Netzausfall im Südpazifik: Tonga ist zurück am Netz
Zwei Wochen lang mussten die Einwohner von Tonga auf das Internet verzichten. Möglicherweise war Sabotage der Grund.
ap/afp/taz | Nach zwei Wochen Internetpause sind die Einwohner Tongas zurück am Netz. Das einzige unterseeische Glasfaserkabel ist vor zwei Wochen aus unbekannten Gründen gerissen. Am Samstag wurde die Reparatur erfolgreich abgeschlossen. „Wir hatten zwei ziemlich ruhige Wochen“, sagte Regierungssprecher Lopeti Senituli. „Die Leute holen jetzt den ganzen Klatsch und Tratsch und ihre Geschäfte nach.“
Die Verbindungen zur Außenwelt liefen in den vergangenen beiden Wochen vor allem über einen begrenzten Satellitendienst. Er stellte Telefonverbindungen ins Ausland und die Abrechnung von Kreditkartenzahlungen sicher. Davon abgesehen war Tonga offline.
Der Ausfall ist womöglich auf Sabotage zurückzuführen. Auf ein solches Szenario könnten zwei Brüche entlang der Glasfaserkabel für die Online-Verbindung zum Rest der Welt hindeuten, auf die Einsatzkräfte gestoßen seien, sagte Piveni Piukala, ein Direktor von Tonga Cable Limited, am Montag.
Sie hätten zudem zwei weitere Bruchstellen entdeckt sowie Tau, das in ein anderes Kabel verwickelt gewesen sei, das die Hauptinsel mit einigen vorgelagerten Inseln von Tonga vernetze. Daher könne er eine absichtliche Störung nicht ausschließen, ergänzte der Direktor.
Durch den Internet-Ausfall saß die Inselnation im Südpazifik digital praktisch im Dunkeln: Nicht nur Facebook, Youtube und Twitter waren nicht mehr erreichbar, auch Kreditkartenüberweisungen funktionierten oft nicht mehr. Rund 90 Prozent des Internetzugangs waren bis Samstag für die Bewohner wieder verfügbar, nachdem Einsatzkräfte mit den Reparaturen am internationalen Glasfaserkabel fertig waren. Piukala sagte, sie hofften, dass die Wartungen des Kabels für den heimischen Online-Zugang bald auch abgeschlossen seien.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert