Nachgehakt: Milka sucht Sklaven
■ Schoko-Multi will Kinder schützen, weiß aber nicht genau wie
Dietlind Rinke ist voller Zuversicht. Am Montag noch protestierte sie mit Gleichgesinnten gegen den Bremer Kraft-Konzern, der von Kindersklaven auf Kakaoplantagen profitiere – so der Vorwurf. Gestern traf sie auf Initiative des Rathauses den für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Manager des Schoko-Multis, Rolf Sauerbier. Der war erst vor ein paar Tagen von der Elfenbeinküste zurückgekehrt, wo er verschiedene Plantagen besucht hatte – „wegen dieser Kindersache“. Sauerbier versicherte: „Ich habe keine Kindersklaven und Kinderhändler gefunden.“
Grundsätzlich ausschließen wollte der PR-Chef die Existenz von sklavenähnlich gehaltenen Kindern aus Mali auf Kakaoplantagen der Elfenbeinküste zwar nicht. Ohne konkrete Hinweise jedoch könne sein Unternehmen nichts tun. „Ich würde sofort Maßnahmen einleiten, wenn ich wüsste wo“, versprach er. Bei einem Kakao-Anbaugebiet von der Größe Niedersachsens sei eine Kontrolle jedoch so gut wie nicht möglich. Kein Bauer gebe zudem zu, dass er Kindersklaven beschäftige. „Da kommt man nicht ran“, sagte Sauerbier.
Zwar habe auch Milka mit den Exporteuren vetraglich vereinbart, dass der Kakao ohne Kindersklaverei erzeugt werden müsse. Über die Wirksamkeit solcher Vereinbarungen macht sich der Kraft-Chef jedoch keine Illusionen. Und: „Wir können das nicht bei jedem Einkaufsvorgang kontrollieren.“
Den Protestlern, die am Montag vor der Rathaus-Plane Flugblätter verteilt hatten, sicherte er zu, dass er Geld zur Verfügung stellen würde, wenn ihm Vorschläge für erfolgversprechende Maßnahmen unterbreitet würden. „Wir als kleine Gruppe haben dazu eigentlich nicht die Möglichkeit“, sagt Rinke. Aber mehrere große Entwicklungshilfe-Organisationen, darunter Unicef und terre des hommes, arbeiten bereits an konkreten Forderungskatalogen. hoi
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