piwik no script img

Kreuzberger WohnungskomplexNKZ wird nicht an Investor verhökert

Die Entscheidung, wer das weithin sichbare Neue Kreuzberger Zentrum erhält, ist gefallen: Mit der Gewobag wird es eine landeseigene Gesellschaft kaufen.

Der Wohnkomplex Neues Kreuzberger Zentrum (NKZ) wird nicht an einen dubiosen Investor veräußert, sondern von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag gekauft. Die Gewobag erklärte am Freitag, dass sie noch am selben Tag „Gespräche aufnimmt mit dem Verkäufer des NKZ mit dem Ziel, das Haus in kommunales Eigentum zu überführen“. In dem Haus am Kottbusser Tor befinden sich rund 300 Sozialwohnungen sowie knapp 90 Ladengeschäfte, darunter auch Clubs und Kneipen.

In der Nacht zuvor war die Frist ausgelaufen, in der der anfangs favorisierte Investor „Juwelus NKZ Projekt GmbH“ die nötigen Unterlagen hätte beibringen müssen. Eine Kaufsumme nannte die Gewobag zunächst nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um rund 55 Millionen Euro. Ursprünglich hatte der private Investor eine Million Euro mehr geboten als die Gewobag.

Florian Schmidt, grüner Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, begrüßte den Rückzug des Investors: „Das NKZ ist seit heute kein Spekulationsobjekt mehr für Investoren und deren Geschäftemacherei.“ Durch die Übernahme der Wohnungen würden deren Mieter „wirksam vor Verdrängung geschützt“.

Katrin Schmidberger, Sprecherin der Grünen für Wohnen und Mieten im Abgeordnetenhaus, sah darin auch einen Erfolg der neuen Koalition: „Rot-Rot-Grün macht Ernst mit einer sozialen Wohnungspolitik. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, versuchen wir den Bestand der Sozialwohnungen dauerhaft zu erhalten.“

Die grüne Abgeordnete ging auch auf den Preis ein. Dieser sei „kritikwürdig, aber nötig, um die Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung zu schützen.“

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare