piwik no script img

Nachrichten im Iran-KriegChef der US-Terrorabwehr tritt wegen Iran-Krieg zurück

Iran sei keine unmittelbare Bedrohung für die USA, kritisiert der Leiter des US-Terrorabwehrzentrums, Joseph Kent. Trump verärgert über ausbleibende Nato-Hilfe.

Aus Protest gegen die anhaltenden US-Angriffe auf den Iran ist der Chef der US-Terrorismusbekämpfung, Joseph Kent, zurückgetreten Foto: Jenny Kane/AP/dpa

UN: In einem Jahr über 36.000 Palästinenser im Westjordanland vertrieben

Über 36.000 Palästinenser ‌sind im besetzten Westjordanland nach UN-Angaben innerhalb eines Jahres aus ihren Häusern und ‌Wohnungen vertrieben worden. Ursache seien die Ausweitung jüdischer Siedlungen und die damit verbundene Gewalt, teilt das UN-Menschenrechtsbüro mit. Die Gewalt durch Siedler erfolge oft koordiniert und werde von israelischen Behörden teils ermöglicht. Das Ausmaß der Vertreibung lege eine gezielte Politik nahe, die einer „ethnischen Säuberung“ gleichkommen könne, heißt es weiter. (rtr)

Drei libanesische Soldaten bei israelischem Luftangriff getötet

Bei einem ‌israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach Angaben der libanesischen Armee in ‌der Stadt Nabatijeh drei Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien mit einem Auto und einem Motorrad unterwegs gewesen, teilt das Militär auf X mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Die israelische Armee erklärt, der Vorfall werde geprüft. Man gehe gegen die Hisbollah vor und nicht gegen die libanesischen Streitkräfte. (rtr)

Hisbollah-Miliz: Wir haben keine Mitglieder in Kuwait

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat bestritten, Mitglieder im Golfstaat Kuwait zu haben. Entsprechende Anschuldigungen der kuwaitischen Behörden seien „gegenstandslos“, erklärte die vom Iran unterstützte Gruppe am Dienstag. „Es gibt keine Hisbollah-Zellen, -Mitglieder oder -Netzwerke in Kuwait.“ Am Montag hatte das kuwaitische Innenministerium die Festnahme von 14 einheimischen und zwei libanesischen Staatsbürgern bekanntgegeben, die den Angaben zufolge der Hisbollah angehören. Die „Terrorgruppe“ habe versucht, Kuwait zu destabilisieren und Mitglieder zu rekrutieren. Demnach wurden bei den Festgenommenen Waffen und Drohnen gefunden. (afp)

Libanon: Zahl der Toten durch israelische Angriffe auf über 900 gestiegen

Die ‌Zahl der Toten seit Beginn der israelischen Offensive im Libanon am ‌2. März ist auf über 900 gestiegen. Das teilt das Gesundheitsministerium in Beirut mit. (rtr)

Iranische Behörden rufen zu landesweiten Kundgebungen für die Regierung auf

Die Behörden im Iran haben die Menschen inmitten des Krieges aufgerufen, am Dienstag landesweit zu Kundgebungen für die Regierung auf die Straßen zu gehen. Die in iranischen Medien verbreitete Botschaft forderte die Menschen auf, sich ab 17.00 Uhr (Ortszeit, 14.30 Uhr MEZ) religiösen Gruppen „auf den Plätzen aller Städte des Landes“ anzuschließen. Der Aufruf erfolgte kurz vor dem persischen Neujahrsfest. In dem Aufruf hieß es, es sei eine Kundgebung zur „Neutralisierung potenzieller Komplotte des zionistischen Feindes“ geplant, womit Israel gemeint ist. Israel hatte zuvor erklärt, den mächtigen iranischen Sicherheitschef Ali Laridschani bei einem Angriff getötet zu haben. Aus Teheran gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Der Aufruf erfolgte zudem kurz vor dem als Tschaharschandbe Suri bezeichneten Feuerfest, das vor dem am Freitag stattfindenden Neujahrsfest begangen wird. (afp)

Der iranische Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, während einer Pressekonferenz in der libanesischen Hauptstadt Foto: Bilal Hussein/AP/dpa

Kanada lehnt Beteiligung an Militäroffensive gegen Iran ab

Kanada wird sich nach Angaben von Außenministerin Anita Anand an keiner Militäroffensive gegen Teheran beteiligen. Ihr Land sei vorab nicht über die Angriffe der USA und Israels gegen den Iran informiert worden, die den Krieg im Nahen Osten ausgelöst haben, sagte Anand am Dienstag der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview vor einem Gespräch mit ihrem türkischen Kollegen Hakan Fidan in Ankara. Für Kanada hätten eine Deeskalation des Konflikts und der Schutz von Zivilisten Priorität. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte zunächst die Angriffe gegen den Iran gutgeheißen, äußerte aber später sein Bedauern. Die Angriffe stünden für den Zerfall der Weltordnung, sagte er. (ap)

Israels Armeesprecher: Greifen Hisbollah mit Entschlossenheit an

Der israelische Militärsprecher Effie Defrin hat angesichts erwarteter Raketenangriffe durch die proiranische Hisbollah-Miliz die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. „Der Feind versucht, Angst und Panik zu verbreiten. Es ist wichtig, dass Sie Ruhe bewahren“, sagte er in einer Videobotschaft. Das israelische Militär beobachte die Hisbollah und alle ihre Kommandeure „von Beirut bis zum Südlibanon“, betonte Defrin. „Wir greifen die Hisbollah in diesem Moment mit voller Entschlossenheit an.“ Kurz zuvor hatte das israelische Militär berichtet, dass seinen Erkenntnissen zufolge die Hisbollah umfangreiche Vorbereitungen für Raketenangriffe gegen Israel in den kommenden Stunden getroffen habe. Nach Militärangaben wurden daraufhin Hisbollah-Ziele an drei Standorten im Libanon angegriffen. (dpa)

Trump über Absage von Nato-Partnern verärgert

US-Präsident ‌Donald Trump kritisiert die Nato-Verbündeten für ihre Weigerung, sich am ‌Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit. Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet habe. Er betont, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteifdigung der Nato-Verbündeten ausgegeben. Die USA benötigten ihre Hilfe jedoch nicht, da sie die iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet hätten. Dies gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea. (rtr)

Netanjahu: Israel will Iranern beim Sturz ihrer Regierung helfen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die von Israel gemeldete Tötung zweier ranghoher iranischer Vertreter als Versuch dargestellt, der iranischen Bevölkerung beim Sturz ihrer Regierung zu helfen. Die Angriffe hätten das Ziel gehabt, die iranische Regierung zu schwächen, teilte Netanjahu am Dienstag in einer Stellungnahme mit. „Wir untergraben dieses Regime, um den Iranern die Gelegenheit zu geben, es zu entfernen. Das wird nicht schnell oder einfach passieren, doch wenn wir hartnäckig bleiben, werden sie die Chance haben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen“, teilte er mit. (ap)

Macron: Frankreich beteiligt sich nicht an Öffnung der Straße von Hormus

‌Frankreich wird sich Präsident Emmanuel Macron zufolge in der aktuellen Lage ‌keinesfalls an militärischen Einsätzen zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligen. „Wir sind keine Konfliktpartei“, sagt Macron zu Beginn einer Kabinettssitzung. Paris arbeite jedoch weiter an der Vorbereitung einer Koalition, die nach dem Ende der Feindseligkeiten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten soll. (rtr)

Estland lehnt Einsatz in Straße von Hormus nicht ab

Anders als andere Nato-Staaten schließt Estland eine militärische Beteiligung zum Schutz von Schiffen in der umkämpften Straße von Hormus nicht kategorisch aus. Estland sei bereit, über einen möglichen Beitrag zur US-Mission zu sprechen, sollte Washington offiziell darum bitten, sagte Außenminister Margus Tsahkna einem Rundfunkbericht zufolge. Was das baltische EU- und Nato-Land leisten könnte, blieb zunächst allerdings unklar. (dpa)

Protest gegen Krieg: Leiter von US-Anti-Terror-Behörde tritt zurück

Der Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung der USA, Joe Kent, ist aus Protest gegen den Iran-Krieg zurückgetreten. Er könne nicht guten Gewissens die Kriegsführung der Regierung von Präsident Donald Trump im Nahen Osten unterstützen, schrieb Kent am Dienstag Kent in einem auf der Plattform X veröffentlichten Brief an Präsident Donald Trump. „Der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar, und es ist offensichtlich, dass wir diesen Krieg aufgrund des Drucks seitens Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben.“ Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht.

Kent war früher beim Militär und arbeitete für den Geheimdienst CIA, bevor er zweimal erfolglos für den Kongress im Bundesstaat Washington kandidierte. Er hat enge Verbindungen in rechtsextreme Kreise. Unter anderem arbeitete er mit Mitgliedern der Gruppen Proud Boys und Patriot Prayer zusammen. Seine Benennung zum Leiter der Behörde, die terroristische Bedrohungen entdecken und analysieren soll, stieß bei den oppositionellen Demokraten deshalb auf großen Widerstand. Während einer Anhörung im Senat, in der es um seine Bestätigung als Leiter der Anti-Terror-Behörde ging, weigerte er sich auch, sich von Verschwörungstheorien zu distanzieren, wonach Bundesagenten den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol angezettelt haben sollen. (ap)

Netanjahu: Iraner können nach Tötung Laridschanis „ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen“

Nach der von Israels Regierung bekannt gegebenen Tötung des mächtigen iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani sieht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Iraner die Chance gegeben, „ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen“. In einem von seinem Büro verbreiteten Video erklärte Netanjahu am Dienstag, Laridschani sei der Chef der Revolutionsgarden gewesen, „jener Verbrecherbande, die den Iran in Wirklichkeit regiert“. „Wir erschüttern dieses Regime in der Hoffnung, dem iranischen Volk die Chance zu geben, es loszuwerden“, fügte Netanjahu hinzu. (afp)

Insider: Macquarie zieht sich wegen Iran-Kriegs aus Kuwait-Deal zurück

Der ‌australische Infrastrukturinvestor Macquarie ‌hat sich Insidern zufolge wegen des Iran-Kriegs aus dem milliardenschweren Bieterverfahren für eine Beteiligung am kuwaitischen Ölpipeline-Netz zurückgezogen. Das Geschäft hat ein Volumen von bis zu sieben Milliarden Dollar. Macquarie habe die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) am Freitag über den Ausstieg informiert, sagten zwei mit der ‌Angelegenheit vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Als Grund seien der Konflikt und die unsicheren Aussichten genannt worden. (rtr)

Roter Halbmond: Tote bei israelischem Luftangriff im Gazastreifen

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben des Roten Halbmonds zwei Palästinenser getötet und zwölf weitere verletzt worden. Bei dem Angriff am Dienstag sei ein Fahrzeug im Zeltlager Al-Mawasi getroffen worden, teilte der Rote Halbmond mit. Die Verletzten seien in eine Klinik in Chan Junis gebracht worden, die von der Hilfsorganisation betrieben werde. Vom israelischen Militär lag zunächst keine Stellungnahme vor. Die Luftwaffe des Landes flog gleichzeitig auch Angriffe auf den Iran und die Hisbollah-Miliz im Libanon. (ap)

Drohnenangriff verursacht Feuer in Öllager in den Emiraten

Ein Drohnenangriff hat einen Brand in einem Öllager in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Dienstag. Verletzte habe es bei dem Angriff im Emirat Fudschaira nicht gegeben. Das Öllager war schon in der Vergangenheit mehrfach Ziel iranischer Angriffe gewesen. Vor der Küste Fudschairas seien Trümmerteile vermutlich von einer abgeschossenen iranischen Rakete auf einen Tanker gestürzt, berichtete die Seehandelsaufsicht der britischen Marine. Das Schiff sei geringfügig beschädigt worden, die Besatzung sei wohlauf. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurde das Land am Dienstag vom Iran mit mindestens zehn Raketen und 45 Drohnen angegriffen. Zwischenzeitlich wurde auch der Luftraum über den Emiraten geschlossen. (ap)

WFP: Iran-Krieg bedroht Versorgung von Millionen

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt vor weltweiten Auswirkungen bei der humanitären Versorgung, wenn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran lange anhält. „Für Millionen von Menschen, die bereits am Abgrund stehen, könnte das eine Katastrophe bedeuten“, sagte Carl Skau, der stellvertretende WFP-Exekutivdirektor. Wenn die Kämpfe bis Sommer weitergehen, könnten zusätzlich 45 Millionen Menschen in Hungersituationen geraten, geht aus einer WFP-Analyse hervor. Dies wäre zusätzlich zu den 318 Millionen, die durch Konflikte oder Klimaschocks bereits von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Nach der UN-Definition betrifft dies Menschen, die so wenig zu essen organisieren können, dass ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage unmittelbar bedroht ist. (dpa)

UN: Israelische Angriffe im Libanon könnten Kriegsverbrechen sein

Das ‌UN-Menschenrechtsbüro kritisiert die israelischen ‌Luftangriffe im Libanon und spricht in diesem Zusammenhang von möglichen Kriegsverbrechen. Die Angriffe hätten ganze Wohngebäude in dicht besiedelten Gebieten zerstört, sagte Sprecher Thameen Al-Kheetan am Dienstag in Genf. Oft seien dabei mehrere Mitglieder derselben Familie getötet worden, darunter Frauen und Kinder. „Das Völkerrecht besagt eindeutig, dass der vorsätzliche Angriff auf Zivilisten oder zivile Objekte ein Kriegsverbrechen darstellt“, ‌betonte er. Das Büro forderte eine Untersuchung der Angriffe auf Zelte von Vertriebenen an der Küste von Beirut sowie auf ein Gesundheitszentrum in der Stadt Bint Dschubail. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor. (rtr)

Rotes Kreuz beklagt großes Leid für Zivilisten im Iran-Krieg

Das Rote Kreuz hat auf die schwerwiegenden Folgen der US-israelischen Angriffe auf den Iran für die Zivilbevölkerung des Landes hingewiesen. „Die hohen Opferzahlen sind alarmierend“, sagte Vincent Cassard, Leiter der Delegation des Roten Kreuzes im Iran, am Dienstag. „Das tägliche Leben in Teheran ist tiefgreifend beeinträchtigt.“ Er erklärte, Schäden an Schulen und Krankenhäusern sowie an Einrichtungen des Iranischen Roten Halbmonds zeigten den hohen Preis, den die Zivilbevölkerung infolge der Kämpfe zahle. (ap)

Kreise: Chef der iranischen Basidsch-Truppen in Zelt getötet

Der Kommandeur der iranischen Basidsch-Milizen ist nach Angaben aus israelischen Militärkreisen bei einem Luftangriff auf ein Zelt getötet worden. Dort habe die Führung der Freiwilligenmiliz, die im Iran immer wieder für die Niederschlagung von Protesten eingesetzt wurde, ein behelfsmäßiges Kommandozentrum eingerichtet, weil sie ihre regulären Stützpunkte als nicht mehr sicher erachtet habe, sagte ein Militärvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Neben Milizenchef Gholamresa Soleimani seien bei dem Angriff in der Nacht auch weitere Basidsch-Kommandeure getötet worden. (ap)

USA suchen wegen Krieg in Nahost nach alternativen Düngemittel-Lieferanten

‌Die US-Regierung ‌sucht angesichts von Versorgungsengpässen wegen des Iran-Kriegs nach Alternativen zu den Düngemittel-Lieferanten aus der Golf-Region. Dabei hat sie Venezuela und Marokko im Blick, wie der Wirtschaftsberater des US-Präsidialamts, Kevin Hassett, am Dienstag mitteilte. „Wir haben Venezuela Lizenzen erteilt, damit es ‌mehr Dünger produzieren kann. Zudem haben wir Gespräche mit Marokko geführt“, sagte Hassett dem Sender CNBC. Dies sei eine Absicherung für die US-Landwirte gegen Lieferausfälle. „Ich sage nicht, dass wir die bisherigen Störungen beseitigen können, aber wir können sie minimieren“, so Hassett. (rtr)

Indien dementiert Bericht über Tauschgeschäft mit Iran

Indien dementiert Verhandlungen mit dem Iran über die Freigabe ‌von drei festgesetzten Tankern. Es gebe keine Gespräche darüber, den Iranern die Schiffe im Gegenzug für sicheres Geleit indischer Frachter durch die Straße von Hormus zu überlassen, teilt das Außenministerium in Neu-Delhi mit. Ein Sprecher bezeichnet einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters als unbegründet. Die indische Marine hatte im Februar drei unter US-Sanktionen stehende Öl-Tanker nahe indischen Hoheitsgewässern gestoppt. Den Betreibern warf Indien vor, auf hoher See illegalerweise Öl auf nicht sanktionierte Schiffe umzuladen. Reuters hatte am Montag unter Berufung auf Insider gemeldet, Teheran wolle die beschlagnahmten Tanker freibekommen. (rtr)

Polen will keine Soldaten in den Iran schicken

Polens Regierung will keine Truppen in den Iran entsenden. „Das gilt sowohl für unsere Land-, Luft- als auch für unsere Seestreitkräfte, die sich noch im Aufbau befinden“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk. Sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben, und der Konflikt im Nahen Osten betreffe nicht unmittelbar Polens Sicherheit. „Und unsere Verbündeten, auch die Amerikaner, verstehen das.“ Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. Bereits am Montag hatte Polens Außenminister Radoslaw Sikorski der Forderung von US-Präsident Donald Trump eine Absage erteilt, Nato-Staaten sollten Kriegsschiffe für die Öffnung der Straße von Hormus entsenden. Polen habe keinerlei Pläne, sich an einer solchen Mission zu beteiligen, sagte Sikorski. (dpa)

Wadephul drängt auf Ende des Iran-Krieges und „gemeinsame Wege aus der Eskalation“

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf ein Ende des Iran-Krieges und „gemeinsame Wege aus der Eskalation“ gedrängt. „Dieser Krieg muss bald ein Ende finden“, sagte Wadephul am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem griechischen Außenminister Giorgos Gerapetritis in Berlin. „Wir müssen gemeinsam Wege aus der Eskalation finden und erste Schritte hin zu einer diplomatischen Lösung vorbereiten“, fügte er hinzu.

Wadephul bekräftige, dass Deutschland nicht an einer militärischen Sicherung der Straße von Hormus teilnehmen werde, die eine wichtige Wasserstraße für Öl-, Gas- und andere Transporte ist. Wadephul hob hervor, dass etwa auch Düngemittel darüber exportiert würden: „Stocken diese Transporte, hat das verheerende Auswirkungen auf die Nahrungssicherheit weltweit.“

Zugleich verwies Wadephul auf die Bereitschaft der Bundesregierung, „in einer Nachkriegsordnung“ Verantwortung zu übernehmen, etwa um die Seeschifffahrt im Roten Meer weiter zu sichern. „Aber die Bundesregierung hat für die aktuelle militärische Auseinandersetzung gesagt, dass sie daran nicht teilnimmt“, betonte er. Das habe auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montagabend noch einmal unterstrichen. (afp)

US-Wirtschaftsberater: Verkehr durch Straße von Hormus wird aufgenommen

Nach Angaben des Wirtschaftsberaters ‌der US-Regierung, Kevin Hassett, werden die Durchfahrten durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen. Erste Öltanker begännen, die Meerenge zu passieren, sagt er dem US-Sender CNBC. Er bekräftigt die Einschätzung von US-Präsident Donald Trump, der Krieg werde Wochen und nicht Monate andauern. Zudem zeigt er sich überzeugt, dass der Krieg die US-Wirtschaft nicht beeinträchtigen wird. (rtr)

Nach Bericht über seine Tötung: Beitrag von Laridschani auf Online-Profilen veröffentlicht

Kurz nachdem die israelische Regierung seinen Tod bei einem Angriff in Iran verkündet hat, ist auf den Online-Accounts des mächtigen iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani eine handschriftliche Mitteilung von ihm veröffentlicht worden. In dem am Dienstag in den Onlinediensten X und Telegram veröffentlichten und undatierten Beitrag reagiert Laridschani auf den Tod von 84 Marinesoldaten, die Anfang des Monats beim Angriff eines US-U-Boots im Indischen Ozean getötet worden waren. Auf die Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz, wonach Laridschani in der Nacht zum Dienstag bei einem israelischen Angriff getötet wurde, nahm der Beitrag keinen Bezug. Die iranische Regierung bestätigte die Berichte über den Tod des Sicherheitschefs zunächst nicht. (afp)

Agentur: Geheimdienst nimmt in Iran 55 mutmaßliche Kollaborateure fest

Der Geheimdienst der ‌Revolutionsgarden hat 55 Personen im Süden Irans festgenommen, denen Zusammenarbeit mit den USA und Israel vorgeworfen wird. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Tasnim berichtet auch, das iranische Geheimdienstministerium habe in einer landesweiten Aktion Hunderte Empfangsgeräte für das US-Satellitennetzwerk Starlink beschlagnahmen lassen. Mit den Starlink-Terminals lassen sich Internet-Zensur und Internet-Abschaltungen in Iran umgehen. (rtr)

Israelischer Armeevertreter: Chef der palästinensischen Al-Kuds-Brigaden in Iran angegriffen

Die israelische Armee hat nach Angaben eines Militärvertreters in Iran den Chef des militärischen Flügels der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad angegriffen. „Gegen Akram al-Adschuri wurde ein Angriff ausgeführt“, sagte ein israelischer Armeevertreter am Dienstag vor Journalisten. Der Chef der Al-Kuds-Brigaden habe sich in Iran aufgehalten, wo er normalerweise lebte. Ein Ergebnis des Angriffs liege bisher noch nicht vor. Der Islamische Dschihad ist ein von Iran unterstützter Verbündeter der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Die beiden Gruppierungen waren an dem brutalen Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt, der den Krieg im Gazastreifen auslöste. Die Al-Kuds-Brigaden sind vor allem im Gazastreifen aktiv. (afp)

Iranischer Botschafter: Chamenei nicht in Russland für medizinische Behandlung

Der iranische ‌Botschafter in Moskau widerspricht Berichten, das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei, befinde sich in Russland zur medizinischen Behandlung. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Chamenei war vergangenen Mittwoch bei Angriffen der USA und Israels leicht verletzt worden. (rtr)

China kündigt humanitäre Hilfe für Iran an

China hat humanitäre Hilfslieferungen für vom Iran-Krieg betroffene Länder im Nahen Osten angekündigt – darunter auch für Iran und den Libanon, die seit Ende Februar von den USA und Israel angegriffen werden. Der Krieg habe zu einer „schweren humanitären Katastrophe“ geführt, sagte Außenamtssprecher Lin Jian am Dienstag in Peking. Die Nothilfe soll demnach an Iran, Jordanien, den Libanon und den Irak gehen. China ist ein enger Verbündeter Irans und hat die USA und Israel bereits mehrfach zu einem Ende ihrer Angriffe aufgerufen. Peking werde auch weiterhin „alle Anstrengungen unternehmen, um den Krieg zu stoppen“, sagte der Sprecher weiter. (afp)

Polizei untersucht Einschlagsorte im Großraum Tel Aviv

Israelische Polizisten und Bombenexperten untersuchen im Großraum Tel Aviv die Einschlagsorte von Raketentrümmern. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es zunächst keine Informationen über Tote oder Verletzte. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Einschlagstellen fernzubleiben und keine Trümmerteile zu berühren, die möglicherweise explodieren könnten. Am Vormittag hatte es bereits zweimal Alarm gegeben, als Iran Raketen in Richtung Israel startete. (dpa)

AFP-Reporter: Explosionen nahe Jerusalem zu hören

Nach einem Raketenalarm hat es unweit von Jerusalem am Dienstag mehrere Detonationen gegeben. Die Explosionen waren zu hören, nachdem im Norden Israels die Sirenen wegen eines iranischen Angriffs geheult hatten, berichteten AFP-Reporter. Die israelische Armee meldete, von Iran aus seien Raketen Richtung Israel abgefeuert worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Geschosse abzufangen. (afp)

Iran: Kein Ende der Blockade der Straße von Hormus vor Ende des Krieges

Die ‌Blockade der Straße von Hormus kann nach Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi nicht unabhängig vom Krieg Israels und der USA gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. Dies habe er UN-Generalsekretär António Guterres mitgeteilt, schreibt Araghtschi auf Telegram. Zudem fordert er die internationale Gemeinschaft auf, die Angriffe auf sein Land zu verurteilen. (rtr)

Ratingagentur: Krieg stellt für Versicherer nur begrenztes Risiko dar

‌Der Krieg stellt der Ratingagentur Fitch zufolge derzeit nur ein begrenztes Risiko für weltweit tätige Versicherungsunternehmen dar. Die direkten Auswirkungen dürften beherrschbar bleiben, da Verluste durch Krieg in den meisten Standardpolicen ausgeschlossen seien. Am stärksten gefährdet seien Spezialversicherer, etwa für Schifffahrt und Luftverkehr. Allerdings könne ein langanhaltender Konflikt die Gewinne durch Inflation, fallende Vermögenswerte und vermehrte Zahlungsausfälle schmälern, teilt die Agentur mit. (rtr)

Kuwait: Zwei Mitarbeiter von Notaufnahme durch Trümmerteile verletzt

Im Golfstaat Kuwait sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei Mitarbeiter einer Notaufnahme durch herabfallende Trümmerteile verletzt worden. Die medizinischen Angestellten seien an ihrem Arbeitsplatz in einer Notfallambulanz verletzt worden, erklärte das Ministerium am Dienstag. Ihr Zustand sei stabil. (afp)

Griechenland gegen bilaterale Abkommen für Straße von Hormus

Griechenland lehnt ein bilaterales Abkommen mit Iran zur freien Fahrt durch die Straße von Hormus ab. „Wir halten es nicht für optimal, separate Vereinbarungen zu treffen“, sagt Außenminister George Gerapetritis bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul in Berlin. Nötig sei vielmehr eine dauerhafte Friedenslösung unter dem Schirm internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen. Die griechische Handelsflotte gehört zu den größten der Welt. (rtr)

UN warnen vor Massenvertreibungen im Libanon

Die Menschen im Libanon zahlen den Vereinten Nationen zufolge einen hohen Preis für die Ausweitung des Krieges in ihrem Land. „Die Vertreibung nimmt unglaublich schnell zu“, sagt der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Imran Riza. Hunderttausende hätten ihre Häuser verlassen, viele nur mit den Kleidern am Leib. Nach Angaben der Regierung in Beirut ist fast ein Fünftel der Bevölkerung auf der Flucht. Bei der israelischen Offensive wurden bislang über 800 Menschen getötet. (rtr)

Drohnenangriff verursacht Feuer in Öllager in den Emiraten

Ein Drohnenangriff hat einen Brand in einem Öllager in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Dienstag. Verletzte habe es bei dem Angriff im Emirat Fudschaira nicht gegeben. Kurz vor dem Bericht über das Feuer hatte das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate den Luftraum geschlossen und erklärt, man reagiere auf eine Bedrohung durch Drohnen und Raketen aus Iran. (ap)

Militär: Fünf libanesische Soldaten bei Luftangriff verletzt

Bei einem israelischen Luftangriff sollen im Süden des Libanons fünf libanesische Soldaten verletzt worden sein. Die libanesische Armee teilte am Dienstag mit, als Israel das Dorf Kfar Sir angegriffen habe, seien die Männer dort mit einem Auto und einem Motorrad unterwegs gewesen. Sie seien zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden. (ap)

Bahrain meldet neue iranische Drohnenangriffe

Bahrain hat weitere Angriffe mutmaßlich iranischer Drohnen gemeldet. Wie das Verteidigungsministerium des Landes am Dienstag mitteilte, wurden seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran mindestens 129 Raketen und 233 Drohnen gegen Bahrain eingesetzt. Allein seit Montag seien neun Drohnen abgefeuert worden, hieß es. (ap)

Insider: Oberhaupt Irans lehnt Vorschlag für Entspannung mit USA ab

Das neue geistliche Oberhaupt Irans, Modschtaba Chamenei, lehnt einem Insider zufolge Vorschläge zur Entspannung des Verhältnisses mit den USA ab. Diese Vorschläge seien von zwei Vermittlerstaaten dem iranischen Außenministerium übermittelt worden. In der ersten außenpolitischen Sitzung in seiner neuen Funktion habe er eine „sehr harte und ernste“ Haltung in der Frage der Vergeltung eingenommen, erklärt der Vertreter der iranischen Regierung weiter. Er lässt offen, ob das geistliche Oberhaupt persönlich bei der Sitzung anwesend war. Die USA und Israel müssten besiegt werden und Entschädigungen zahlen, habe Chamenei gefordert. (rtr)

Iran feuert neue Welle an Raketen auf Israel

Irans Streitkräfte haben eine neue Welle an Raketen auf Ziele in Israel gefeuert. Darüber berichtete der staatliche iranische Rundfunk. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst. (dpa)

Israel: Irans Sicherheitschef Laridschani getötet

Die israelische Armee hat nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz den einflussreichen iranischen Sicherheitschef Ali Laridschani getötet. Laridschani, der Leiter des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, sei in der vergangenen Nacht ebenso wie der Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet worden, sagte Katz in einer Videobotschaft am Dienstag. Die Tötung Soleimanis hatte die Armee bereits kurz zuvor bestätigt. (afp)

Peking: Nehmen Erläuterung zu Verschiebung von Trumps China-Reise „zur Kenntnis“

Die chinesische Regierung hat Erläuterungen der US-Regierung zur Verschiebung der China-Reise von US-Präsident Donald Trump nach Angaben eines Sprechers „zur Kenntnis“ genommen. Die USA hätten „falsche Medienberichte“ über die Gründe für die Verschiebung öffentlich richtiggestellt und erklärt, „dass der Besuch nichts mit der Frage der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu tun hat“, sagte Außenministeriumssprecher Lin Jian am Dienstag. Trump hatte die Reise am Montag verschoben und dies mit dem Iran-Krieg begründet. Zuvor hatte er in einem Interview gesagt, seine Reise könne davon abhängen, ob China gemeinsam mit anderen Ländern dabei helfe, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus zu sichern. (afp)

Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, gezielt getötet. Der Angriff habe sich am Montag in Teheran ereignet, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Aus Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste in Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee. Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit in Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der Revolutionsgarden, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören. (dpa)

Irakische Öltanker könnten Straße von Hormus passieren

Iran könnte irakischen Tankern nach Angaben der Regierung in Bagdad die Fahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ermöglichen. Iraks Ölminister Hajan Abdul Ghani al-Sauad erklärte der staatlichen Agentur INA zufolge: „Es besteht Kommunikation mit Iran bezüglich der Genehmigung der Passage einiger irakischer Öltanker.“ Dem Fernsehsender al-Scharkija sagte er, seine Regierung habe bereits Signale erhalten, dass einigen Tankern die Durchfahrt erlaubt werden könnte. (dpa)

Neue Raketenangriffe aus dem Libanon auf Israels Norden

Aus dem Libanon sind erneut Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden. In mehreren Orten, darunter Kiriat Schmona und Naharija, heulten erneut die Warnsirenen. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom gab es zunächst keine Berichte über Verletzte. Die israelische Armee veröffentlichte unterdessen erneut einen Warnaufruf für Einwohner des Südlibanons. Sie wurden aufgerufen, sich in Gebiete nördlich des Saharani-Flusses zu begeben, der etwa 40 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt. (dpa)

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut

Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Wellen neuer Angriffe auf Ziele in Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der von Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Ein Militärsprecher kündigte am Montagabend an, den Einsatz von Bodentruppen im Südlibanon auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon besteht die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des Landes.

Iran wiederum griff in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Saudi-Arabien an. Auch in Israel ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben. (dpa)

Iran: Eigene Ölproduktion und Exporte laufen ungestört weiter

Die iranische Ölproduktion und die Exporte laufen nach Angaben aus dem Parlament in Teheran ohne Unterbrechung weiter. Auch auf der Insel Charg gehe der Alltag seinen gewohnten Gang, zitiert die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim einen Sprecher des Energieausschusses. Die USA hatten in der vergangenen Woche militärische Ziele auf der für die Ölausfuhr wichtigen Insel angegriffen. Der Sprecher droht zudem, jeder weitere Angriff ‌auf Charg werde zu einer „größeren Demütigung als in der Straße von Hormus“ führen. Dort blockiert Iran die Durchfahrt von Schiffen, die er den USA oder Israel zuordnet. (rtr)

EU-Migrationskommissar: Derzeit keine größere Fluchtbewegung von Iran nach Europa

Trotz der angespannten Lage in Iran sieht EU-Migrationskommissar Magnus Brunner aktuell keine größeren Fluchtbewegungen in Richtung Europa. „Derzeit sehen wir keine Fluchtbewegungen aus dem Iran heraus, innerhalb des Irans natürlich schon“, sagte Brunner am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Europa müsse dennoch „immer vorbereitet“ sein und die Lage „gut im Auge haben“, ergänzte Brunner. Die EU stehe dazu in „sehr engem Austausch“ mit ihren Partnern in der Region, etwa der Türkei oder auch Pakistan. Insgesamt sei die EU heute jedoch „besser vorbereitet als noch vor zehn Jahren“ während der Flüchtlingskrise 2015, sagte Brunner weiter.

Grund seien unter anderem Reformen im Asylsystem. Bei der geplanten Umsetzung des neuen gemeinsamen europäischen Asylsystems (Geas) etwa sei man „auf gutem Weg“, sagte Brunner. Am ersten Tag der Umsetzung werde das System „nicht perfekt funktionieren“, aber es sei dennoch „ein wichtiger Schritt. Mit der Geas-Reform wollen die Staaten der Europäischen Union ihre Asylsysteme vereinheitlichen. Die bislang umfangreichste Reform des europäischen Asylrechts soll am 12. Juni in Kraft treten. (afp)

Medien: Israel nimmt iranischen Sicherheitschef ins Visier

Das israelische Militär nimmt Medienberichten zufolge den iranischen Sicherheitschef Ali Laridschani ins Visier. Es sei zunächst unklar, ob er bei Angriffen getötet oder verletzt worden sei, berichten israelische Medien. Eine Stellungnahme Irans liegt bislang nicht vor. (rtr)

Iran will Spiele bei der Fußball-WM von USA nach Mexiko verlegen

Iran ‌verhandelt wegen ‌des Kriegs in Nahost mit dem Fußballweltverband Fifa über eine Verlegung seiner Spiele bei der Weltmeisterschaft von den USA nach Mexiko. Grund seien Sicherheitsbedenken, teilte der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, am Montag mit. Da US-Präsident Donald Trump ausdrücklich erklärt habe, dass ‌er die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten könne, „werden wir mit Sicherheit nicht nach Amerika reisen“, erklärte Tadsch in einem Beitrag der iranischen Botschaft auf der Online-Plattform X. „Wir verhandeln mit der Fifa, um die WM-Spiele des Iran in Mexiko auszutragen.“ Eine Stellungnahme der Fifa lag zunächst nicht vor. (rtr)

CDU-Politiker hält Bundeswehr-Einsatz in Hormus für sinnvoll

Trotz der klaren Absage der Bundesregierung an die von US-Präsident Donald Trump geforderte Unterstützung in der Straße von Hormus geht die Diskussion über einen möglichen Einsatz der Bundeswehr weiter. Er finde es „falsch, dass die Bundesregierung diese Möglichkeit frühzeitig ausschließt“, sagte der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst der Zeit laut Meldung vom Dienstag. „Wir werden uns nicht am Krieg beteiligen“, stellte er klar. „Doch die Bundesrepublik, für die der internationale Seehandel so wichtig ist, sollte einen eigenen Beitrag zur Aufklärung der Lage in der Straße von Hormus leisten“, sagte Ernst. Er sprach sich für eine Ausweitung der EU-Marinemission Aspides im Roten Meer aus. In diesem Rahmen „könnten wir auf Aufklärungskräfte der Bundeswehr zurückgreifen, die sich bereits in der Region befinden“, argumentierte er. Damit werde nicht der Trump-Regierung geholfen, sondern ein eigenes Lagebild erstellt. (afp)

Gasversorgung: Befüllung der Speicher über den Sommer wird zur Herausforderung

Die Gasversorgung in diesem Winter ist gesichert, aber die Befüllung der Speicher über den Sommer wird nach Einschätzung der Gasspeicher-Initiative Ines zur Herausforderung. „Die Schließung der Straße von Hormus führt zwar nicht unmittelbar zu technischen Einschränkungen für die Gasversorgung Europas oder für die Befüllung der Speicher in Deutschland“, erklärten die Experten am Dienstag. Doch wegen der Preissteigerungen „fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher“.

Derzeit sind die deutschen Gasspeicher zu knapp 22 Prozent gefüllt. Laut Ines reicht dies selbst bei extrem kalten Temperaturen aus, „um die Gasversorgung bis zum Ende der Heizperiode sicherzustellen“. Der Fokus verschiebe sich nun auf die Wiederbefüllung für den kommenden Winter, und dies sei angesichts der derzeitigen Marktlage eine „außergewöhnlich große Herausforderung“. Derzeit fehlen am Weltmarkt für Flüssigerdgas (LNG) große Teile der Produktion aus den Golfstaaten. Insbesondere Katar ist einer der wichtigsten LNG-Produzenten weltweit und kann sein Gas derzeit wegen der Sperrung der Straße von Hormus durch Iran nicht verschiffen. „Der daraus resultierende Bieterwettbewerb zwischen Asien und Europa treibt die Preise nach oben“, erklärte Ines. (afp)

Ölpreise legen wieder zu

Die Ölpreise sind nach einem Rückgang zu Beginn der Woche wieder gestiegen. Am Morgen wurden für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai 103,81 US-Dollar bezahlt und damit etwa dreieinhalb Prozent mehr als am Vortag. Das Hoch lag vor gut einer Woche bei knapp 120 Dollar. Am Montag war der Preis für Rohöl aus der Nordsee zeitweise bis auf 100 Dollar gesunken. (dpa)

UN-Organisation: Militärschutz für Tanker keine Dauerlösung

Militärische Eskorten zum Schutz von Tankschiffen in der Straße von Hormus sind nach Ansicht der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) keine nachhaltige Lösung. „Es verringert das Risiko, aber das Risiko besteht weiterhin“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez der Financial Times. Ein militärischer Einsatz sei „keine langfristige oder nachhaltige Lösung.“ Dominguez äußerte sich auch besorgt über die Schiffsbesatzungen, die im Persischen Golf feststecken. „Die Lage ist besorgniserregend, insbesondere weil Schiffe derzeit nicht in der Lage sind, sich in der Straße von Hormus oder in der Golfregion frei zu bewegen. Auch der Zugang zu Häfen ist eingeschränkt, da Hafenanlagen ins Visier genommen werden“, sagte der Chef der UN-Organisation. Irgendwann würden an Bord auch Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff knapp werden. (dpa)

Agentur: Iran nimmt zehn Ausländer wegen Spionage fest

In Iran sind einem Medienbericht zufolge zehn Ausländer wegen ‌Spionage festgenommen worden. Der Geheimdienst der Revolutionsgarde werfe ihnen vor, Informationen über sensible Standorte gesammelt und operative Einsätze im Nordosten des Landes vorbereitet zu haben, meldet die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim. Zur Staatsangehörigkeit der Festgenommenen wurden zunächst keine ‌Angaben gemacht. (rtr)

Drohnenaufnahmen von irakischer Miliz zeigen wohl US-Botschaft

Drohnenaufnahmen der irakischen Miliz Saraja Aulija al-Dam zeigen offenbar die US-Botschaft in Bagdad – noch bevor diese am Dienstag attackiert wurde. Die pro-iranische schiitische Gruppe veröffentlichte das Material am Dienstag. Die am Montag mit einer Drohne aufgenommenen Bilder zeigten, wie diese über das Gelände schwebte. Details der Anlage, darunter eine amerikanische Flagge, stimmen mit Satellitenbildern und bekannten Merkmalen der Botschaft überein. Die US-Botschaft ist eine der am stärksten gesicherten Einrichtungen des Landes. Es ist die zweite sogenannte „First-Person-View“-Drohnenaufnahme, die während des Kriegs von Milizen im Irak veröffentlicht wird. Die erste zeigte einen Angriff auf eine amerikanische Einrichtung am Flughafen von Bagdad. Die Aufnahmen vom Montag enden, ohne dass ein Angriff durch die Drohne gezeigt wird. Saraja Aulija al-Dam hat seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe für sich beansprucht.

Am frühen Dienstagmorgen wurde die US-Botschaft in Bagdad von vier Drohnen ins Visier genommen, wobei die Luftabwehr der Einrichtung die Geschosse abwehrte, wie zwei Sicherheitsbeamte mitteilten. Dennoch hätten Splitter die Botschaft getroffen. Separat zielte offenbar ein Luftangriff auf ein Haus im stark gesicherten Präsidentenkomplex im Bagdader Stadtteil Al-Dschadrija. Es war unklar, wer den Angriff durchgeführt hat. (ap)

Libanesische Staatsmedien: Israelische Armee greift drei Vororte von Beirut an

Die israelische Armee hat nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA drei südliche Vororte von Beirut angegriffen. Israelische Kampfflugzeuge hätten Angriffe in den Gebieten Kafaat und Haret Hreik ausgeführt, berichtete NNA am Dienstagmorgen. Ein israelisches Kampfflugzeug habe zudem ein Wohngebäude in dem Gebiet Doha Aramun attackiert. Bei den Angriffen wurde eine Äthiopierin verletzt, wie NNA unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium berichtete. Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, Angriffe auf „Terror-Infrastruktur der Hisbollah“ auszuführen. (afp)

Katarisches Verteidigungsministerium meldet Abwehr von Raketenangriff

Die katarischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Doha einen Raketenangriff auf das Land abgewehrt. Der Raketenangriff auf Katar sei „abgefangen“ worden, erklärte das Ministerium am Dienstagmorgen im Onlinedienst X. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP in Doha berichtete von mehreren Explosionen in der katarischen Hauptstadt. In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es einem AFP-Journalisten zufolge ebenfalls zu mehreren Explosionen. Nach einer an Mobiltelefone gesendeten Raketenwarnung und einem Aufruf, „sofort einen sicheren Ort aufzusuchen“, waren demnach drei Explosionen zu hören. (afp)

Schah-Sohn gründet Komitee für Wahrheits- und Justizkommission

Der in den USA lebende Sohn des letzten iranischen Schahs hat ein Komitee zur Einrichtung einer Wahrheits- und Justizkommission in Iran gegründet. Das Komitee sei „mit der Ausarbeitung der regulatorischen Grundlagen für eine Übergangsjustiz beauftragt“, erklärte der 65-jährige Reza Pahlavi am Montag im Onlinedienst X. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi habe „zugestimmt, dieses Komitee zu leiten“, fügte er hinzu. Neben der 78-jährigen Ebadi sollen Pahlavi zufolge der Schriftsteller Iradsch Mesdaghi sowie Leyla Bahmany und Afschin Ellian Teil des Komitees werden. Sie verträten „vier Generationen iranischer Experten“, erklärte der Schah-Sohn. (afp)

USA wollen Revolutionsgarden als Terrorgruppe einstufen lassen

‌Die US-Regierung ‌hat ihre Diplomaten weltweit angewiesen, bei verbündeten Staaten auf die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Hisbollah als Terrororganisationen zu dringen. In einer internen Anweisung des US-Außenministeriums vom 16. März, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, begründet Außenminister Marco Rubio ‌die Mitteilung mit einem erhöhten Angriffsrisiko durch Iran und seine Verbündeten. Die US-Diplomaten sollen die Botschaft bis spätestens 20. März auf „höchstmöglicher Ebene“ überbringen und sich dabei mit israelischen Kollegen abstimmen. (rtr)

Vereinigte Arabische Emirate schließen Luftraum

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum geschlossen. Die Generalbehörde für zivile Luftfahrt teilte am Dienstag mit, die Entscheidung sei „eine außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme, um die Sicherheit von Flügen und Flugbesatzungen zu gewährleisten und das Hoheitsgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate zu schützen“. Die Dauer der Schließung war zunächst unklar. Das Militär erklärte, man reagiere auf „eingehende Raketen- und Drohnenbedrohungen aus Iran“. Die Maßnahme erfolgte nach einem iranischen Drohnenangriff am Montag, bei dem ein Treibstofftank am Dubai International Airport in Brand gesetzt wurde – dem weltweit verkehrsreichsten Flughafen für internationale Flüge. (ap)

Demokrat Schumer: Trump bei Iran-Strategie „am Rudern“

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, hat die Iran-Strategie von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Er nahm Bezug auf die Behauptung Trumps, er habe die ganze Zeit gewusst, dass Iran im Kriegsfall die Straße von Hormus blockieren könne. „Nun, wenn das stimmt, dann hat er eine schreckliche Arbeit bei der Vorausplanung geleistet, um zu verhindern, dass sie als Waffe eingesetzt wird“, sagte der Senator aus New York in einer Rede im Senat. Trump mache „weiterhin einen schrecklichen Job dabei, den Schaden einzudämmen, der jetzt entsteht“. Der Präsident sei „am Rudern“. (ap)

Hisbollah meldet Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon

Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam im Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hisbollah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war. (afp)

Raketenangriff auf US-Botschaft in Bagdad abgewehrt – Hoteldach in Brand geraten

Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut Ziel eines Raketenangriffs geworden. Die Luftabwehr habe vier Raketen abgewehrt, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Montag. Ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten „Grünen Zone“ liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. Augenzeugen berichteten von einem Feuer auf dem Dach des Luxushotels, in dem regelmäßig internationale Treffen stattfinden. Dem Innenministerium zufolge gab es keine Verletzten und es entstand auch kein größerer Sachschaden. Auf der Straße vor dem Hotel sah ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP zahlreiche Sicherheitskräfte, Feuerwehrleute und Rettungswagen. In der „Grünen Zone“ befinden sich neben der US-Botschaft weitere diplomatische Vertretungen sowie Einrichtungen der irakischen Regierung und internationale Institutionen. (afp)

Israels Präsident nennt Iran-Krieg „Wendepunkt“ für den Nahen Osten

Der israelische Präsident Isaac Herzog hat den Iran-Krieg als „historischen Wendepunkt“ für den gesamten Nahen Osten bezeichnet. „Es kommt ein Moment, in dem nach endlosen Kriegen, Blutvergießen und Terror während deutlich mehr als einer Generation die aus Teheran kommende Grundursache blockiert und beseitigt wird“, sagte Herzog am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP. Die Richtung, in die sich die gesamte Region entwickele, werde sich dadurch ändern.

In dem Interview appellierte Herzog auch an die Europäer, Israel in seinem Kampf gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon zur Seite zu stehen. Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben. „Europa sollte jegliche Anstrengung (…) unterstützen, die Hisbollah jetzt auszumerzen“, sagte Herzog. „Sie sollten verstehen, dass man manchmal einen Krieg gewinnen muss, wenn man etwas erreichen will.“ (afp)

Irans Außenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandtem

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghtschi erklärte auf X: „Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen Iran zunichtezumachen.“ Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen. Zuvor hatte das Portal „Axios“ unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghtschi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging. (dpa)

Meloni zeigt sich zurückhaltend zu Einsatz in Straße von Hormus

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich zurückhaltend zu einer militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der umkämpften Straße von Hormus geäußert. Die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel sei zwar von grundlegender Bedeutung, sagte Meloni im italienischen Fernsehen. Ein Eingreifen bedeute aber objektiv, einen Schritt in Richtung einer stärkeren Beteiligung in dem Krieg zu machen. Meloni plädierte für eine Ausweitung der EU-Operation „Aspides“. Diese war bereits 2024 für den Schutz der Handelsschifffahrt durchs Rote Meer und den Golf von Aden gestartet worden. Die rechte Regierungschefin bekräftigte zuletzt mehrfach, dass ihr Land nicht in den Konflikt eintreten und sich nicht am Krieg beteiligen werde. (dpa)

Deutschland und weitere Länder warnen vor Bodenoffensive im Libanon

Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel davor gewarnt, im Konflikt mit der proiranischen Hisbollah-Miliz eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon zu starten. „Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen“, teilten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs in einer Erklärung mit. „Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage im Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äußerst alarmierend.“

Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in der Erklärung die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen. „Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und ihre gezielten Angriffe auf die Zivilbevölkerung müssen aufhören, die Hisbollah muss ihre Waffen niederlegen.“ Man sei zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt im Libanon und rufe Israel und den Libanon zu konstruktiven Bemühungen um eine nachhaltige politische Lösung auf, hieß es in der Erklärung weiter. „Wir stehen solidarisch an der Seite der Regierung und Bevölkerung Libanons, die gegen ihren Willen in den Konflikt hineingezogen wurden.“ (dpa)

Trump: Israel würde niemals Atomwaffen gegen Iran einsetzen

Israel ist seit langem als regionale Atommacht bekannt – hat den Besitz von Nuklearwaffen aber nie offiziell zugegeben. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf eine Reporterfrage eine Antwort gegeben, die aufhorchen lässt. Könnte Israel den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung ziehen? „Israel würde so etwas niemals tun“, sagte Trump in Washington auf eine Frage eines Journalisten. Der hatte den Präsidenten mit einer Äußerung von Trumps KI-Beauftragten David Sacks konfrontiert. Sacks hatte in einem Podcast vor dem Szenario gewarnt, dass Israel im Krieg erheblich zerstört werden könnte.

Zudem sagte Sacks: „Man muss befürchten, dass Israel den Krieg eskalieren lässt, indem es den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung zieht.“ Der Reporter fragte Trump, ob Sacks diese Einschätzung mit ihm geteilt habe. Daraufhin gab Trump seine Antwort. Israel verfolgt seit Jahren eine Politik der bewussten Zweideutigkeit, um Konfrontationen über sein Atomprogramm aus dem Weg zu gehen. Israelische Spitzenpolitiker haben mehrfach betont, Israel werde „nicht als erstes Land im Nahen Osten Atomwaffen einführen“. Nach Schätzungen des Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Israel über 90 nukleare Sprengköpfe. (dpa)

Rund 200 US-Soldaten in sieben Ländern im Iran-Krieg verwundet

Im Iran-Krieg sind nach Angaben der US-Armee bisher rund 200 Soldatinnen und Soldaten verwundet worden. Es habe zehn Schwerverletzte gegeben, teilte der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, am Montag mit. Der Großteil der Verletzungen sei aber leicht gewesen. Mehr als 180 Soldaten hätten den Dienst bereits wieder aufgenommen. Die Einsatzkräfte seien in sieben Ländern der Region verletzt worden, sagte Hawkins weiter. Dabei handele es sich um Bahrain, den Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach vorherigen Angaben kamen im Iran-Krieg zudem 13 Soldatinnen und Soldaten ums Leben. (afp)

Irans Parlamentssprecher: Sind auf langen Krieg vorbereitet

Iran sieht sich nach Angaben von Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf auf einen langen Krieg vorbereitet. Ghalibaf sagte der arabischen Tageszeitung al-Arabi al-Dschadid, aus Erfahrung früherer Kriege seien die notwendigen Maßnahmen getroffen worden. „Wir verfügen über ausreichende Bestände an Raketen und Drohnen, und da diese Technologie im Inland entwickelt wurde, sind wir in der Lage, sie mit höherer Geschwindigkeit und zu wesentlich geringeren Kosten zu produzieren als der Feind seine Abfangraketen“, sagte Ghalibaf. Ein Waffenstillstand müsse garantieren, dass der Krieg nicht wieder aufflamme, so der Parlamentssprecher. Iran werde weiterkämpfen, „bis der Feind seine Aggression bereut“ und stabile politische und sicherheitspolitische Bedingungen geschaffen seien. (dpa)

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare