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„Nur schade, dass es dann kalt sein wird, vielleicht Eisregen fällt“

Sophie Fichtner

Hitzeschutz wird in Deutschland bislang behandelt wie eine glitschige Kröte. Keiner will die Sache so richtig in die Hand nehmen. Der Bund verweist an die Länder – Föderalismus und so. Die Länder sehen die Kommunen in der Pflicht, die aber haben leere Kasse und fordern finanzielle Unterstützung, um Hitzeschutzmaßnahmen umzusetzen. Plätze verschatten, Trinkbrunnen bauen, Klimaanlagen installieren – all das kostet.

Sophie Fichtner

ist Redakteurin im taz-Ressort Reportage und Recherche.

Mit einem Wort möchte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) diese Verantwortungsrangelei jetzt beenden, er will Klimaanpassung zur „Gemeinschaftsaufgabe“ erklären. Endlich! Dann dürfte der Bund Geld in Hitzeschutzmaßnahmen pumpen, die die Kommunen alleine nicht finanzieren können – und vernachlässigen, weil sie freiwillig sind. Bevor der Hitzeschutz aber gemeinschaftlich angegangen werden kann, muss über eine Änderung im Grundgesetz abgestimmt werden.

Schneider möchte in den nächsten Monaten vorschlagen, wie diese Änderung aussehen könnte. Nur schade, dass es dann kalt sein wird, vielleicht Eisregen fällt und viele Bundestagsabgeordnete die mittlerweile 12.500 Hitzetoten dieses Sommers vergessen haben werden.

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