Schande, dass sie Menschen mit Behinderungen bestehlen“, sagte die Demonstrantin María Martinez dem Fernsehsender C5N.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare