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Neues US-RegierungsportalTrump setzt seinen Namen über günstigere Medikamente

Der US-Präsident lanciert ein Regierungsportal, das Medikamente billiger anbietet. Dadurch sollen die Lebenshaltungskosten sinken. Ob das was bringt, ist fraglich.

Bald direkt aus der Weißen-Haus-Apotheke beziehbar: Abnehmmittel Foto: Hollie Adams/reuters

afp/dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Verkaufsportals für vergünstigte Medikamente bekannt gegeben. Auf der Website „TrumpRx“ seien „Dutzende der am häufigsten verwendeten verschreibungspflichtigen Medikamente für alle Verbraucher mit drastischen Rabatten erhältlich“, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Regierungsportals im Weißen Haus.

Trump versucht angesichts einer drohenden Niederlage seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen im November, die Wut der US-Wähler über hohe Lebenshaltungskosten zu adressieren.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly und der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk haben Trump zufolge eingewilligt, ihre beliebten, aber teuren Abnehmmittel über die Seite preisreduziert anzubieten. Novo Nordisks Ozempic soll demnach von über 1.000 Dollar (848 Euro) auf 199 Dollar pro Monat gesenkt werden, während Eli Lillys Wegovy von 1.300 Dollar auf 199 Dollar reduziert wird.

Auch Medikamente zur Fruchtbarkeitsbehandlung werden in dem Portal aufgeführt. „Wir werden mit diesen Kosten viele Trump-Babys haben“, sagte der TV-Mediziner und Leiter der Gesundheitsbehörde CMS, Mehmet Öz.

Dem Weißen Haus zufolge sind derzeit mehr als 40 preisreduzierte Medikamente im Portal „TrumpRx“ gelistet. Die Preise werden dem Portal zufolge nach den ersten zwei Monaten schrittweise steigen. Nutzer können nach dem gewünschten Medikament suchen, einen Gutschein ausdrucken und ihn in Apotheken vorzeigen, um das Produkt zum ermäßigten Preis zu kaufen.

Ob das Portal beim Sparen hilft, ist unklar

Die USA gelten bei vielen Medikamenten als einer der teuersten Märkte der Welt. Länder in Europa oder Asien verhandeln meist zentrale Höchstpreise und regulieren die Pharmaindustrie stärker. In den USA wird seit ängerem über die gestiegenen Lebenshaltungskosten diskutiert, die hohen Arzneimittelpreise sind dabei einer von vielen Aspekten. Trump sieht sich dabei mit der Kritik konfrontiert, er würde sich zu viel um außenpolitische Angelegenheiten kümmern und darüber die eigentlichen Sorgen der Menschen im Land vernachlässigen.

Der Republikaner will die Medikamentenpreise in den USA seit Längerem senken und setzt dafür auch auf Vereinbarungen mit Pharmakonzernen. Eine Reihe von ihnen hatte bereits angekündigt, Arzneien mit Rabatt über die Plattform anzubieten.

Wie viele Patienten durch die Nutzung des Portals tatsächlich Geld sparen werden, ist unklar. Eine Expertin sagte der New York Times, dass manche Patienten einen Preis fälschlich für günstig halten, aber am Ende finanziell schlechter dastehen könnten.

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