piwik no script img

Mehr Kinderarmut wegen Corona150 Millionen Kinder in Armut

Schulschließungen und mangelnde Wasserversorgung treffen Kinder besonders. Laut UN fristen wegen der Pandemie heute mehr von ihnen ein Leben in Armut.

epd | Die Coronapandemie hat laut den UN 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Insgesamt müssten somit 1,2 Milliarden Mädchen und Jungen ein Leben in Armut fristen, heißt es in einer am Donnerstag in New York vorgestellten Studie des Kinderhilfswerks Unicef.

In den kommenden Monaten drohen den Angaben zufolge noch viele weitere Kinder durch die Coronakrise in die Armut zu geraten, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Menschheit befinde sich noch näher am Beginn der Krise als am Ende der Krise. Viele Familien, die gerade im Begriff gewesen seien, ein höheres Einkommen zu erzielen, seien durch Covid-19 wieder zurück in die Armut gerutscht.

Unicef legt den Aussagen eine sogenannte multidimensionale Armutsanalyse zugrunde. Bewertet werden Zugang der Kinder zu Bildung, zum Gesundheitswesen, zu sanitären Einrichtungen, die Hygienesituation sowie die Versorgung der Kleinen mit Lebensmitteln und Trinkwasser.

Um die Ausbreitung der infektiösen Krankheit Covid-19 einzudämmen, ordneten die Länder in den ersten Monaten dieses Jahres Lockdowns an, Betriebe, Schulen und öffentliche Einrichtungen mussten schließen. Zudem wurden Grenzen abgeriegelt. Dadurch erlitten die Volkswirtschaften schweren Schaden, Millionen Menschen verloren ihre Jobs. Unicef erstellte die Analyse zusammen mit der Hilfsorganisation Save the Children.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare