Postumer Grammy für Musiker Fela Kuti: Später Lohn für bleibenden Einfluss
Der Afrobeat-Pionier Fela Kuti hat postum einen Grammy für sein Lebenswerk erhalten. Er ist der erste afrikanische Musiker, der diese Auszeichnung bekommt.
Foto: Sodiq Adelakun/reuters
Dass ein Musiker einen Musikstil begründet, sollte genügen, um ihm einen Platz in der Musikgeschichte zu sichern. Wenn er darüber hinaus Musiker in aller Welt beeinflusste, ist das ein weiterer Grund, ihn gebührend zu würdigen. Auf den nigerianischen Musiker Fela Kuti trifft beides zu. Fela Kuti entwickelte in den frühen siebziger Jahren aus Highlife, Jazz und Funk den Afrobeat. Dessen filigran polyphoner Groove wird mit teils markanten Akzenten elektrisiert.
Gemeinsam mit seiner Band Nigeria 70, die er später in panafrikanischer Mission in Afrika 70 umbenannte, schuf er ein immenses Werk von über 50 Alben, darunter Afrobeat-Klassiker wie „Afrodisiac“ (1973), „Gentleman“ (1973) und „Zombie (1976)“.
Für sein Schaffen und seinen bleibenden Einfluss erhielt Kuti postum am Sonnabend in Los Angeles den Grammy für sein Lebenswerk, bei einer Zeremonie am Vorabend der eigentlichen Grammy-Gala. Fela Kulti ist damit der erste afrikanische Musiker, dem diese Auszeichnung verliehen wurde.
Die Zukunft der Musik
Zu den frühen internationalen Fans Kutis gehörte der britische Musiker und Produzent Brian Eno. Als dieser in den siebziger Jahren zum ersten Mal die Platte „Afrodisiac“ hörte, stand für ihn fest, dass dies „die Zukunft der Musik“ sei. Was sich bald darauf im Sound von Enos eigener Musik oder von ihm produzierter Bands wie den Talking Heads niederschlug.
Der von Fela Kuti geschaffene Afrobeat bildet auch die Vorlage für die heute in Nigeria dominierenden Afrobeats, die afrikanische Rhythmen mit elektronischem Pop kombinieren. Kuti konnte diese Entwicklung selbst nicht mehr erleben, er starb 1997 an Aids.
Kutis Cousine Yemisi Ransome wird von der Nachrichtenagentur AFP mit den Worten zitiert, die Auszeichnung sei „ein Fest für das afrikanische Volk“, und dieses solle den Preis zugleich als seine Auszeichnung betrachten. „Aber wir möchten auch denen, die diese Anerkennung aussprechen, eine Botschaft senden: Bitte (…) warten Sie nicht, bis die Menschen gestorben sind.“
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