Nachrichten im Irankrieg: Iran weist Trump-Angebot zurück
Die US-Regierung soll einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Irankriegs unterbreitet haben. Aus Teheran kommt ein scharfes Dementi.
Irans Militärführung weist Verhandlungen zurück
Irans Militärführung hat Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen und ist die US-Regierung scharf angegangen. „Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt“, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt. Medienberichten zufolge hatte die US-Regierung der Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet.
Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal Axios und die New York Times. Der Plan verlangt der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab. „Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen“, sagte der Militärsprecher. Die USA müssten akzeptieren, dass Irans Streitkräfte die Stabilität in der Region garantierten. Das „Vorgehen gegen das iranische Volk“ müsse aus den „verdorbenen Köpfen“ der Amerikaner verschwinden, sagte er. Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. „Weder jetzt noch irgendwann sonst.“ (dpa)
Trump: USA verhandeln mit den „richtigen Leuten“ im Iran
Die USA verhandeln US-Präsident Donald Trump zufolge mit dem Iran über ein Ende der Feindseligkeiten. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Es gebe nun eine neue Führung in der Islamischen Republik, sagte er weiter, ohne konkreter zu werden. Die Iraner wollten unbedingt eine Einigung erzielen. Das iranische Außenministerium und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf haben frühere Aussagen in dieser Form allerdings dementiert. Details zu den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche an Gesprächen teilnehmen werden. Pakistan hatte sich bereit erklärt, als Gastgeber für mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran aufzutreten.
Trump sprach auch von einem bedeutenden Zugeständnis des Irans im Energiebereich, nannte aber keine Details. Er deutete an, dass das „Geschenk“ mit der Straße von Hormus zusammenhänge. „Sie haben uns ein Geschenk gemacht, und das Geschenk ist heute angekommen. Es war ein sehr großes Geschenk, das enorm viel Geld wert ist“, sagte Trump. Es beziehe sich auf Öl und Gas. Trump bekräftigte seine Einschätzung, dass die USA den Krieg bereits gewonnen hätten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sei jedoch enttäuscht darüber, wie schnell der Feldzug verlaufen sei. „Pete wollte nicht, dass es schon vorbei ist“, erklärte der Präsident. (rtr)
Insider: USA haben Iran 15-Punkte-Plan für Frieden übermittelt
Die USA haben einem Insider zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Die Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag reihen sich in entsprechende Medienberichte der New York Times und des israelischen Senders Channel 12 ein, die sich ebenfalls auf Insider beriefen. Demnach ist der Vorschlag von Pakistan an den Iran weitergegeben worden. Laut Channel 12 wird etwa verlangt, die Atomanlagen Natans, Isfahan und Fordow außer Betrieb zu setzen. Zudem müsse in der Straße von Hormus ein freier Schiffsverkehr gewährleistet werden. Auf iranischem Boden dürfe kein Uran angereichert werden. Die USA schlagen demnach eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Stellungnahmen der beiden Staaten lagen zunächst nicht vor. (rtr)
Bundesregierung: Völkerrechtliche Prüfung nicht abgeschlossen
Die Bundesregierung betont, dass sie noch keine abschließende Meinung darüber hat, ob der Angriff der USA und Israels auf den Iran völkerrechtswidrig ist. Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag gesagt hatte, dass der Krieg für ihn völkerrechtswidrig und „ein politisch verhängnisvoller Fehler“ sei, sagt ein Regierungssprecher auf Anfrage, dass man Äußerungen anderer Verfassungsorgane nicht kommentiere. „Grundsätzlich gilt: Die völkerrechtliche Prüfung obliegt der Bundesregierung und ist noch nicht abgeschlossen“, fügt er hinzu. Die Prüfung finde vor dem Hintergrund „vielfältiger Verstöße Irans gegen völkerrechtliche Bestimmungen und internationale Abkommen und einer latenten Bedrohung der Existenz des Staates Israel“ statt. (rtr)
Staatsmedien melden neun Tote bei israelischen Angriffen in Südlibanon
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Tote habe es bei einem Angriff auf das Dorf Adlun gegeben, zwei weitere bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Zudem seien bei einem israelischen Angriff auf das Dorf Habbusch im Südlibanon mindestens drei weitere Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte ihrerseits mit, Bodentruppen im Südlibanon hätten „ein Waffenlager zerstört“. Zudem habe die Luftwaffe „mehrere Terroristen“ getötet, die aus dem angegriffenen Gebiet geflohen seien.
In der Erklärung hieß es überdies, dass „Soldaten Kommandozentralen der Hisbollah zerstört haben, in denen sich zahlreiche Waffen befanden“. Zum genauen Ort wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer hätten Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon und in Nordisrael verübt. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram. (afp)
Insider: USA verlegen Tausende Fallschirmjäger in den Nahen Osten
Das US-Verteidigungsministerium wird Insidern zufolge Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten verlegen. Es sei keine Entscheidung gefallen, die Fallschirmjäger im Iran einzusetzen, sagte eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sollten zunächst die Kapazitäten für mögliche künftige Einsätze erhöhen. Beide Insider machten keine Angaben dazu, wo in der Region die Soldaten stationiert werden sollen und wann sie dort ankommen werden. Die US-Armee verwies Anfragen an das Präsidialamt in Washington, das zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war.
Die Verlegung folgt auf die Entsendung Tausender Marineinfanteristen und Seeleute an Bord des Kriegsschiffs USS „Boxer“ und weiterer Schiffe in der vergangenen Woche. Damit bauen die USA ihre militärische Präsenz in der Region aus, während die Regierung in Washington zugleich Gespräche mit dem Iran anstrebt. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf der Online-Plattform Truth Social die Frist für eine Bombardierung iranischer Kraftwerke verlängert. Er begründete dies mit „produktiven“ Austausch mit der Regierung in Teheran. Der Iran wies jedoch zurück, dass es derartige Verhandlungen gegeben habe. (rtr)
Bahrains Vorstoß einer UN-Resolution stößt auf Widerstand
Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Offenhaltung der Straße von Hormus stößt auf Widerstand. Bahrain brachte den Vorschlag ein. Der Entwurf lag der AP am Dienstag (Ortszeit) vor. Er ruft die Staaten dazu auf, „alle notwendigen Mittel“ einzusetzen, um die Meerenge offenzuhalten. Der Resolutionsentwurf würde Staaten oder maritimen Bündnissen militärische Maßnahmen erlauben, um die Durchfahrt zu sichern. Zudem fordert er den Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe unverzüglich einzustellen und die Freiheit der Schifffahrt in und um die wichtige Wasserstraße nicht weiter zu beeinträchtigen.
Vorschlag stößt auf Widerstand, da er die Möglichkeit eines von den Vereinten Nationen unterstützten Militäreinsatzes gegen den Iran eröffnet, wie drei Diplomaten berichten. Einer von ihnen sagte der AP, der Entwurf sei am Dienstag überarbeitet worden, nachdem mehrere Länder Bedenken geäußert hatten, ihn unter das siebte Kapitel der UN-Charta zu stellen, das dem Sicherheitsrat Maßnahmen von Sanktionen bis hin zum Einsatz von Gewalt erlaubt. Bahrain gehört zu mehreren Ländern in der Region, die seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar Ziel iranischer Drohnen oder Raketen geworden sind. Unklar ist, ob die USA den Vorschlag unterstützen. China und Russland – beide mit Vetorecht in dem 15-köpfigen Rat – gehören laut einem der Diplomaten zu den Ländern, die den aktuellen Text ablehnen. (ap)
Demokraten im US-Senat erzwingen erneut Abstimmung zum Iran-Krieg
Die Demokraten im US-Senat haben erneut eine Abstimmung zum Krieg im Nahen Osten erzwungen. Die Positionen blieben jedoch unverändert. Wie schon bei zwei ähnlichen Vorstößen zuvor kam eine angestrebte Resolution zu den Kriegsbefugnissen nicht voran. Sie scheiterte am Dienstag (Ortszeit) mit 47 zu 53 Stimmen. Die Resolution hätte Präsident Donald Trump verpflichtet, vor weiteren Angriffen auf den Iran die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Erneut war Senator Rand Paul aus Kentucky der einzige Republikaner, der dafür stimmte, während Senator John Fetterman aus Pennsylvania der einzige Demokrat war, der dagegen votierte.
Eine Gruppe von Demokraten erzwingt wöchentliche Abstimmungen über den Krieg, um den Senat unter Druck zu setzen, öffentliche Anhörungen abzuhalten. „Dieser Krieg ergibt absolut keinen Sinn“, sagte Senator Chris Murphy aus Connecticut, der die Abstimmung am Dienstagabend initiiert hatte. Bislang haben die republikanischen Senatoren den Krieg unterstützt und sich überwiegend zufrieden mit vertraulichen Unterrichtungen durch die Trump-Regierung gezeigt. (ap)
Irak gewährt schiitischen Milizen Handlungsspielräume bei Angriffen
Die irakische Regierung hat schiitischen Milizen und anderen Mitgliedern der Sicherheitskräfte im Falle von Angriffen das Recht auf Selbstverteidigung zugesprochen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Iraq News Agency am Mittwoch. Die staatlich anerkannten, überwiegend schiitischen Milizen, bekannt als Volksmobilisierungskräfte (PMF), haben sich zu einer mächtigen politischen Gruppierung innerhalb des Irak entwickelt. Sie geben an, bei Angriffen der USA ins Visier genommen worden zu sein, nachdem sie selbst Einrichtungen angegriffen hatten, die mit den Vereinigten Staaten im Irak in Verbindung stehen. Mit der Entscheidung soll offenbar die fragile Koalitionsregierung gestärkt werden, die derzeit im Irak an der Macht ist und versucht, konkurrierende Kräfte im Land auszubalancieren. Die Volksmobilisierungskräfte wurden zur Bekämpfung der Terrorgruppe Islamischer Staat gegründet und unterstehen formal dem irakischen Militär, operieren in der Praxis aber weitgehend autonom. (ap)
Cafés und Geschäfte in Ägypten schließen früher
Der Iran-Krieg hat in Ägypten Folgen für die Betreiber von Cafés, Restaurants und Geschäften. Ab kommenden Samstag müssen diese wie auch Einkaufszentren im ganzen Land um 21.00 Uhr schließen und damit teils mehrere Stunden früher als gewöhnlich. In zentralen Gegenden von Kairo und in beliebten Urlauberorten schließen viele Geschäfte, Bars und Restaurants erst gegen 1.00 oder 2.00 Uhr nachts. Auch die Beleuchtung an Straßen und Werbetafeln soll nun reduziert werden. Grund sind die steigenden Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs. Diesen möchte die Regierung in Kairo mit einem verringerten Stromverbrauch entgegenwirken. Ägypten erzeugt mehr als 80 Prozent seines Stroms mit Erdgas, das vielfach importiert wird. Der wichtigste Gaslieferant Israel hatte die Exporte nach Ägypten beim Kriegsbeginn vor mehr als drei Wochen bereits gestoppt. (ap)
Israels UN-Botschafter: Keine Beteiligung an Iran-Gesprächen
Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Danny Danon sagte, soweit er wisse, sei Israel nicht Teil der angeblich für später in dieser Woche in Pakistan geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. „Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin militärische Ziele im Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun“, sagte er am Dienstag (Ortszeit) vor UN-Reportern. Er erklärte, die Angriffe hätten „viel erreicht“, aber noch nicht alles. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen am Ende des Konflikts betonte er, Israel sei entschlossen sicherzustellen, dass der Iran weder über nukleare Fähigkeiten noch über ballistische Raketen verfügt.
Danon warf dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi zudem vor, noch vor wenigen Wochen gesagt zu haben, der Iran verfüge nicht über Raketen mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern – und dann eine Rakete gestartet zu haben, die fast 4.000 Kilometer weit in Richtung Diego Garcia geflogen sei, einer abgelegenen Insel im Indischen Ozean, auf der sich ein wichtiger britisch-amerikanischer Militärstützpunkt befindet. (ap)
Macron drängt Iran zu Verhandlungen und zur Deeskalation
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gesprochen und ihn zu einer Verhandlungslösung im Krieg mit den USA und Israel aufgefordert. Er habe den Iran aufgefordert, „sich in gutem Glauben an Verhandlungen zu beteiligen, um einen Weg zur Deeskalation zu ebnen“, teilte Macron auf der Plattform X mit. Verhandlungen sollten einen Rahmen schaffen, „der es ermöglicht, den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms sowie seiner Aktivitäten zur Destabilisierung der Region gerecht zu werden“.
„Ich habe erneut darauf hingewiesen, dass es unbedingt notwendig ist, die inakzeptablen Angriffe auf die Länder der Region zu beenden, die Energie- und zivile Infrastruktur zu schützen und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen“, sagte Macron. Außerdem forderte er den Iran auf, so schnell wie möglich die Rückkehr zweier über längere Zeit vom Iran inhaftierter Franzosen zu ermöglichen, die seit Monaten in der französischen Botschaft in Teheran festsitzen. Es ist bereits das dritte Mal, dass Macron seit Ausbruch des Iran-Kriegs den Kontakt zu Peseschkian sucht, um auf Deeskalation und einen diplomatischen Ausweg zu drängen. (ap)
Treibstofflager am Flughafen Kuwait nach Drohnenangriff in Brand
Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr seien sofort aktiviert worden, hieß es unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von Kuwait-Stadt im Einsatz. Die Behörden machten keine Angaben zum mutmaßlichen Angreifer. Allerdings attackiert das iranische Militär seit Beginn des Iran-Kriegs mit Raketen und Drohnen immer wieder Ziele in den Staaten des Persischen Golfs, die es als US-Verbündete betrachtet. Dabei gerieten auch mehrfach Flughäfen ins Visier, etwa das wichtige Drehkreuz in Dubai. Die USA und Israel führen seit rund dreieinhalb Wochen Krieg gegen den Iran. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing in der Nacht mehrere Drohnen ab, zudem auch eine ballistische Rakete, wie das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mitteilte. (dpa)
Libanon: Staatsmedien melden sechs Tote bei israelischen Angriffen in Sidon
Bei israelischen Angriffen in dem Gebiet Sidon im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adloun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram. (afp)
Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Teheran
Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) erklärte, Rettungskräfte hätten einen Mann behandelt, der auf dem Weg zu einem Schutzraum verletzt worden sei. Am späten Dienstagabend hatte MDA neun Verletzte bei einem iranischen Raketenangriff in dem Gebiet Bnei Brak im Zentrum Israels gemeldet. Unter den Verletzten seien sechs Kinder. Weitere drei Menschen seien im naheliegenden Givat Schmuel verletzt worden.
Die israelische Armee kündigte außerdem an, sie werde weiterhin Irans Fähigkeit, Raketen zu produzieren und abzufeuern, ins Visier nehmen. „Wir treffen jedes Glied in der Raketenkette, von den Fertigungsanlagen über die Abschussvorrichtungen bis hin zu den Raketen selbst“, sagte der israelische Armeesprecher Effie Defrin in einer Fernsehansprache. Die Zahl der iranischen Abschüsse ist Defrin zufolge auf durchschnittlich etwa zehn Raketen pro Tag zurückgegangen. Der Iran versuche, seine Anstrengungen alle paar Tage zu bündeln und im größeren Umfang zu feuern, vor allem auf Bevölkerungszentren. „Wir sind darauf vorbereitet und setzen die Jagd auf die Soldaten und Kommandeure des Raketenapparats fort, um sie auszuschalten“, sagte er. (afp)
UNO: Iran öffnet Straße von Hormus für „nicht-feindliche Schiffe“
Der Iran hat nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) die bislang gesperrte Straße von Hormus für „nicht-feindliche“ Schiffe geöffnet. Schiffe, die „weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen noch diese unterstützen“ und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“ fortan wieder die wichtige Meerenge passieren, hieß es in einer am Dienstag von der IMO veröffentlichten Erklärung Teherans. Nach Angaben der UN-Organisation sei die Erklärung am Sonntag vom iranischen Außenministerium veröffentlicht worden. Die IMO sei damit beauftragt worden, diese zu verbreiten. Der Iran ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Organisation vertreten. (afp)
US-Militär: 290 Soldaten im Iran-Krieg verwundet
Im Iran-Krieg sind bislang 290 US-Soldaten verletzt worden. Das teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom), Tim Hawkins, mit. Von den Verwundeten seien 255 wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit außer Gefecht. Zehn Soldaten seien schwer verletzt worden. Seit der letzten Aktualisierung am 16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. Dreizehn US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges im Kampfeinsatz gefallen. (ap)
Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen wieder unter 100 Dollar
Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai lag nach den Trump-Äußerungen leicht darunter und gab damit innerhalb weniger Minuten um knapp vier Prozent nach. (dpa)
Guterres kritisiert Ausweitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland
UN-Generalsekretär António Guterres hat die Ausweitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland angeprangert. Der rasche Ausbau der Siedlungen und die Zunahme von Außenposten in dem Palästinensergebiet schürten Spannungen, hinderten Palästinenser am Zugang zu ihrem Land und bedrohten die Lebensfähigkeit der Idee eines unabhängigen Palästinenserstaats, sagte er am Dienstag. Das geschehe parallel zu einer Zunahme von Übergriffen radikaler Siedler.
Der stellvertretende UN-Botschafter für den Nahen Osten, Ramiz Alakbarov, trug die zentralen Aussagen eines Berichts von Guterres dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor. Die israelischen Planungsbehörden hätten zwischen Dezember und dem 13. März mehr als 6.000 Wohneinheiten im Westjordanland genehmigt, erklärte er. Zugleich hätten auch Abrisse und Beschlagnahmungen von Häusern und anderen Gebäuden in palästinensischem Besitz zugenommen. (ap)
Iran meldet US-israelischen Angriff auf Atomkraftwerk Buschehr – kein Schaden
Bei US-israelischen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben der iranischen Atomenergiebehörde erneut das Gelände des Atomkraftwerks in Buschehr getroffen worden. Bei einem Angriff des „amerikanisch-zionistischen Feindes“ sei ein Geschoss „innerhalb des Geländes des Atomkraftwerks Buschehr“ eingeschlagen, erklärte die Behörde am Dienstag. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden und kein Schaden entstanden, „die Bereiche des Kraftwerks sind unversehrt“. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X alle Beteiligten zur „größtmöglichen Zurückhaltung auf, um Risiken für die nukleare Sicherheit während des Konflikts zu vermeiden“. (afp)
Libanesische Militärkreise: Iranische Rakete über Libanon explodiert
Über dem Libanon ist nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen eine mit Streumunition bestückte ballistische Rakete aus dem Iran explodiert. Ein hochrangiger Militärvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, die Rakete sei über der Region Kesserwan nördlich der Hauptstadt Beirut explodiert. Dabei sei Sachschaden entstanden. Die Rakete sei mit unbekanntem Ziel in westlicher Richtung unterwegs gewesen.
Zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet, im Luftraum des Landes seien mehrere Raketen abgefangen worden. Wie das passiert sein soll, war zunächst unklar – das libanesische Militär besitzt kaum funktionsfähige Luftabwehrsysteme. Laut NNA waren über Kesserwan Explosionen zu hören, die von Abfangraketen verursacht wurden. Raketen seien daraufhin über der Stadt Faitrun und im Bergdorf Baskinta zu Boden gestürzt. Journalisten der Nachrichtenagentur AP sahen im Küstengebiet Sahel Alma leichte Schäden an Gebäuden und einer Mauer. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. (ap)
Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Iran-Krieg gelobt. Araghtschi erklärte auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt hat“. Wer Rechtsstaatlichkeit schätze, sollte ebenfalls seine Stimme erheben. Zuvor hatte Steinmeier den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg als einen „politisch verhängnisvoller Fehler“ bezeichnet und ihn als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die Begründung eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht.
Aus Sicht von Araghtschi ist das Völkerrecht in der Praxis tot. Er machte dafür eine „Doppelmoral des Westens“ im Gaza-Krieg sowie dessen Schweigen zum amerikanische-israelischen Angriff auf den Iran verantwortlich. Der heutige Außenminister war 2015 als Vizeaußenminister Teil des iranischen Atomverhandlungsteams in Wien. Damals traf er mehrfach Steinmeier, der zu dieser Zeit deutscher Außenminister war. (dpa)
Erstes chinesisches Frachtschiff nutzt iranischen Korridor
Ein chinesisches Frachtschiff hat einen vom Iran eingerichteten, angeblich sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Wie am Dienstag ausgewertete Transponderdaten zeigten, schloss das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff „Newvoyager“, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui gehört, die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am Montag ab. Laut dem chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ist es das erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen Korridor genutzt hat. Teheran hat erklärt, dass Schiffen nicht-feindlicher Staaten in der Straße von Hormus eine „sichere Durchfahrt“ möglich sei. Frachtschiffe mit Verbindungen zu Indien und Pakistan haben den wichtigen Handelsweg bereits passiert, der seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar weitestgehend gemieden wird. (ap)
Papst Leo beklagt zunehmende Feindseligkeiten
Papst Leo äußert sich besorgt über die zunehmende Feindseligkeit im Iran-Krieg und fordert erneut eine Waffenruhe. „Der Hass nimmt zu, und die Gewalt wird immer schlimmer“, sagt der erste US-Papst der Geschichte. Angesichts von mehr als einer Million Vertriebenen und vielen Toten ruft er alle Verantwortlichen auf, die Probleme durch Dialog statt mit Waffen zu lösen. Hintergrund der Äußerungen sind Berichte, wonach die USA die Entsendung Tausender Soldaten in den Nahen Osten planen. (rtr)
Iranische Raketen treffen Wohnhaus in Israel
Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sollen in Israel mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Die vor Ort in Bnei Brak östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten am Dienstag mit, ein Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau, hätten leichte Verletzungen erlitten. Aufnahmen, die von den Rettungsdiensten veröffentlicht wurden, zeigten schwerste Schäden an dem Gebäude.
Weitere Einschläge wurden an mindestens sieben weiteren Orten im Zentrum des Landes gemeldet. Nach israelischen Angaben handelte es sich um die bereits zwölfte Raketenangriffswelle auf Israel am Dienstag. Auch im Norden Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Beschuss durch die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon zu warnen. (ap)
Israel: Wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran getroffen
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär am Abend mit. Irans Führung sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wieder herzustellen. Die israelische Luftwaffe habe im Laufe des Tages Dutzende Ziele im Iran ins Visier genommen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
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