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Online-Atlas gegen MilitarisierungDie Vermessung der Aufrüstung

Ak­ti­vis­t*in­nen kartieren im Netz Orte, an denen Waffen und Militärgerät gefertigt werden. So hoffen sie, Protest gegen die Aufrüstung loszutreten.

Aus Berlin

Peter Nowak

Das olivgrüne Muster erinnert zunächst an eine Webseite der Bundeswehr. Doch auf den zweiten Blick erkennt man, dass hier An­ti­mi­li­ta­ris­t*in­nen am Werk waren: Bisher sind 20 Orte der Aufrüstung auf der neuen Homepage eingetragen, die schon im Titel klarmacht, dass sie ein Tool für antimilitaristischen Aktivismus sein will. „Wir mappen die Militarisierung“, heißt es dort in Großbuchstaben.

„Wir stellen uns gegen eine Konversion rückwärts“, erklärt Tobi Rosswog, der seit vielen Jahren in außerparlamentarischen Bewegungen aktiv ist. In letzter Zeit engagiert er sich mit seinen Mit­strei­te­r*in­nen gegen die Umwandlung von Zivil- in Rüstungsproduktion. So sollen im sächsischen Görlitz im Alstomwerk künftig Panzer statt Bahnen gebaut werden.

Die Homepage informiert über die Details, daneben prangt der Button Widerstand. Wer den klickt, findet Informationen über die Initiative ÖPPNV statt Panzerbau, die seit einigen Monaten in Görlitz aktiv ist. Rosswog gehört zu den Initiator*innen.

Ebenso findet sich auf der Seite ein VW-Werk in Osnabrück, das unter der Regie des Rheinmetall-Konzerns in ein Rüstungsunternehmen umgebaut werden soll. Wer hier auf Widerstand klickt, erfährt, dass sich dort die Initiative Zukunftswerkstatt Osnabrück für einen sozial-ökologischen Umbau des VW-Werks unter Ausschluss von Rüstungsproduktion einsetzt.

Bei den 18 weiteren aufgelisteten Orten der Militarisierung gibt es laut Homepage bisher keinen Widerstand, dazu gehören Großprojekte wie die Porsche Holding in Stuttgart, die MW-Werften in Wismar und das Deutz-Werk in Köln.

Hier gäbe es in Sachen Widerstand noch Aktualisierungsbedarf: Das antimilitaristische Rheinmetall-Entwaffnen-Camp blockierte das Kölner Deutz-Werk Ende August kurzzeitig. Ebenso fehlt in der Liste beispielsweise das ehemalige Pierburg-Werk in Berlin-Wedding, das Rheinmetall erworben hat und das ebenfalls künftig für das Militär produzieren soll. Auch dort gab es bereits einige Protestaktionen und weitere sind geplant.

„Es sollen solche und andere Orte gemeldet werden, damit sie auf der Homepage aufgelistet werden können“, betont Rosswog. Am liebsten wäre es ihm aber, sie würde sich überflüssig machen, weil Aktivist*innen, Zivilgesellschaft und Beschäftigte die Militarisierung verhindern.

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