Leichtathletik EM 2026: Der weite Weg zum Gold
Diesen Montag beginnt die Leichtathletik-EM. Auch das deutsche Team reist zu Recht mit einigen Medaillenambitionen an. Eine Vorschau.
Foto: Philipp Stevens/imago
Wenn am Montag die Leichtathletik-EM in Birmingham beginnt, werden die Blicke nicht nur auf die Top-Stars um Armand Duplantis, Femke Bol oder Karsten Warholm gerichtet sein. Auch die deutschen Leichtathleten haben durchaus hier und da die Chance auf eine Medaille – wenn nicht sogar auf Gold.
Allen voran natürlich Weitspringerin Malaika Mihambo. Die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin hat in Birmingham einen Titel zu verteidigen. Mit einer Saisonbestleistung von 7,05 Metern, gesprungen beim Diamond-League-Meeting Mitte Juli in London, ist sie derzeit die zweitbeste Europäerin. Weiter ist nur die Italienerin Larissa Iapichino gekommen, mit 7,12 Metern aber auch nur ein Stückchen. Um sich die Chance auf Gold zu bewahren, muss Mihambo aber ihren Anlauf unter Kontrolle bringen. Die Saison ist bisher von vielen ungültigen Versuchen geprägt. Trifft sie jedoch das Brett, dann ist alles möglich.
Was alles so möglich ist, hat Yemisi Mabry gezeigt. Vor zwei Jahren gewann die Kugelstoßerin sensationell die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Paris. Nun soll am liebsten das gleiche Edelmetall in Birmingham hinzukommen. Ihre Saisonbestleistung von 20,37 Metern stammt allerdings aus der Halle, im Sommer übertraf sie diese magische Marke noch nicht. Das sollte sie aber, will sie eine Medaille gewinnen. Denn die Konkurrenz, allen voran die Niederländerin Jessica Schilder, ist stark.
Ebenfalls mit Medaillenambitionen reisen Gina Lückenkemper und Gesa Krause in die englische Industriestadt. Letztere ist in Topform, seit sieben Jahren ist die Hindernisläuferin nicht mehr so schnell gerannt. Mit ihren 9:07,50 Minuten katapultierte sich Krause auf Platz acht in der Weltrangliste. Allerdings kommt die ärgste Konkurrenz, nämlich Lea Mayer auf Platz neun, aus dem eigenen Lager.
Zeckenstich, Uralt-Rekord und Dopingkontrolle
Sprinterin Lückenkemper hatte dagegen in letzter Zeit zu kämpfen. Ein Zeckenstich brachte die Vorbereitung der Europameisterin von 2022 durcheinander, sodass sie bei den deutschen Meisterschaften Nachwuchstalent Jolina Ernst den Vortritt lassen musste. Eine Einzelmedaille könnte also schwierig werden, die 4x100-Staffel gehört allerdings zu den ganz großen Gold-Favoriten in Birmingham.
Das gilt natürlich auch für den Weltmeister im Zehnkampf, Leo Neugebauer. Nicht weniger als die Goldmedaille wird von dem 26-Jährigen, der vor zwei Jahren den deutschen Rekord auf 8.961 Punkte schraubte, erwartet. In dieser Saison musste er bloß dem Schweizer Simon Ehammer den Vortritt lassen, der in Birmingham jedoch nur im Weitsprung antritt. Während alle auf Neugebauer schauen, sollte man allerdings nicht Niklas Kaul aus den Augen verlieren. Der Europameister von 2022 ist ebenfalls in guter Form.
Wie es sich anfühlt, einen Uralt-Rekord zu brechen, weiß auch Emil Agyekum. Erst im Juli verbesserte der 400-Meter-Hürden-Sprinter den 44 Jahre alten deutschen Rekord von Harald Schmid. Besser in Europa war in dieser Saison nur Superstar Karsten Warholm. Eine Medaille könnte also durchaus drin sein. Davon träumt auch Owen Ansah, der als erster Deutscher überhaupt beim 100 Meter Sprint unter zehn Sekunden blieb. Allerdings droht ihm wegen des Vorwurfs einer verweigerten Dopingkontrolle eine mehrjährige Sperre.
Deutschlands Kader ist voll von Rekordhaltern. So auch Frederik Ruppert, der im Mai als erster Europäer in der Geschichte unter acht Minuten über 3.000 Meter Hindernis geblieben ist. Somit gehört der 29-Jährige ebenfalls zu den ganz großen Favoriten auf eine Goldmedaille in Birmingham.
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