Neues AKW in Weißrussland: Merkel besorgt über russisches AKW
Nicht nur in Litauen, auch in Deutschland herrscht Angst vor einem geplanten Atomkraftwerk in Weißrussland. Atomkraft sei schließlich etwas Übergreifendes.
rtr | Deutschland und Litauen haben sich besorgt über den geplanten Bau eines russischen Atomkraftwerkes in Weißrussland geäußert. „Kernenergie ist etwas Übergreifendes“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem litauischen Ministerpräsidenten Saulius Skvernelis in Berlin.
„Wir werden auch mit Russland immer wieder darüber sprechen, wie wichtig dies für uns alle ist.“ Beim Bau müssten die höchsten Sicherheitsstandards gewährleistet werden. Auch Russland müsse ein Interesse an Sicherheit haben, genauso wie die Bürger der EU.
Hintergrund der Bedenken ist die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986, als eine Kernschmelze in einem sowjetischen Kraftwerk weite Landstriche verseuchte. Betroffen waren auch andere Staaten. Weißrussland plant ein neues Atomkraftwerk in nur 40 Kilometer Entfernung von der litauischen Hauptstadt Wilnius. Skvernelis will dieses Kraftwerk verhindern und fordert das Eingreifen der EU. „Das ist ein Problem, das regional übergreifend ist. Wir sollten das auf einer anderen Ebene entscheiden“, sagte er.
Streit um den Bau oder den weiteren Betrieb von Atomkraftwerken gibt es auch innerhalb der EU, etwa über französische und belgische Meiler nahe der deutschen Grenze. Deutschland hatte nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen.
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