Lockerungen in Berlin: Endlich wieder Pizza auf Porzellan

Nach der Corona-Notbremse: Die Normalität kehrt zurück nach Berlin. Nur bei den Schulen fehlen noch Lockerungen.

Freude: Seit dem Pfingstwochenende ist die Berliner Außengastronomie wieder geöffnet Foto: dpa

Es kann ein durchaus erhebendes Gefühl sein, die Pizza Margherita nicht mehr aus einer Pappschachtel daheim essen zu müssen – sondern von Porzellan, an einem Tisch, der nicht der eigene ist, wo man nach zu vielen Monaten Homeoffice inzwischen jede Kerbe mit Namen kennt. Es ist großartig, endlich wieder in der Schlange vor dem Einlass zum Sommerbad stehen zu dürfen. Nachmittags sind wieder deutlich mehr Kids mit Cellokasten oder Gitarre auf dem Rücken unterwegs: Die Musikschulen sind auch wieder offen.

Lauter Kleinigkeiten, lauter nebensächliche Beobachtungen eigentlich – aber der Fakt, dass man sie registriert, zeigt umso deutlicher: Die Normalität ist zurück, zumindest ein Stück weit. Seit dem Pfingstwochenende ist die Bundesnotbremse mit den strengen Auflagen außer Kraft, nachdem die 7-Tage-Inzidenz in Berlin lange genug unter der 100er-Marke lag. Es gilt wieder das Berliner Infektionsschutzgesetz, genauer die „Siebte Änderungsverordnung der Zweiten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“.

Die siebte Änderung der zweiten Verordnung – vielleicht nimmt sich ein Spieleentwickler das mal vor und entwickelt daraus eine Art Quiz zum Verzweifeln: Welche Kontaktbeschränkungen galten in der dritten Änderungsverordnung? War kontaktloser Sport im Außenbereich für Kinder unter zwölf Jahren in der fünften Änderung erlaubt? Egal inzwischen, zum Glück.

Was jetzt wichtig ist: Die Inzidenz sinkt weiter, im Laufe der Woche lag der Wert bei unter 40, und mit diesem Abwärtstrend geht es aufwärts. Am Dienstag will der Senat über weitere Lockerungen ab kommendem Freitag beraten, einen entsprechenden Stufenplan hat die rot-rot-grüne Koalition bereits beschlossen.

Vor allem der Sport soll davon profitieren, auch drinnen in den Fitnessstudios schwitzen ginge dann etwa wieder. „Voraussetzung für die Umsetzung sind stetig sinkende Inzidenzen“, heißt es da. Haben wir!

Jetzt ist nur noch die Frage, ob Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) tatsächlich ihre Linie wird halten können: kein Präsenzunterricht vor den Sommerferien. Wenn man alles wieder darf – außer zur Schule zu gehen – und die Inzidenz auch kein Argument mehr ist, muss vielleicht noch eine Änderungsverordnung her.

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Seit 2011 bei der taz. Sie ist eine von zwei ChefInnen der Berliner Lokalredaktion. Themenschwerpunkte: Bildungs- und Familienpolitik.

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