Nachrichten in der Coronakrise: Erster Omikron-Todesfall

Das RKI meldet einen ersten Todesfall mit der Omikron-Variante in Deutschland. Fast 30 Millionen Impfungen wurden seit Mitte November verabreicht.

Sarg aus Holz mit Aufschrift "Infektionsgefahr"

Ein Sarg mit einem Coronaverstorbenen Foto: Robert Michael/dpa

Spanien und Portugal werden Corona-Hochrisikogebiete

Die Bundesregierung stuft die Urlaubsländer Spanien und Portugal wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Samstag an als Hochrisikogebiete ein. Österreich wird dagegen von der entsprechenden Risikoliste genommen, wie das Robert Koch-Institut amDonnerstag bekanntgab. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. (dpa)

NRW-Oberverwaltungsgericht bestätigt 2G-Regel in der Freizeit

Die 2G-Regelung für Weihnachtsmärkte, Sport im Freien und für die Gastronomie in Nordrhein-Westfalen ist nach einer gerichtlichen Eilentscheidung rechtens. Wie das Oberverwaltungsgericht am Donnerstag in Münster mitteilte, seien die Kontaktbeschränkungen durch das Land für nicht geimpfte oder genesene Personen verhältnismäßig. Geklagt hatte ein Rechtsanwalt aus Köln. Er wollte als nicht Geimpfter und nicht Genesener einen Weihnachtsmarkt und Restaurants besuchen sowie im Freien mit weiteren Mitspielern Golf spielen. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Nach Auffassung des Anwalts werden durch die Coronaschutzverordnung des Landes seine Grundrechte zu sehr eingeschränkt. Das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen und der Schutz von Risikogruppen mit Personen ab 60 Jahren seien die einzig effektiven und verhältnismäßigen Maßnahmen. Diese Sicht teilt das OVG nicht. Zwar sei das Infektionsrisiko im Freien grundsätzlich geringer. Aber überall dort, wo Menschen zusammenkommen und der Abstand von 1,5 Meter nicht sicher eingehalten werden können, wie auf einem Weihnachtsmarkt, verbreite sich das Coronavirus. Zumal FFP2-Masken beim Essen abgenommen werden müssen. (dpa)

Fast 30 Millionen Impfungen seit Mitte November

Am 18. November hatte der damals Noch-Nicht-Kanzler Olaf Scholz zur verstärkten Impfkampagne aufgerufen. Bis Jahresende, sagte Scholz damals, seien bis zu 30 Millionen Bürger und Bürgerinnen zu impfen, besonders mit Auffrischungsimpfungen. Dafür sei ein nationaler Kraftakt nötig. Das schien damals sehr hochgegriffen – und wurde dennoch bereits jetzt nur fünf Wochen später vollbracht. Mit Stand vom Donnerstag hat das Robert-Koch-Institut über 28 Millionen Impfungen seit dem 18. Novemeber gemeldet. 94,2 Prozent davon waren Drittimpfungen. Das ist ein echter Booster für das Land.

Allein am Mittwoch registrierte das RKI nochmals knapp über 1 Million Impfungen. Der 7-Tage-Mittelwert aber sank erstmals seit 8 Tagen unter die Millionen-Marke. Vor allem bei den Drittimpfungen gab es einen Einbruch. Das liegt daran, dass am Mittwoch vor einer Woche 1,38 Millionen Menschen geboostert wurden – ein absoluter Rekordwert. An diesem Mittwoch waren es nur 846.000.

Offenbar wollten viele Menschen den Impfschutz an den Festtagen haben. Und es braucht ja eine Woche ab der Drittimpfung, bevor sie wirksam wird.

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Die Zahlen der Erst- und Zweitimpfungen sinken dagegen vergleichsweise moderat. Auffällig ist, dass die Zahl der Zweitimpfungen seit 3 Tagen die der Erstimpfungen übersteigt. Das war seit Mitte November nicht mehr so. Offensichtlich ist die ein Erfolg der Impfkampagne, die ab November wieder vermehrt Menschen für eine Erstimpfung erreicht hat, die sich jetzt die zweite Spritze holen. (taz)

Erster Omikron-Todesfall in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat den ersten Todesfall nach einer Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus gemeldet, teilt der Spiegel auf seiner Seite mit. Der oder die Verstorbene war zwischen 60 und 79 Jahre alt. (taz)

Auch in NRW ab drei Monaten boostern möglich

In Nordrhein-Westfalen sind für Erwachsene ab sofort Auffrischungsimpfungen schon drei Monate nach der Grundimmunisierung möglich. Das teilte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf am Dienstag mit. Die Landesregierung setzt damit die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) um. „Ziel ist es, durch den verkürzten Impfabstand mehr Menschen eine schnelle Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, somit schwere Verläufe von COVID-19 zu verhindern und die Übertragung insbesondere der sich ausbreitenden Omikron-Variante einzudämmen“, erklärte das Ministerium. (lnw)

Höchststand an Infizierten seit Ausbruch der Pandemie in England

In England registrieren die Behörden so viele Corona-Infizierte wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie. Einer von 45 Bür­ge­r*in­nen hat sich dort mit dem Coronavirus angesteckt. Dies teilt das britische Amt für nationale Statistiken (ONS) anhand der Zahlen aus der Woche vor dem 16. Dezember mit. In der vorangegangenen lag die Quote bei einem Infizierten unter 60 Einwohner*innen. (rtr)

Bulgarien will mit Geldprämie zum Impfen locken

Bulgarien will angesichts einer geringen Impfquote ältere Bür­ge­r*in­nen mit einer Geldprämie in Arztpraxen und Impfzentren locken. Rentner*innen, die eine erste oder zweite Impfdosis bekommen, würden 75 Lew (rund 38 Euro) erhalten, sagt Ministerpräsident Kiril Petkow. Auch bei einer Booster-Impfung hätten die Ru­he­ständ­le­r*in­nen Anspruch auf die Leistung. Bulgarien hat mit 27 Prozent die niedrigste Impfquote in der EU. (rtr)

Studien: Omikron ansteckender, aber milder

Eine Omikron-Infektion führt weniger häufig zu Krankenhauseinweisungen als eine Infektion mit der Delta-Variante. Das ist Ergebnis mehrerer am Mittwoch veröffentlichter Studien aus Großbritannien und Südafrika. Experten warnen jedoch, dass die schiere Zahl der Ansteckungen das Gesundheitssystem an den Rand seiner Fähigkeiten bringen könnte, unter anderem auch, weil viele Mit­ar­bei­te­r:in­nen wegen Infektionen ausfallen.

Großbritannien hatte am Mittwoch mehr als 106.000 Neuinfektionen registriert. In den Landesteilen England und Schottland ist die Omikron-Variante bereits vorherrschend. Besonders stark betroffen ist die britische Hauptstadt London. Mehr als die Hälfte der Briten im Alter von über 12 Jahren hat inzwischen eine Booster-Impfung erhalten.

Dennoch ist die Regierung in London weiter zögerlich mit schärferen Maßnahmen. Premierminister Boris Johnson mahnte die Menschen in einem Gastbeitrag in der Boulevardzeitung „The Sun“ am Donnerstag lediglich zu erhöhter Vorsicht und rief zur Booster-Impfung auf. „Omikron breitet sich weiter schneller aus, als alles was wir bisher gesehen haben“, schrieb der konservative Politiker. Alle britischen Landesteile außer England hatten indessen bereits eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen vom zweiten Weihnachtsfeiertag an angekündigt. (dpa)

Corona-Ausbruch in China: Lockdown für 13-Millionen-Stadt Xi'an

Nach einigen Dutzend Corona-Infektionen im chinesischen Xi'an sind massive Ausgangssperren für die 13 Millionen Bewohner der Metropole verhängt worden. Seit Mitternacht dürfen sie ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, Ausnahmen sind kaum erlaubt. Jede Familie kann ein Mitglied bestimmen, das alle zwei Tage einkaufen gehen darf, wie die Stadtregierung in ihrem Erlass mitteilte. Die Behörden meldeten am Donnerstag 63 lokale Infektionen. Der Ausbruch sei durch „importierte Fälle“ ausgelöst worden, hieß es.

Ob es sich bei dem Virus um die neue Omikron-Variante handelt, wurde nicht mitgeteilt. Neben dem Lockdown in der Provinzhauptstadt von Shaanxi sollen auch millionenfache Corona-Tests dabei helfen, den Ausbruch einzudämmen. Infizierte und ihre engen Kontaktpersonen sollen ins Krankenhaus oder in Quarantäne gebracht, alle Übertragungswege unterbrochen werden. Schulen wurden geschlossen – ebenso Geschäfte, die nicht zwingend für die Versorgung notwendig sind.

Auch Verkehrsverbindungen wurden weitgehend unterbrochen. Ein großer Teil der Flüge nach Xi'an wurde gestrichen. Mit derart rigiden Maßnahmen hat China, das eine Null-Covid-Politik verfolgt, das Virus weitgehend in den Griff bekommen. Seit mehr als einem Jahr ist es um die Pandemielage in der Volksrepublik deutlich besser bestellt als in vielen anderen Ländern. Das tägliche Leben und die Wirtschaft haben sich längst normalisiert. Allerdings hat die ansteckendere Delta-Variante seit Herbst mehrere Ausbrüche verursacht. Und jetzt fürchten Verantwortliche die hochinfektiöse Omikron-Variante, die sich noch schneller ausbreitet. In sechs Wochen sollen in Peking die Olympischen Winterspiele beginnen. (dpa)

Inzidenz sinkt leicht

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet binnen 24 Stunden 44.927 Corona-Neuinfektionen. Das sind 11.750 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 56.677 Positivtests gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 280,3 von 289,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 425 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 109.749. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 6,92 Millionen Corontests positiv aus. (rtr)

Novavax wirksam gegen Omikron

Der Corona-Impfstoff von Novavax bietet nach Angaben des Pharmaunternehmens einen wirksamen Schutz gegen die Omikron-Variante. Das Vakzin rufe eine wirksame Immunreaktion gegen die Variante hervor, eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhöhe die Immunantwort, teilt das Unternehmen nach ersten Daten einer laufenden Studie zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei Jugendlichen und als Booster mit. (rtr)

Coronamedikament erhält Notfallzulassung in den USA

Das Coronamedikament Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer ist in den USA zugelassen worden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte am Mittwoch eine Notfallzulassung für das antivirale Medikament in Pillenform für Risikopatienten ab zwölf Jahren. US-Präsident Joe Biden versprach Pfizer staatliche Unterstützung, um die Produktion des Medikaments schnell hochzufahren.

Paxlovid wird bei Risikopatienten mit leichten bis mittelschweren Krankheitssymptomen eingesetzt und senkt laut Pfizer die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um knapp 90 Prozent. Das Medikament verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19.

„Die heutige Zulassung führt die erste Behandlung für Covid-19 in Form einer Pille ein, die oral eingenommen wird“, erklärte FDA-Vertreterin Patrizia Cavazzoni. „Diese Zulassung bringt zu einem mit dem Auftreten neuer Varianten entscheidenden Zeitpunkt in der Pandemie ein neues Werkzeug, um Covid-19 zu bekämpfen.“ Patienten mit einem hohen Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes hätten fortan besseren Zugang zu einer Behandlung mit einem antiviralen Medikament.

Pfizer-Chef Albert Bourla erklärte, Paxlovid werde „die Art und Weise verändern, wie wir Covid-19 behandeln“. Das Medikament werde „hoffentlich“ helfen, das Gesundheitssystem und Krankenhäuser zu entlasten.

Präsident Biden erklärte wiederum, die Entscheidung der US-Behörde sei „ein Beweis für die Macht der Wissenschaft und das Ergebnis amerikanischer Innovation und Erfindungsgabe“.

Paxlovid kombiniert den neuen Wirkstoff Nirmatrelvir mit dem Medikament Ritonavir, das bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt wird. Patienten nehmen über einen Zeitraum von fünf Tagen zwei Mal täglich zwei Tabletten Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir zu sich. Die US-Regierung hat bereits für einen Preis von 5,3 Milliarden Dollar (knapp 4,7 Milliarden Euro) zehn Millionen Packungen bestellt.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA unterstützte in der vergangenen Woche den Einsatz von Paxlovid für Notfälle. Damit kann das Medikament noch vor seiner Zulassung in der EU eingesetzt werden, die Entscheidung liegt bei den nationalen Behörden.

Auch der US-Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme (MSD) hat mit Molnupiravir ein antivirales Medikament gegen das Coronavirus entwickelt. Dessen Wirksamkeit liegt laut Unternehmensangaben aber bei lediglich 30 Prozent. In Großbritannien und Dänemark wurde es bereits zugelassen. In den USA wird eine Notfallzulassung geprüft.

Paxlovid und Molnupiravir haben den Vorteil, dass Patienten die Pillen einfach bei sich zu Hause einnehmen können. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös und damit in Kliniken verabreicht werden.

Die FDA betonte am Mittwoch aber, Paxlovid sei kein Ersatz für Impfungen. Pfizer stellt gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech den Corona-Impfstoff Comirnaty her. Es ist das in den USA – und auch in Deutschland – mit Abstand meistgenutzte Coronavakzin.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden und die Gesundheitsbehörden des Landes versuchen, mehr Menschen von einer Corona-Impfung zu überzeugen – auch angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante. In den USA sind bislang lediglich 61,6 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Auch Maßnahmen der Regierung zur Ausweitung von Coronatests kommen nur schwer in Gang. In vielen Städten der USA gibt es lange Schlangen an Teststationen. Wegen der großen Nachfrage für Tests für Zuhause vor den Feiertagen haben große Händler wie Amazon, Walgreens und CVS in den USA begonnen, die Abgabemengen an Kunden zu begrenzen.

Am Dienstag hatte Biden den Kauf von 500 Millionen Schnelltests durch die Bundesregierung angekündigt. Die zusätzlichen Tests werden jedoch voraussichtlich erst im Januar zur Verfügung stehen. (afp)

Bundesdatenschutzbeauftragter bremst beim Impfregister

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Ulrich Kelber, hat vor einer vorschnellen Einrichtung eines nationalen Corona-Impfregisters zur zentralen Erfassung von Impfdaten gewarnt. „Die Politik sollte dringend zuerst ganz konkret die Ziele benennen, die sie erreichen will, damit man beurteilen kann, ob dafür ein zentrales Impfregister notwendig ist oder nicht“, sagte Kelber dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Das sollte der erste Schritt sein.“

Ein nationales Impfregister könnte nach Ansicht vieler Experten die Impfkampagne erleichtern, da damit gesichertere Daten zur Impfsituation in Deutschland vorlägen als bislang und Ungeimpfte gezielt angesprochen werden können. Das Register könnte somit auch die Durchsetzung einer allgemeinen Impfpflicht erleichtern.

Zuletzt hatte der Deutsche Ethikrat eine Ausweitung der gesetzlichen Corona-Impfpflicht auf größere Teile der Bevölkerung empfohlen. Die Ausweitung sei zu rechtfertigen, wenn sie „gravierende negative Folgen“ künftiger Pandemiewellen abschwächen oder verhindern könne, hieß es in einer am Mittwoch vorgelegten Stellungnahme auf Anfrage von Bund und Ländern. Bislang gibt es eine Corona-Impfpflicht nur für bestimmte Berufsgruppen etwa in der Pflege und im Gesundheitsbereich – Anfang 2022 soll der Bundestag aber über eine generelle Impfpflicht entscheiden.

Kritik äußerte Datenschützer Kelber an der Ausgestaltung der 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, wonach Beschäftigte vor Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen müssen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. „Die Regelung ist an einigen Stellen noch interpretationsbedürftig, was die genaue Ausführung betrifft“, sagte Kelber.

„Kritisch sehe ich, dass die Nachweise personen- und statusspezifisch dokumentiert und die Daten bis zu sechs Monate aufgehoben werden können.“ Das sei in den meisten Fällen unnötig. Für die Zutrittskontrolle genüge der entsprechende Nachweis. „Die personengenaue Speicherung sensibler Gesundheitsdaten ist dafür nicht erforderlich.“

Zugleich trat Kelber dem Vorwurf entgegen, der Datenschutz schränke den Gesundheitsschutz ein. Wer das behaupte, habe sich offensichtlich mit dem Thema nicht beschäftigt. „Keine einzige Maßnahme zur Pandemiebekämpfung ist am Datenschutz gescheitert“, betonte Kelber. Zudem sei auch der Datenschutz in der Pandemie eingeschränkt worden. Etwa bei der Übertragung von Passagierdaten, der Kontaktdatenerhebung in Restaurants oder der Registrierung, wenn man in ein Krankenhaus gehe. (afp)

Vorsitzende der evangelischen Kirche für Impfpflicht

Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hat sich für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. „Wir wissen, dass eine Eindämmung dieses Infektionsgeschehens, das sich so rasant zuspitzt, nur über das Impfen letztlich möglich ist“, sagt Kurschus im Deutschlandfunk. Es sei mittlerweile gesichert, dass keine erkennbaren gesundheitlichen Schäden von einer Impfung ausgingen. „So halte ich es wirklich für eine Verpflichtung eines jeden Menschen, dazu beizutragen, dass wir diese große Gefahr jetzt miteinander abwenden können.“ Es gehe darum, Schaden von den Mitmenschen abzuwenden und die Freiheit des Einzelnen wiederherzustellen, die durch Restriktionen und Kontrollen eingeschränkt werde.

Nach dem mehrheitlichen Votum des Deutschen Ethikrats für die Ausweitung der gesetzlichen Impfpflicht dringt die Unionsfraktion auf einen Gesetzesentwurf der Ampelkoalition. „Die dramatische Entwicklung der Pandemie erlaubt keinen Zickzackkurs. Es wird Zeit, konkrete Gesetzesvorschläge auf den Tisch zu legen“, sagt der erste parlamentarische Geschäftsführer von CDU/CSU, Thorsten Frei, der Zeitung „Rheinische Post“. Darüber hinaus sei es hilfreich, „wenn es aus der Ampel-Koalition endlich ein einheitliches Signal geben würde“. Am Mittwoch hatte der Ethikrat seine Stellungnahme veröffentlicht, 20 von 24 Mitgliedern befürworten eine Ausweitung der gesetzlichen Impfpflicht „auf wesentliche Teile der Bevölkerung“.

Bis Apotheker und Apothekerinnen in großem Stil gegen das Coronavirus impfen dürfen, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Apotheken, die schon an Modelprojekten für die Grippeschutzimpfungen beteiligt waren, können „vielleicht Anfang Januar“ loslegen, sagte Gabriele Regina Overwiening, 59, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), der Süddeutschen Zeitung: „Bei allen anderen Apotheken wird es wohl noch länger dauern – bis Mitte, Ende Januar. In größerem Stil wohl erst von Februar an.“ Die Apotheker müssen Overwiening zufolge die Geimpften dem Robert Koch-Institut melden. Die Software dazu werde derzeit programmiert. (rtr)

China rechnet mit Neuinfektionen bei Olympia

China rechnet mit einer „gewissen Anzahl“ an Neuinfektionen während der Olympischen Spiele in Peking. Grund sei der hohe Zahl der Einreisenden aus verschiedenen Ländern und Regionen zu den Spielen, sagt Han Zirong, Vizepräsident und Generalsekretär des Pekinger Organisationskomitees. Die Spiele sollen vom 4. bis 20. Februar in einem „geschlossenen System“ stattfinden, um die Ausbreitung des Virus in China zu verhindern. (rtr)

Stark-Watzinger will Vorbereitung auf Schulschließungen

Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger ruft dazu auf, sich zum Schutz vor einer möglichen Infektionswelle durch die Omikron-Variante auf neue Schulschließungen vorzubereiten. In dieser Situation müsse man „Vorkehrungen auch für den Bildungsbereich treffen, falls Omikron schlimm wird“, sagt die FDP-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Vorbereiten müssen wir uns auf die Gestaltung von Wechselunterricht, wenn er wieder erforderlich wird. Wir müssen die digitale Ausstattung der Schulen rasch verbessern und dafür sorgen, dass die Gelder des Digitalpakts schneller abfließen. Und wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass Schulschließungen notwendig werden könnten – nicht flächendeckend, aber regional.“ (rtr)

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