: „Orbán hat einen Nachfolger gefunden: Rumen Radew, Ministerpräsident Bulgariens“
Barbara Oertel
Schön, dass es noch eine Kontinuität im Leben gibt. Es ist gerade einmal etwas über zwei Monate her, dass sich die Ungar*innen in demokratischen Wahlen ihres langjährigen Regierungschefs Viktor Orbán entledigten. Der blockierte in Brüssel, wann immer möglich, Entscheidungen zugunsten der Ukraine. Schließlich ging es auch darum, seinem Busenfreund, Kremlchef Wladimir Putin, die Stiefel zu lecken.
Foto: Wolfgang Borrs
Barbara Oertel leitet gemeinsam mit Dominic Johnson das Auslandsressort der taz.
Jetzt hat Orbán einen würdigen Nachfolger gefunden. Rumen Radew, Ex-Präsident Bulgariens, aktuell Ministerpräsident des Balkanstaats und russophil bis ins Mark. Radew hat diese Woche angekündigt, das jüngste Sanktionspaket der EU gegen Russland per Veto zu stoppen.
Auch Strafmaßnahmen gegen den Moskauer Oberhirten der Russisch-Orthodoxen Kirche Kyrill I. will er nicht mittragen. Die Ära der Kreuzzüge sei vorbei, wobei ihn Kyrill als Einzelperson nicht interessiere, sagte Radew. Das sollte er aber. Kyrill, Kriegstreiber im Patriarchengewand par excellence, propagiert die Vernichtung der ukrainischen Unabhängigkeit und bezeichnet Russlands Invasion, die seit über vier Jahren andauert, als „Heiligen Krieg“. Halleluja, das kann lustig werden.
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