Mädchenbildung in Afghanistan: Bildungsaktivist festgenommen
Der Gründer einer Organisation, die mobile Mädchenschulen auf dem Land betreibt, ist nach einer Auslandsreise festgenommen worden.
Foto: Sanaullah Seiam/getty images
ap | Ein Aktivist für Mädchenbildung ist nach UN-Angaben in der afghanischen Hauptstadt Kabul festgenommen worden. Die UN-Mission in Kabul teilte am Dienstag mit, Matiullah Wesa, Gründer und Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation Pen Path, sei am Montag von der Polizei abgeführt worden. Pen Peth betreibt in Afghanistan eine mobile Schule und Bibliothek, die durch das Land fährt.
Örtlichen Berichten zufolge wurde Wesa nach seiner Rückkehr von einer Europareise von Sicherheitskräften der Taliban festgenommen. Die UN forderten die Behörden in Kabul auf, Wesas Aufenthaltsort und die Gründe für seine Festnahme zu klären und ihm Zugang zu einem Rechtsbeistand und Kontakt zu seiner Familie zu gewähren. Die in Afghanistan herrschenden Taliban gaben keine Stellungnahme zu der Festnahme ab.
Seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan im Sommer 2021 haben die militant-islamistischen Taliban die Rechte von Frauen und Minderheiten eingeschränkt. Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse zur Schule gehen, der Besuch einer Universität ist ihnen seit dem vergangenen Jahr verboten.
Wesa forderte die afghanische Regierung immer wieder auf, das Verbot aufzuheben, weil auch Mädchen ein Recht auf Bildung hätten. Seine jüngsten Tweets zu dem Thema fielen mit dem Beginn des neuen Schuljahres in Afghanistan zusammen.
Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, zeigte sich besorgt über die Inhaftierung Wesas. „Seine Sicherheit steht an erster Stelle und alle seine Rechte müssen respektiert werden“, twitterte er.
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