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PressefreiheitAusländische Journalistin in Irak entführt

In Irak ist eine Journalistin entführt worden, bei der es sich um eine US-Bürgerin handeln soll. Die Frau soll zuvor mehrfach gewarnt worden sein.

Die Skyline von Bagdad bei Sonnenuntergang Foto: Zhang Miao/Xinhua/dpa

AP | In Irak ist laut dem Innenministerium eine ausländische Journalistin entführt worden. Das Ministerium nannte weder den Namen noch die Nationalität der Verschleppten, sondern erklärte am Dienstag lediglich, Sicherheitskräfte hätten einen Einsatz zur Ergreifung der Täter eingeleitet. Ein Fahrzeug der Entführer sei auf der Flucht umgekippt, hieß es. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, weitere seien flüchtig.

Aus irakischen Sicherheitskreisen verlautete, bei der entführten Journalistin handele es sich um eine US-Staatsbürgerin. Zwei Quellen sagten der Nachrichtenagentur AP, an der Entführung seien zwei Fahrzeuge beteiligt gewesen. Eines sei verunglückt und beschlagnahmt worden, während das zweite mit der Journalistin geflüchtet sei.

Die Tat ereignete sich den Angaben zufolge im Zentrum Bagdads. Nach einer Suchmeldung seien die Entführer entdeckt und verfolgt worden, als sie in Richtung Südwesten flüchteten. Ein regionales Nachrichtenportal identifizierte die entführte Journalistin als eine freie Mitarbeiterin und forderte ihre Freilassung.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Bagdad lehnte eine Stellungnahme zu der Tat ab. Das Außenministerium in Washington teilte mit, die Sicherheit der Amerikaner habe für die Regierung höchste Priorität. Man verfolge die Berichte über die Tat, werde aber derzeit keine weiteren Angaben machen.

Der US-Unterstaatssekretär für öffentliche Angelegenheiten, Dylan Johnson, schrieb auf X, das Außenministerium habe die Journalistin zuvor vor Bedrohungen gewarnt. Eine mit der von Iran unterstützten irakischen Miliz Kataib Hisbollah in Verbindung stehende Person, die an der Entführung beteiligt gewesen sein soll, sei von irakischen Behörden festgenommen worden.

Ein weiterer US-Vertreter sagte, die Journalistin sei mehrfach gewarnt worden – zuletzt noch am Montagabend –, dass sie sich in Gefahr befinde und Irak umgehend verlassen solle.

Es war unklar, ob die Entführung mit dem Irankrieg in Zusammenhang steht. Von Iran unterstützte Milizen verüben jedoch seit Beginn des Krieges regelmäßig Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak. Die US-Botschaft warnte vor Entführung und forderte amerikanische Staatsbürger zur Ausreise auf.

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