Neue Musik aus Berlin: Hits aus der WG-Küche

Cremant Ding Dong aus Kreuzberg singen über den Lockdown, das Impfen und Spazierengehen. Ihre Songs sind perfekte Mutmacher in der Zeit der Pandemie.

Bandfoto Cremant Ding Dong

Prickelnde Infektionsgemeinschaft: Cremant Ding Dong Foto: Cremant Ding Dong

Die charmanteste Coronaband der Welt kommt aus Kreuzberg und heißt Cremant Ding Dong. Unter diesem prickelnd-perlenden Namen machen Gwendolin Tägert, Franky Fuzz und Endai Hüdl seit geraumer Zeit Musik in ihrer WG, meist sitzen die drei am Küchentisch ihrer Infektionsgemeinschaft und spielen spontan einfache Stücke mit Synthesizer, Rhythmusmaschine und Gitarre ein. Zum Band- und WG-Inventar gehört zudem eine oft recht unbeeindruckt wirkende grau-weiße Katze.

Anfangs besangen Cremant Ding Dong noch den Lockdown No. 1 („Wir seh’n uns später“), dann den Corona-Alltag („Testergebnis“, „Böllerverbot“), zuletzt haben sie den ersehnten Vakzinschuss zum Thema gemacht („Impfangebot“). Und schon vor einigen Monaten, als noch dick Schnee lag, haben sie uns Mut gemacht und auf die warme Jahreszeit eingestimmt („Sommer ist geil“).

„Impfangebot“ und andere Songs auf cremantdingdong.bandcamp.com

Wer einen solchen Sommerhit mitten im Februar schreiben kann, mit Amiga-Pluckersounds, heiterem Gesang und einem Reim, der sie für sämtliche Lyrikpreise des ­Landes qualifizieren sollte („Oh Sommer / hoffentlich kommt er bald no’ma“), dem gebührt eigentlich viel mehr Fame, als er den dreien bislang zuteilgeworden ist!

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Denn auch jetzt, in den hoffentlich anbrechenden Zeiten der Lockerung, setzen Cremant Ding Dong den Ton: „Wenn das Ganze hier vorbei ist / geh ich nie wieder spazieren / wir werden einfach mal was anderes probieren / ich geh nie wieder spazieren“, singen sie in ihrem neuen Song und sprechen damit wohl so manchem aus der Seele.

Wer das pandemische Gesamtwerk der Band entdecken möchte, der sei auf die Bandcamp- und Youtube-Seiten der Ber­li­ne­r:in­nen verwiesen, und wer noch etwas mehr gute Musik hören will, dem sei Mondo Fumatore ans Herz gelegt, die Band, in der Gwendolin Tägert und Franky Fuzz sonst spielen.

Weil sie offenbar einen Überschuss an Corona-Songs hatten, haben die beiden überdies noch eine zweite Band mit Corona- (und Cat-)Content gegründet, Grateful Cat heißt sie. Aber jetzt erst mal: Einen Crémant auf Cremant Ding Dong!

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ist freier Journalist und Autor. Er schreibt vor allem über Musik, Literatur, Sport, Gesellschaftsthemen. Arbeitet seit 2011 für die taz, derzeit auch als Redakteur im Wochenend-Ressort.

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