Neue Musik aus Berlin: Wohltuendes Wasteland

Mit dem Rockduo Gurr wurde Laura Lee bekannt. Auch ihr erstes Soloalbum „Wasteland“ strotzt vor Lust auf Rockmusik.

Laura Lee & The Jettes: Auf ihrem Solo-Debüt „Wasteland“ zelebiert Laura Lee (r.) den Indie-Rock

Laura Lee & The Jettes: Auf ihrem Solo-Debüt „Wasteland“ zelebiert Laura Lee (r.) den Indie-Rock Foto: Suzanne Caroline de Carrasco

Die Band Gurr war eines der interessantesten Phänomene des Berliner Pop in jüngerer Zeit. In nur wenigen Jahren schafften es Laura Lee und Andreya Casablanca mit Riot-Grrrl-Sound und Slackerinnen-Attitüde aus den kleinen Clubs heraus und wurden international bekannt.

Beide probieren sich nun vorerst solo aus – und beide Projekte klingen gleichermaßen vielversprechend. Casablancas Single „Talk About It“ etwa läuft schon eine Weile in den besseren Radiostationen rauf und runter.

Multiinstrumentalistin Laura Lee, die eigentlich Laura Gertken heißt und aus Niedersachsen stammt, veröffentlicht nun ihr Debütalbum als Solokünstlerin, und die elf Songs darauf sind durchaus geeignet, einem die Freude an der Rockmusik zurückzugeben.

Ob in Grunge-Songs wie dem Titelstück „Wasteland“, im krautrockaffinen „Caterpillar“ oder im Emocore-/Indiepop-geschulten „High Up“, aus jedem Vers, aus jedem Akkord spricht hier die Lust am Musikmachen und am Songwriting. Hochansteckend ist dieser Enthusiasmus, zum Glück aber nicht gefährlich.

Laura Lee & The Jettes: „Wasteland“ (Duchess Box Records), erscheint am 3. Dezember, lauraleeandthejettes.bandcamp.com

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Fast alle Songs sind vom Neunziger-Indie in all seinen Facetten – von Pavement über Sunny Day Real Estate bis zu Nirvana – geprägt, ein Ausreißer ist die abschließende Ballade „Swirl In The Haze“, die eher nach American Songbook klingt.

„Absolut“ wiederum sticht dadurch hervor, dass es auf Deutsch gesungen ist, ein mehr zweifelndes als verzweifeltes Stück über Paarbeziehungen („Vielleicht/ geht's leichter zu zweit/ Wie sollen wir wissen/ Ohne sicher zu sein/ Im Entzug?“). So toll und klischeefrei kann deutscher Indierock also auch klingen.

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ist freier Journalist und Autor. Er schreibt vor allem über Musik, Literatur, Sport, Gesellschaftsthemen. Arbeitet seit 2011 für die taz, derzeit auch als Redakteur im Wochenend-Ressort.

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