piwik no script img

Polizei setzt Schulpflicht durch

DEININGEN dpa ■ Gegen den Widerstand der Eltern hat die Polizei gestern 20 Kinder der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Deiningen zur Schule gebracht. Damit setzte das Landratsamt eine Anordnung durch, gegen die sich die Familien in den vergangenen Monaten vor Gericht gewehrt hatten. Aus Gewissensgründen hatten sie ihre 6 bis 14 Jahre alten Kinder seit dem Sommer 2001 zu Hause unterrichtet. Ende September lehnte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof jedoch eine Ausnahme von der Schulpflicht ab. „Wir haben erwartet, dass die Eltern mehr Kooperationsbereitschaft zeigen würden“, sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Donauwörth. Der Bitte, in den Schulbus zu steigen, sei aber niemand nachgekommen. Am ersten Schultag nahmen nach Auskunft des Sprechers auch die Eltern der Kinder teil. Von heute an sollen die Schüler selbstständig zum Unterricht kommen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen