Neuer Flugzeugträger: Frankreich will Europas größtes Kriegsschiff bauen
Emmanuel Macron kündigte den Bau eines neuen Flugzeugträgers bis 2038 an. Frankreich müsse „gefürchtet“ werden, sagte der Präsident zur Begründung.
Foto: Joeal Calupitan/AP/dpa
dpa Reuters | Frankreich will mit dem Bau eines neuen, größeren und moderneren Flugzeugträgers seine Stellung als Seemacht ausbauen. Präsident Emmanuel Macron bestätigte am Sonntag entsprechende Pläne, die er bereits 2020 vorgestellt hatte. Das Schiff solle den in die Jahre gekommenen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ersetzen.
Mit rund 80.000 Tonnen Verdrängung wird der neue Flugzeugträger fast doppelt so schwer wie sein Vorgänger sein, 310 Meter lang, 85 Meter breit, Platz für 30 Kampfflugzeuge und 2.000 Besatzungsmitglieder bieten.
„Die Entscheidung, dieses gewaltige Programm auf den Weg zu bringen, ist diese Woche gefallen“, sagte Macron vor Soldaten auf einem französischen Militärstützpunkt in Abu Dhabi, nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Der Bau des Schiffes werde auch die französische Industrie stärken, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen.
„In Zeiten von Aggressoren müssen wir stark sein, um gefürchtet zu werden. Ich habe beschlossen, Frankreich mit einem neuen Flugzeugträger auszustatten“, zitierten französische Medien Macron.
Inbetriebnahme für 2038 geplant
Die Kosten für das Projekt, das unter dem Namen „Porte-Avions Nouvelle Génération“ (PANG) bekannt ist, werden auf 10,25 Milliarden Euro geschätzt. Das Schiff wäre das größte jemals in Europa gebaute Kriegsschiff. Außer Frankreich verfügen in Europa nur Großbritannien, Italien und Spanien über Flugzeugträger. Die USA besitzen elf dieser Schiffe, China drei.
Verteidigungsministerin Catherine Vautrin schrieb auf der Plattform X, das neue Schiff werde 2038 in Dienst gestellt. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem die „Charles de Gaulle“ voraussichtlich den Dienst aufgeben wird. Dieser Flugzeugträger war 2001 in Betrieb gegangen, etwa 15 Jahre nachdem der Auftrag dafür erteilt worden war.
Einige französische Abgeordnete aus der Mitte und dem gemäßigten linken Lager hatten zuletzt eine Verschiebung des Projekts gefordert. Sie verwiesen auf die angespannten Staatsfinanzen des Landes. Frankreich ist eine der führenden Militärmächte Europas und eine von nur fünf offiziellen Atommächten.
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