piwik no script img

Neuer Präsident in UruguayTabaré Vázquez ist nun im Amt

Der Sozialist Tabaré Vázquez ist als neuer Präsident Uruguays vereidigt worden. Der 75-jährige Arzt löst José Mujica an der Staatsspitze ab.

MONTEVIDEO afp | Der Linkspolitiker Tabaré Vázquez ist als neuer Präsident von Uruguay vereidigt worden. Der 75-jährige ausgebildete Krebsspezialist legte am Sonntag den Amtseid in der Nationalversammlung in Gegenwart von ausländischen Staatsführern wie Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Kubas Präsident Raúl Castro ab.

Anschließend begab sich Vázquez zum Unabhängigkeitsplatz im Zentrum der Hauptstadt Montevideo, um von seinem beliebten Vorgänger José Mujica die Präsidentenscherpe zu empfangen. Beide Politiker gehören dem Linksbündnis Frente Amplio an.

Vázquez, der zwischen 2005 und 2010 schon einmal Präsident in Uruguay war, hatte die Präsidentenwahl am 1. Dezember mit 56,6 Prozent klar gegen den konservativen Kandidaten Luis Lacalle Pou gewonnen. Auch wenn er der gleichen Partei wie sein Vorgänger Mujica angehört, äußerte er wiederholt Kritik an dessen Politik, darunter der umstrittenen Legalisierung von Cannabis.

Auch auf persönlicher Ebene unterscheidet sich Vázquez von dem 79-jährigen Mujica, der mit seiner Frau in einem einfachen Bauernhaus lebt und einen alten VW-Käfer fährt.

Vázquez übernimmt die Führung des Landes zu einer Zeit, in der sich das Wirtschaftswachstum abschwächt. Die Wirtschaft des kleinen südamerikanischen Landes war zuletzt zwölf Jahre ununterbrochen gewachsen, während die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief fiel.

Doch inzwischen wirken sich die Folgen der weltweiten Abschwächung der Konjunktur aus. Besonders bei den beiden großen Nachbarn Argentinien und Brasilien ist die Wirtschaft zuletzt eingebrochen. Mit acht Prozent liegt die Inflation in Uruguay inzwischen einen Punkt über der Zielvorgabe.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare