Neuerung bei ChatGPT: Werbung im KI-Chatbot
Ab dieser Woche soll ChatGPT Nutzer:innen Werbung anzeigen. Damit erschließt sich OpenAI eine weitere Einnahmequelle.
Foto: Mateusz Slodkowski/SOPA/imago
Nutzer:innen des KI-Chatbots ChatGPT können seit Montag in 31 europäischen Ländern, darunter in Deutschland, Werbung angezeigt bekommen. „Marketingfachleute in ganz Europa erhalten nun neue Möglichkeiten, Menschen zu erreichen“, wirbt der Anbieter OpenAI in seiner vergangene Woche erschienenen Ankündigung für die neue Funktion.
Werbung soll demzufolge „deutlich gekennzeichnet und von den Antworten von ChatGPT getrennt“ angezeigt werden. Antworten des KI-Chatbots würden durch die Schaltung von Werbung nicht beeinflusst. In den USA bekommen Nutzer:innen bereits seit mehreren Monaten Werbung zu sehen. Betroffen ist, wer die kostenfreie Version oder die günstigste Bezahlversion Go nutzt, die teureren Bezahlversionen sollen werbefrei bleiben. Nicht erscheinen sollen Anzeigen „in der Nähe von sensiblen oder regulierten Themen wie physischer oder psychischer Gesundheit oder Politik“, so OpenAI.
Auch wenn sich Open-AI-Gründer Sam Altman in der Vergangenheit noch kritisch über Werbung geäußert hatte – dass sie doch kommt, ist nicht überraschend. Denn die Unternehmen hinter den KI-Modellen sind auf der Suche nach Einnahmequellen. Mit Bezahlversionen haben sich mehrere Anbieter eine erste Einnahmequelle erschlossen.
Jasmin Ehbauer/Joris Leander Kanowski, Zentrum für Digitalrechte und Demokratie
Jasmin Ehbauer und Joris Leander Kanowski vom Zentrum für Digitalrechte und Demokratie weisen in einem Beitrag darauf hin, dass die Nutzer:innen bei den Versionen mit Werbung nun mit ihren Daten bezahlen: „In Chatverläufen mit ChatGPT geben Nutzende vieles über ihre Präferenzen, Wünsche und Probleme preis.“ Sie müssten überlegen, ob es für sie besser ist, die Nutzung zu bezahlen oder die eigenen Daten für Werbezwecke verwerten zu lassen.
Möglich wäre allerdings auch ein Wechsel. Denn bei KI-Chatbots gibt es nicht nur die Anbieter aus den USA, sondern auch beispielsweise das französische Mistral oder das Schweizer Open-Source-Modell Apertus, das sich lokal auf dem eigenen Rechner installieren lässt. Nicht alle Modelle kommen an das von OpenAI heran, doch für Normalnutzer:innen sind sie in der Regel ausreichend.
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