Krieg in Tschad: Präsident Déby ist tot
Nach über 30 Jahren an der Macht fällt Tschads Staatschef Idriss Déby im Kampf gegen Rebellen. Das Militär übernimmt, geführt von seinem Sohn.
Tschads Präsident Idriss Déby ist tot. Wie das Militär seines Landes am Dienstagmittag im Staatsfernsehen bekanntgab, erlag er zu einem ungenannten Zeitpunkt den Verletzungen, die er sich am Wochenende an der Kriegsfront im Kampf gegen die neueste Rebellenarmee seines Landes zugezogen haben soll – die FACT (Front für Wandel und Eintracht in Tschad), die am 11. April aus Libyen heraus die Grenze nach Tschad überschritten und binnen einer Woche bis kurz vor die Hauptstadt N'Djamena vorgestoßen war.
„Er übernahm die Leitung der Operationen beim heroischen Kampf gegen die terroristischen Horden, er wurde bei den Gefechten verwundet und hauchte die Seele aus, als er nach N'Djamena zurückgebracht worden war“, erklärte die Armee. Armee und FACT führen bei der Stadt Mao 280 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt schwere Kämpfe. Dass Déby überhaupt an der Front war, hatten offizielle Stellen nicht bekanntgegeben.
Stattdessen hatte Tschads Wahlkommission Déby am Montagabend offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl vom 11. April – der Tag des Rebelleneinmarsches – erklärt. Der 68 Jahre alte, seit 1990 herrschende Präsident sei mit 79,32 Prozent für eine weitere Amtszeit von sechs Jahren gewählt worden, hieß es im vorläufigen amtlichen Endergebnis.
Militär übernimmt die Macht
Ob Déby da überhaupt noch lebte, ist unklar. Die Armee hatte am Montag bereits Freudenfeiern und Freudenschüsse in N'Djamena verboten und Panzer auf den Straßen auffahren lassen.
Vorerst übernimmt das Militär in Tschad nun auch formell die Macht. Wie ein Armeesprecher im Staatsrundfunk bekanntgab, regiert ab jetzt Débys Sohn Mahamat Idriss Déby Itno an der Spitze eines Militärrats. Parlament und zivile Regierung sind aufgelöst. Der Militärrat sei bereits zusammengetreten und habe eine „Übergangscharta“ verabschiedet.
Mahamat Idriss Déby kommandierte zeitweise die tschadischen Eingreiftruppen in Mali, die dort an der Seite Frankreichs und der UN-Mission Minusma, an der auch Deutschland beteiligt ist, gegen islamistische Terrorgruppen kämpfen. Zuletzt kommandierte er Tschads Präsidialgarde.
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