Neuer Preis-Index: Umweltverband gegen Preiserhöhung des Deutschlandtickets
Einen Tankrabatt gibt es, mehr Förderung fürs Deutschlandticket aber nicht? Das geht nicht, sagt der BUND. Am Mittwoch entscheidet sich der neue Preis für die Fahrkarte.
Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn
rtr/kna | Die voraussichtliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets stößt auf Kritik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimache, aber das Deutschlandticket nicht wenigstens preisstabil halten könne, erklärte der Verein am Mittwoch in Berlin.
Für die Preisgestaltung des Pauschalangebots für eine deutschlandweite Nahverkehrsnutzung greift ab dem kommenden Jahr erstmals ein Index-Verfahren, auf das sich die Verkehrsminister der Länder im Frühjahr verständigt hatten.
Im Gespräch sei ein neuer Monatspreis von 66,90 Euro, berichtete die Rheinische Post und verwies auf das Umfeld des Koordinierungsrates Deutschlandticket. Dieses Gremium werde am Mittwoch den neuen Preis festlegen. Darin sitzen Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und Verkehrsbranche.
Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim BUND, nannte das Deutschlandticket einen Meilenstein für die Mobilitätswende. „Die ständigen Diskussionen um das Ticket und seinen Preis sind ermüdend und erzeugen Unsicherheiten. Die Menschen brauchen langfristige Planbarkeit, um ihr Mobilitätsverhalten dauerhaft zu ändern“, sagte er. Um Mobilität mit mehr sozialer Teilhabe zu schaffen, brauche es außerdem ein günstigeres Angebot etwa für Geringverdiener oder Auszubildende und Studenten. Dieses dürfe nicht teurer als 29 Euro monatlich sein, so der BUND.
Derzeit haben rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, mit dem man den öffentlichen Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen kann. Das Ticket kostet seit Anfang dieses Jahres 63 Euro im Monat, nach zuvor 58 Euro. Für die Verkehrsverbünde ist es ein dickes Verlustgeschäft. Deshalb finanzieren Bund und Länder das Ticket mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
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