Nach Attentat von Orlando

Brandanschlag auf Moschee

Nach dem Anschlag auf die Moschee des Orlando-Attentäters schalten sich jetzt FBI und Bundesbehörden ein. Ob es sich um einen Racheakt handelt, ist unklar.

Feuerwehrautos stehen vor der äußerlich unbeschädigten Moschee

Racheakt? Im Islamic Center in Fort Pierce hat es gebrannt – dort betete Omar Mateen, der im Juni 49 Menschen in Club tötete Foto: dpa

MIAMI afp | Im US-Bundesstaat Florida ist ein Brandanschlag auf die Moschee verübt worden, in der der Attentäter von Orlando regelmäßig gebetet hatte. Es handele sich um „vorsätzliche Brandstiftung“, teilte am Montag die Polizei von Fort Pierce mit. Über einen möglichen Zusammenhang mit dem Attentat auf einen Homosexuellenklub in Orlando, bei dem im Juni 50 Menschen getötet worden waren, wollte ein Polizeisprecher „nicht spekulieren“.

Der Anschlag habe sich kurz nach Mitternacht ereignet, sagte Polizeisprecher Davis Thompson. „Wir wissen derzeit nicht, ob es sich um ein aus Hass begangenes Verbrechen handelt oder um einfache Brandstiftung.“

Es gebe derzeit keine Hinweise auf ein Hass-Verbrechen, fügte er hinzu. Da der Anschlag aber auf ein Gotteshaus und zudem am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 verübt worden sei, gingen die Ermittlungen auch in diese Richtung. Verletzt wurde bei dem Brandanschlag nach seinen Angaben niemand.

Im Islamischen Zentrum von Fort Pierce hatte regelmäßig Omar Mateen gebetet. Der 29-Jährige hatte im Juni in Orlando den Nachtklub „Pulse“ angegriffen. Er schoss in dem Homosexuellen-Nachtklub um sich und nahm Geiseln. 49 Menschen wurden getötet, bevor die Polizei den Attentäter erschoss.

Mateen bekannte sich zum IS

Behördenangaben zufolge bekannte sich Mateen während der dreistündigen Geiselnahme in Anrufen bei der Polizei zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und schwor IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Orlando ist etwa zwei Autostunden von Mateens Heimatort Fort Pierce entfernt.

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie sich ein Mann auf einem Motorrad in der Nacht zum Montag dem Islamischen Zentrum in Fort Pierce nähert. Ein Lichtblitz ist zu sehen, dann flieht der Verdächtige. Laut Polizei handelt es sich um einen Weißen oder einen Latino. „Es sieht so aus, als ob er Papier und eine Flasche mit irgendeiner Flüssigkeit bei sich hatte“, hieß es in der Erklärung weiter.

Experten versuchen demnach, das Überwachungsvideo so zu bearbeiten, dass der Verdächtige besser zu sehen und zu identifizieren ist. Dabei erhalten die Ermittler Unterstützung der Bundespolizei und anderer Bundesbehörden.

Keine Schäden an der Fassade

Wie groß der Schaden an der Moschee ist, blieb zunächst unklar. Auf Fotos auf der Facebook-Seite der Polizei sind Löschfahrzeuge zu sehen, die vor dem Islamischen Zentrum, einer ehemaligen Kirche, parken. An der Fassade sind keine Schäden zu sehen.

Das Islamische Zentrum rief alle Muslime auf, ihre Gebete anlässlich des Endes der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka in eine andere Moschee von Fort Piece zu verlegen. Die Gebete in der Moschee am Montag sagte sie ab, um die Ermittlungen der Polizei nicht zu behindern.

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