: Nauru will helfen
Eine Pazifikinsel, aber alles andere als ein Paradies
In diesem Jahr war Nauru bereits zweimal vollkommen isoliert vom Rest der Welt: Das war, als die Maschinen der einzigen Fluglinie weder starten noch landen konnten. Da die Insel auch keinen Hafen hat, kommt es äußerst selten vor, dass Schiffe in der Nähe vor Anker gehen. Lange Zeit sicherte die Ausbeutung der Phosphatberge den Reichtum der gerade einmal 21,3 Quadratkilometer großen Insel, die 1968 nach 21 Jahren als UN-Treuhandgebiet unabhängig wurde. Doch die Einnahmequelle versiegte wegen Missmanagement und Finanzskandalen. Seither hat sich Nauru, das in großen Teilen einer kargen Mondlandschaft gleicht, als Finanzparadies für die russische Mafia gemausert. Nach Schätzungen der Behörden in Europa und den USA werden jährlich rund 150 Milliarden Mark über die 400 Banken geschleust, die ihren offiziellen Sitz dort haben.
Der Präsident der Insel, Rene Harris, sieht sein Land in der Lage, die illegalen Einwanderer vorübergehend aufzunehmen. Sein Volk sei gastfreundlich, und für die Errichtung provisorischer Unterkünfte sei schon gesorgt, sagte er. Auf Nauru stehen zudem zehn Häuser leer, die eigentlich die Teilnehmer an der Weltmeisterschaft im Gewichtheben beherbergen sollten. Doch das Ereignis wurde in letzter Minute abgesagt. AFP
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