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Presse in BelarusBelarus lässt polnischsprachigen Journalisten Poczobut frei

Andrzej Poczobut, Korrespondent der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“, saß seit 2021 in Belarus in Haft. Nun wurde er entlassen. Er hatte über die Massenproteste berichtet.

ap | Belarus hat den Journalisten Andrzej Poczobut aus der Haft entlassen und einen Gefangenenaustausch angekündigt. Poczobut sei frei, erklärte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk am Dienstag im Kurznachrichtendienst X. Er veröffentlichte ein Foto von der Begrüßung und schrieb: „Willkommen im polnischen Zuhause.“

Poczobut war Korrespondent der polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza und eine führende Persönlichkeit der polnischen Minderheit in Belarus. Er berichtete ausführlich über die wochenlangen Massenproteste in Belarus 2020 nach der Präsidentenwahl, die dem seit 1994 amtierenden Machthaber Alexander Lukaschenko eine weitere Amtszeit einbrachte. Die Opposition und westliche Staaten halten das Wahlergebnis für gefälscht. Der Journalist blieb während des harten Vorgehens der Behörden gegen die Proteste im Land.

2021 wurde Poczobut verhaftet und 2023 unter dem Vorwurf, der nationalen Sicherheit von Belarus geschadet zu haben, in einem als politisch motiviert kritisierten Verfahren zu acht Jahren Haft verurteilt. Im vergangenen Jahr erhielt er zusammen mit seiner georgischen Kollegin Msia Amaghlobeli den Sacharow-Preis des EU-Parlaments. Er litt an einer schweren Herzerkrankung und wurde nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehrfach in Einzelhaft gesteckt, manchmal für Zeiträume von bis zu sechs Monaten.

Die taz hat im vergangenen Jahr mit dem Chefredakteur der Gazeta Wyborcza ausführlich über die Festnahme von Andrzej Poczobut gesprochen.

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