Nach Whistleblowing gegen Facebook: Kontrollfunktion für Kinder vorgestellt

Der Konzern hat auf die Kritik reagiert und neue Schutzmaßnahmen für Kinder präsentiert. Ex­per­t:in­nen zweifeln aber an der Wirksamkeit.

Ein Smartphone mit der App Messenger Kids

Wirklich so kinderfreundlich? Hier der Messenger Kids Foto: Richard Drew/AP

NEW YORK ap | Facebook hat mehrere neue Funktionen vorgestellt, die Kinder bei der Nutzung seiner Plattformen besser schützen sollen. Nach vernichtenden Aussagen der früheren Facebook-Managerin Frances Haugen über die negativen Auswirkungen des Online-Netzwerks auf Minderjährige präsentierte Facebooks Vizepräsident für globale Angelegenheiten, Nick Clegg, die neuen Features am Sonntag in zwei US-Talkshows. Unter anderem sollen etwa Teenager angehalten werden, bei der Nutzung der Fotoplattform Instagram eine Pause einzulegen, und angestupst werden, wenn sie sich mehrfach die gleichen Inhalte anschauen, die als nicht angemessen eingestuft werden.

Das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park in Kalifornien plant außerdem neue Kontrollfunktionen für Eltern von Teenagern auf optionaler Basis, damit sie das Online-Verhalten ihrer Kinder besser im Blick haben. Kritikern ist all das aber zu vage und sie zweifeln an, dass die neuen Features überhaupt funktionieren. „Es gibt gewaltige Gründe, skeptisch zu sein“, sagte Josh Golin von der Organisation Fairplay, die Marketingmethoden mit Blick auf Kinder untersucht.

Viele Kinder würden ohnehin mit Accounts online gehen, von denen ihre Eltern nichts wüssten, und es sei zweifelhaft, ob sie sich durch virtuelle Anstupser zu einer Pause bewegen lassen würden. Facebook müsse zeigen, wie genau es diese Pläne umsetzen wolle.

Clegg sagte bei CNN, sein Unternehmen versuche permanent seine Produkte zu verbessern. „Wir können keinen Zauberstab schwenken, um das Leben aller perfekt zu machen.“ Facebook habe aber in den vergangen Jahren 13 Milliarden Dollar investiert, um sicherzustellen, dass die Plattform sicher sei. 40.000 Angestellte arbeiteten genau an solchen Problemen.

Vorwurf der Profitgier

Whistleblowerin Haugen hatte vor einem Senatsausschuss ihrem Ex-Arbeitgeber vorgeworfen, zwar um den Schaden zu wissen, den etwa Instagram bei einigen Jugendlichen anrichte, jedoch aus Profitgier Veränderungen unterlassen zu haben.

Auf die Frage danach, ob die bei Facebook eingesetzten Algorithmen die Missinformationen vor dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar noch zusätzlich verbreitet hätten, sagte Clegg, ohne die Algorithmen würden Facebook-Nutzer noch mehr Hetze und Missinformation in ihren Timelines sehen. Die Algorithmen seien „riesige Spam-Filter“, sagte Clegg bei CNN und ABC.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de