„Pegida“-Spitze spaltet sich erneut: Tatjana Festerling fliegt raus
Die Pegida-Spitze hat sich anscheinend über den Protest gegen die Bilderberg-Konferenz zerstritten. Medien berichten, dass Festerling ausgeschlossen wurde.
epd | An der Spitze der „Pegida“-Bewegung ist es offenbar erneut zu einem Bruch gekommen. Die ehemalige Dresdner Oberbürgermeister-Kandidatin Tatjana Festerling sei aus der Organisation ausgeschlossen worden, berichten sächsische Medien am Mittwoch übereinstimmend. Im Streit um ein Redemanuskript und wegen Unstimmigkeiten rund um Proteste gegen die Bilderberg-Konferenz vergangene Woche habe sie den Verein verlassen müssen, berichten die Dresdner Neuesten Nachrichten.
Damit eskaliert eine Auseinandersetzung, die schon seit Wochen schwelt. Die in Dresden erscheinende Sächsische Zeitung spricht von Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz auf der einen Seite und Tatjana Festerling und dem Holländer Edwin Wagenveld auf der anderen. Auf Facebook hatte Wagenveld gepostet, dass Festerling seit dem 18. April Redeverbot bei „Pegida“ habe. Es gebe auch einen Beschluss, die Ex-OB-Kandidatin wegen „schädigenden Verhaltens“ auszuschließen. Festerling war seit Wochen nicht mehr bei „Pegida“-Demonstrationen aufgetreten.
Hintergrund des aktuellen Streits sind Differenzen zum Protest gegen die Bilderberg-Konferenz. Bei der Konferenz treffen sich jedes Jahr Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Militär, Wissenschaft und Medien. Festerling, Wagenveld und ihre Mitstreiter hatten gegen das Treffen demonstriert. Bachmann sagte am Montag auf der „Pegida“-Kundgebung, dass es „komplett sinnfrei“ sei, mit Pappschildern vor das Dresdner Hotel Taschenberg zu ziehen, während darin Eliten aus Politik und Wirtschaft hinter verschlossenen Türen tagen. Bachmann selbst hatte im Vorfeld auch Aktionen angekündigt, jedoch dann keine veranstaltet. Es mangele an „Aktivisten“, erklärte er.
Bereits Anfang 2015 hatte sich das „Pegida“-Organisationsteam gespalten. Damals kam es zum Bruch mit Frontfrau Kathrin Oertel und Mitorganisator Rene Jahn. Bei den wöchentlichen Demonstrationen in Dresden mobilisiert die rassistische und islamophobe Bewegung derzeit zwischen 2.000 und 3.000 Teilnehmern.
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