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Libanon: Israel greift weiter an

Donald Trump nennt Benjamin Netanjahu angeblich „verrückt“

Eine von US-Präsident Donald Trump am Montagabend verkündete Kampfpause in Libanon hält nicht. Bei israelischen Angriffen wurden nach libanesischen Angaben vom Dienstag neun Menschen getötet. Israels Armee gab eine Evakuierungsaufforderung für die südlibanesische Stadt Nabatija heraus. Die proiranische Hisbollah feuerte Geschosse auf israelische Armeestellungen und Panzer in Südlibanon ab.

Trump hatte am Montag erklärt, er habe Israel und die Hisbollah zu einer Deeskalation bewegt. Es würden „keine (israelischen) Truppen nach Beirut entsandt, und alle Truppen, die bereits unterwegs sind, wurden bereits zurückbeordert“, schrieb Trump nach einem Telefonat mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. „Zudem hatte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah. Sie haben zugestimmt, dass jedweder Schusswechsel eingestellt wird – dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden.“

Netanjahu drohte ungeachtet dessen mit weiteren Angriffen. „Ich habe heute Abend mit Präsident Trump gesprochen und ihm gesagt, dass Israel terroristische Ziele in Beirut angreifen wird, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf unsere Städte und unsere Bürger nicht einstellen“, erklärte Netanjahu. Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte dies am Dienstag.

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios warf Trump Netanjahu in dem Telefonat vor, er sei „völlig verrückt“ und gefährde mit seinem Vorgehen die Verhandlungen über eine Beendigung des Irankriegs.

Am Montag hatte Iran die Gespräche mit den USA wegen der israelischen Ankündigung von Angriffen auf Beirut kurzzeitig für ausgesetzt erklärt. Zuvor hatte Israel bei dem Beschuss eines Krankenhauses in der Stadt Tyrus im Süden Libanons nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums vier Menschen getötet. (afp, dpa)

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