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Lettland gelobt Besserung

Der Kriegsverbrecher Konrad Kalejs soll nun doch an Lettland ausgeliefert werden

Stockholm (taz) – Der mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher Konrad Kalejs steht vermutlich vor seiner Auslieferung an Lettland. Am Rande der Holocaust-Konferenz in Stockholm trafen sich Regierungsvertreter Australiens und Lettlands zur Diskussion über die Auslieferungsfrage – und es scheint, als seien die juristischen Probleme geklärt worden, die mit einer Auslieferung verbunden sind.

Der 86-jährige Kalejs war Anfang Januar aus Großbritannien nach Australien ausgewiesen worden, da er seit 1957 die australische Staatsbürgerschaft besitzt. Da er aufgrund seiner Geburt in Lettland aber seine lettische Staatsbürgerschaft nicht verloren hat, dürfte australisches Recht einer Auslieferung nach Lettland nicht entgegenstehen.

Lettland war in Stockholm heftiger Kritik ausgesetzt, weil es sich bislang kaum bereit gezeigt hatte, gegen Kriegsverbrecher vorzugehen. Am Mittwoch war der Historiker Efraim Zuroff vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem mit der lettischen Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga zusammengetroffen, um – erneut – eine Liste mit den Namen von 41 Letten zu überreichen, die an nazistischen Mordaktionen während des Zweiten Weltkriegs beteiligt gewesen sein sollen.

Ganz oben auf der Liste steht Konrad Kalejs, der an der Ermordung von 30.000 Menschen in einem lettischen KZ beteiligt gewesen sein soll. Allen gemeinsam sei, dass sie in Lettland niemals juristisch zur Verantwortung gezogen wurden, man habe sie vielmehr als „normale Soldaten“ behandelt, sie nach dem Kriege rehabilitiert und ökonomisch unterstützt.

Lettlands Präsidentin Vike-Freiberga versprach gestern, dass dieses Verhalten nun sein Ende haben werde. Anfang Februar werde sich die lettische Regierung mit Efraim Zuroff treffen, um eine Liste mit möglichen noch lebenden ZeugInnen und Dokumenten aus verschiedenen Archiven entgegenzunehmen. Reinhard Wolff

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