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Marokko stürmt Eiland

Truppen des Landes besetzen die von Spanien beanspruchte Insel Perejil. Madrid: „Feindlicher Akt“

MADRID taz ■ Marokkos Truppen haben 13 Hektar Land erobert. Seit Donnerstagnachmittag halten zwölf marokkanische Gendarmen und Soldaten die Insel Perejil vor der marokkanischen Mittelmeerküste besetzt. Der „Wachposten“, bestehend aus zwei Zelten und zwei marokkanischen Fahnen, sei notwenig, „um gegen den internationalen Terrorismus und die illegale Einwanderung Richtung Europa“ vorzugehen, erklärt die Regierung in Rabat.

„Ein feindlicher Akt“, urteilt hingegen die erst vor drei Tagen ernannte spanische Innenministerin Ana Palacio. Sie verlangt den sofortigen Abzug der marokkanischen Truppen. Die Insel gehört nach Ansicht der spanischen Regierung seit dem 16. Jahrhundert zu Spanien. Damals wurde sie zusammen mit den beiden nordafrikanischen Enklaven Ceuta und Melilla sowie mehreren weiteren Eilanden von Portugal übernommen. Anfang der Sechzigerjahre zog Madrid die letzten Soldaten von Perejil ab. Seither ist die Insel unbewohnt. Marokko beansprucht den 1,5 Kilometer langen und 74 Meter breiten Fels jetzt jedoch für sich. Nach der Dekolonialisierung Marokkos durch Frankreich und Spanien 1956 sei auch Perejil oder Leila wie die Marokkaner die Insel nennen, an das unabhängige Marokko gegangen. Spanien hat gestern mehrere Kriegsschiffe im Mittelmeer mobilisiert. Vor allem auf den Chafarinas – Inseln, auf die Marokko ebenfalls Anspruch erhebt – verstärkte das spanische Militär seine Präsenz.

Ein EU-Sprecher in Brüssel bezeichnete den Vorfall als „bedauerlich“. Wenn das Problem nicht bilateral beigelegt werden könne, sei es durchaus möglich, dass die EU sich des Themas annehmen müsse. Die Nato möchte sich vorerst nicht einmischen. Es handle sich um ein „bilateralers Problem“, das Spanien und Marokko lösen müssen.

RAINER WANDLER

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