piwik no script img

Petition gegen VorratsdatenspeicherungZurück auf der Tagesordnung

Etappensieg für die Gegner der Vorratsdatenspeicherung: Bis Mittwochabend zeichneten mehr als 50.000 Menschen ihre Petition an den Bundestag mit. Der soll nun zuhören.

BERLIN dpa | Schon vor Ablauf der Zeichnungsfrist ist die Aktion ein voller Erfolg: Innerhalb von drei Wochen haben mehr als 50.000 Bürger eine Online-Petition an den Deutschen Bundestag unterzeichnet, die sich gegen die anlasslose Speicherung von Internet- und Telefonverbindungsdaten richtet. Darin wird der Bundestag aufgefordert zu beschließen, dass eine solche Vorratsdatenspeicherung unzulässig sei. Zudem soll sich die schwarz-gelbe Bundesregierung in Brüssel für die Aufhebung einer entsprechenden EU-Richtlinie einsetzt.

Der Initiator der Petition, Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, geht nun davon aus, dass der Bundestags-Petitionsausschuss die Petenten einlädt, damit sie ihr Anliegen in einer öffentlichen Anhörung vortragen können. Die Voraussetzung dafür sei nun erfüllt, da 50.000 Unterschriften in den ersten drei Wochen seit Beginn der Aktion gesammelt worden seien, so Steffen.

Seitdem das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die alte Regelung zur Vorratsdatenspeicherung im März 2010 gekippt hatte, streitet die Bundesregierung über eine Neuregelung. Die zuständige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die Daten aber nicht anlasslos sechs Monate lang speichern lassen, sondern nur bei einem konkreten Verdacht sichern. Das lehnt die Union bislang als unzureichend ab.

Die Petenten argumentieren dagegen, eine anlasslose Speicherung höhle Anwalts-, Arzt-, Seelsorge-, Beratungs- und andere Berufsgeheimnisse aus und begünstige Datenpannen und -missbrauch. Sie untergrabe insbesondere den Schutz journalistischer Quellen und beschädige damit die Pressefreiheit im Kern, heißt es in der Petition weiter.

Die seit dem 24. August geschaltete Online-Petition kann noch bis zum 6. Oktober unterzeichnet werden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

5 Kommentare

 / 
  • R
    Rainer

    Leider wird das nichts bringen. Bei der Entscheidung geht es nicht um sachliche Gründe. Mal von den Interessen der Geheimdienste (nicht nur der Deutschen Geheimdienste) abgesehen, ist das Thema innere Sicherheit eine der wenigen alleinstellungsmerkmale die die CDU noch hat. Sie wird sich nicht nehmen lassen die Deutschen weiter in Panik zu versetzen und mit solchen Themen den nicht informierten zu erzählen: "Wir passen auf dich auf!".

  • AN
    Arno Nym

    Hallo Redaktion,

     

    der Link zur Petition ist defekt! Ggf. den Link ohne HTTPS ins CMS eingeben, da ohnehin ein Redirect auf HTTPS erfolgt.

     

    Aktuell steht da:

     

    href="http://https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17143

  • A
    A.W.G.

    Liebe Taz,

     

    der Link funktioniert nicht richtig, schaut doch mal, vielleicht lässt er sich korrigieren.

    liebe Grüße

  • A
    agtrier

    Man kann übrigens noch mitzeichnen. Mehr Infos hier: http://zeichnemit.de/

  • MN
    Mein Name

    Der Link zur "Online-Petition an den Deutschen Bundestag" funktioniert nicht.