Neue Sichtung in Wismar: Schon wieder ein Wal
Erinnerungen an den als „Timmy“ bekannten gestrandeten Buckelwal kommen auf: Erneut sorgt ein Wal im Hafen für Aufmerksamkeit – diesmal vor Wismar.
Foto: Bernd Wüstneck/picture alliance
dpa | Im Hafen von Wismar ist schon wieder ein Wal aufgetaucht. „Das Tier wurde der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar gegen 9 Uhr durch das Hafenamt Wismar gemeldet und wird seitdem beobachtet“, teilte das Schweriner Umweltministerium mit. Um welche Walart es sich handelt, könne bislang nicht abschließend gesagt werden. Auch die Größe lasse sich bislang nur schätzen. „Nach ersten Beobachtungen ist der Wal etwa acht Meter lang.“
Der später als „Timmy“ bekannt gewordene Buckelwal war Anfang März im Hafen von Wismar aufgetaucht. Seine anschließenden Irrwege und die aufwendige Bergung hatten international Aufsehen erregt. Zuletzt war erneut wiederholt ein Wal an der deutschen Ostseeküste gesichtet worden.
So war Mitte Juli ein großer Wal vor der schleswig-holsteinischen Küste gesehen worden, etwa vor Heiligenhafen. Das schleswig-holsteinische Umweltministerium hatte die Sichtung eines Buckelwals am Ausgang der Kieler Förde bestätigt. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge vermutlich um ein Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark beobachtet worden war. Offen blieb aber, ob es dasselbe Tier wie bei Heiligenhafen war.
Unklar, ob schon zuvor gesichteter Wal
Ob es sich bei dem nun in Wismar gesichteten Wal um ein schon zuvor gesichtetes Tier handelt, könne man bislang nicht sagen, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums. Man beobachte die Lage und stehe im engen Kontakt mit den beteiligten Einrichtungen. Dass eigene Mitarbeiter nach Wismar fahren, war demnach zunächst nicht geplant.
Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums wirkt der Wal bisherigen Erkenntnissen zufolge vital. „Er taucht regelmäßig auf und wieder ab.“ Die Wasserschutzpolizei sei im Einsatz. „Ziel aller Maßnahmen ist es, dem Tier einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder andere Gefährdungen des Tieres zu verhindern.“ Sportbootführer und Wassersportler seien gebeten, den Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und einen größtmöglichen Abstand zu halten.
Große Aufmerksamkeit für „Timmy“
Am 3. März war ein später als Buckelwal identifizierter Großwal in Wismar aufgetaucht. Er war später mehrmals gestrandet etwa vor Timmendorfer Strand und später vor der Insel Poel. In einer spektakulären, aber umstrittenen Aktion hatte eine Privatinitiative den Wal Ende April zunächst mit einer Art Lastkahn geborgen und Anfang Mai in der Nordsee freigelassen. Mitte Mai wurde dann vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal entdeckt, der später anhand eines am Tier befestigten Senders als der zuvor in Deutschland gestrandete Buckelwal identifiziert wurde. Das Schicksal des Tieres verfolgten viele Menschen nicht nur in Deutschland über die umfangreiche Berichterstattung.
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