Migration am Horn von Afrika: Flüchtlinge vor Jemen ertrunken
Zwischen Jemen und Dschibuti ist ein Boot mit Flüchtlingen gekentert. Die UN-Migrationsorganisation spricht von mindestens 42 Toten.
Beim Kentern eines Flüchtlingsbootes zwischen Jemen und Dschibuti sind am frühen Montagmorgen mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache des Unglücks sei unbekannt, teilte am Dienstag die UN-Migrationsorganisation IOM (Internationale Organisation für Migration) mit. Zunächst war die Zahl der Toten unter den rund 60 Passagieren mit „mindestens 34“ angegeben worden.
Die Havarie wirft ein Schlaglicht auf die zunehmend verzweifelte Lage von Migranten, die zwischen dem Horn von Afrika und der Arabischen Halbinsel unterwegs sind. Jahrzehntelang reisten vor allem aus Äthiopien jährlich zahlreiche Menschen nach Jemen und Saudi-Arabien, um in den reichen Golfstaaten Arbeit zu finden. Doch in den letzten Jahren wirft Saudi-Arabien zu Hunderttausenden rechtlose Gastarbeiter hinaus, und Jemen ist wegen des Krieges nicht mehr sicher.
Kamen 2018 nach UN-Angaben noch 160.000 Migranten aus dem Horn von Afrika nach Jemen, waren es 2020 nur noch etwa 37.500 – gegenüber 120.000 Rückkehrern, laut IOM nur ein Bruchteil der tatsächlichen Zahl.
Dschibuti ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und damit ein wichtiges Transitland. Dschibuti und Jemen liegen direkt gegenüber voneinander am südlichen Ende des Roten Meeres; an der schmalsten Stelle sind beide Länder weniger als 30 Kilometer voneinander entfernt.
„Fast jeden Tag reisen Migranten zwischen Jemen und Dschibuti auf seeuntüchtigen Booten“, so IOM: Im Februar habe man 1.900 gezählt, im März über 2.300. Von einem überfüllten Boot hätten Schleuser über 80 Menschen über Bord geworfen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert