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Ölkrise auf KubaMexiko und Kuba verhandeln über Deal

Mexiko ist das einzige Land Lateinamerikas, das sich offen solidarisch zu Kuba verhält. Nun will das Land wieder Öl auf die Karibikinsel liefern.

„Positiv“ reagiert Omar Everleny Pérez auf die Ankündigung aus Mexiko-Stadt, man arbeite dort an Lösungen, um wieder Erdöl nach Kuba zu liefern. Der Ökonom, der im Stadtteil Marianao von Havanna lebt, gehört zu den Architekten im Hintergrund des 176 Punkte umfassenden Reformpakets aus Havanna, das vergangenen Donnerstag in Havanna vom Parlament verabschiedet worden ist. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete das Paket als „wichtigen Wandel“.

Am Montag hatte Sheinbaum auf ihrer täglichen Pressekonferenz angekündigt, privatwirtschaftlich organisierte Lieferung von Erdöl nach Kuba zu ermöglichen. Ein Handel zwischen mexikanischen Unternehmen mit Exportlizenz und privaten kubanischen Unternehmen mit Importlizenz werde vorbereitet, so Sheinbaum. Wie lange es dauern wird, bis das erste Schiff mit Treibstoffen wie Diesel, Benzin und Kerosin sowie leichtem Erdöl in Richtung Kuba ablegen wird, ist zwar noch nicht absehbar. Lieferungen aus Mexiko könnten aber eventuell die stockenden Lieferungen aus den USA ersetzen.

„Der Import von Treibstoffen aus den USA durch mittelständische Unternehmen aus Kuba ist zwar theoretisch möglich, aber es hat in den letzten Wochen bei größeren Mengen immer wieder Verzögerungen und auch Absagen gegeben. Da ist Mexiko eine Alternative“, meint Pérez. Zudem warb Sheinbaum für Investitionen auf der Karibikinsel. Die wären hilfreich, denn die zentrale Frage lautet: kann das Reformpaket, in Kuba als „Perestroika karibischer Prägung“ diskutiert, überhaupt implementiert werden?

Kubanische Ökonomen wie Pavel Vidal, Wirtschaftswissenschaftler an der katholischen Universität Javeriana in Cali, sind da skeptisch. Die Regierung in Havanna verfügt kaum über Ressourcen – angefangen beim Personal –, um Programme, Regularien und mehr für die Umsetzung der Reformschritte zu verfassen; auch Kredite, um Lieferungen von Erdöl, Treibstoffen und Erdölderivaten zu finanzieren, fehlen.

Mexiko hat sich nicht von Kuba abgewandt

Da scheint die mexikanische Präsidentin helfen zu wollen und zu können. Pemex, das mexikanische Erdölunternehmen, hat im Jahr 2025 immerhin täglich 15.000 Barrel Erdöl und 2.200 Barrel an Derivaten geliefert. Anders als viele Kollegen in Lateinamerika hat sich die mexikanische Präsidentin in den letzten Monaten nicht von Kuba abgewandt, als der Druck aus Washington immer größer wurde. Mexiko hat mehrfach humanitäre Hilfe nach Kuba gesandt, und auch zu den kubanischen Ärzten, die in offizieller Mission im Rahmen eines bilateralen Vertrages in Mexiko in abgelegenen Regionen für die medizinische Versorgung sorgen, hat sich Sheinbaum bekannt.

Die Regierungen von Honduras, Jamaika und Guatemala haben das Gegenteil getan und die kubanischen Delegationen nach Hause geschickt. Sheinbaum lässt sich trotz immensen Drucks von den USA nicht in die eigene Politik hineinregieren, sondern bekennt sich zu Solidarität mit Kuba und kritisiert offen die US-Politik. So zum Beispiel hält Mexikos Präsidentin nichts davon, dreißig Jahre nach dem Abschuss zweier ziviler Sportflugzeuge, die den kubanischen Luftraum verletzten, nun den damaligen Verteidigungsminister Raúl Castro dafür vor Gericht zu stellen. „30 Jahre später?“, fragte die Politikerin nur auf einer ihrer Pressekonferenzen und machte deutlich, dass sie von einem derartigen Vorgehen nichts hält.

Offen ist jedoch, ob Mexiko Kuba in größerem Maßstab helfen will und kann. Das ließ Sheinbaum offen – verwies aber mehrfach darauf, dass Solidarität und das Bekenntnis zum Selbstbestimmungsrecht der Völker Teil der mexikanischen Politik seien – und auch in der Verfassung fixiert.

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