Krieg in Syrien: IS meldet sich zurück

In Syrien und Irak verübt der „Islamische Staat“ wieder regelmäßig Anschläge. Das russische Militär will nun 200 Aufständische getötet haben.

Ein russischer Kampfjet.

Ein russischer Kampfjet auf dem Stützpunkt im syrischen Latakia Foto: Marina Lystseva/Itar-Tass/imago

BERLIN taz | Es ist ruhig geworden um den „Islamischen Staat“ (IS). Die medienwirksamen Bilder von aufgespießten Köpfen in syrischen Städten gehören seit der Zerschlagung des selbst ausgerufenen „Kalifats“ 2019 der Vergangenheit an. Doch von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, haben sich die Dschi­ha­dis­t*in­nen mit regelmäßigen Anschlägen in Syrien und Irak längst zurückgemeldet.

„Der IS ist weiter in der Lage, einen anhaltenden Aufstand in Irak und Syrien zu führen“, warnten die US-Geheimdienste Mitte April in einer Bedrohungsanalyse. In Syrien, wo das Regime fast alle urbanen Zentren wieder unter Kontrolle gebracht hat, sind vor allem die durch Wüste geprägten Landesteile in Zentral- und Ostsyrien betroffen.

Fast täglich seien im vergangenen Jahr in Gebieten wie der Provinz Deir Ezzor Anschläge gemeldet worden. Hunderte Menschen seien bei gezielten Angriffen getötet worden, schreiben die Ana­lys­t*in­nen des Counter Extremism Project.

Auch in den von kurdischen Kräften kontrollierten Flüchtlings- und Gefangenenlagern im Nordosten leben noch Tausende Anhänger oder ehemalige Anhänger des IS. Im Lager al-Hol war es zuletzt zu einem Dutzend Morden gekommen, für welche die kurdische SDF-Miliz den IS verantwortlich macht. Auch ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurde getötet.

Russischer Luftangriff

Das mit dem syrischen Regime verbündete russische Militär meldete am Montag, es habe bei einem Angriff auf eine Stellung in Syrien mindestens 200 Aufständische getötet. Zudem sollen auf dem Stützpunkt bei Palmyra größere Mengen an Munition zerstört worden sein. Ob es sich bei den Getöteten um IS-Anhänger*innen handelte, ließ das Militär offen; das Verteidigungsministerium sprach lediglich von „Terroristen“.

Unterdessen ist die syrische Regierung unter Baschar al-Assad bemüht, ein Bild der Normalität zu vermitteln. Für den 26. Mai ist eine Präsidentschaftswahl geplant. Im Ausland lebende Sy­re­r*in­nen sollen schon am 20. Mai ihre Stimme abgeben. Allerdings haben viele, die vor dem Regime geflohen sind, keine Ausweispapiere mehr.

Auch ist davon auszugehen, dass in den letzten von der Opposition kontrollierten Gebieten Syriens nicht gewählt werden kann. Auch deshalb wird erwartet, dass Assad gewinnen wird. Bei der letzten Wahl 2014 soll er mit über 88 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden sein.

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