Konjunktur in der Eurozone: EZB senkt zum vierten Mal in Folge die Zinsen
Wegen zunehmender Risiken und sinkender Inflation reduziert die EZB den Leitzins von 3,25 auf 3,00 Prozent. Sie will damit die Konjunktur ankurbeln.
rtr | Angesichts schlechter Konjunkturaussichten und abnehmender Inflationssorgen hat die Europäische Zentralbank (EZB) zum vierten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen gesenkt. Die Währungshüter beschlossen am Donnerstag auf ihrer Sitzung in Frankfurt am Main, den Einlagenzinssatz, zu dem Geldhäuser bei der Notenbank überschüssiges Geld parken können, von 3,25 auf 3,00 Prozent nach unten zu setzen. Dieser Zins gilt mittlerweile als Leitzins für die Euro-Zone.
Die Euro-Wächter um Notenbank-Chefin Christine Lagarde hatten die Zinswende im Juni eingeleitet, nachdem sie die Zinsen zwei Jahre lang hoch gehalten hatten, um der Inflation zu begegnen. Im September und im Oktober hatten sie weitere Lockerungsschritte folgen lassen. Zu ihrem weiteren Vorgehen im nächsten Jahr erklärte die Zentralbank, der EZB-Rat sei entschlossen, für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent zu sorgen. Die Festlegung des angemessenen Kurses werde von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung entschieden. Die nächste Zinssitzung der Währungshüter ist für den 30. Januar geplant.
Die EZB bewegt sich derzeit in einer zunehmend unsicheren Gemengelage. Zwar befindet sich die Inflation nach Einschätzung der Währungshüter auf dem Weg, nächstes Jahr die Notenbank-Zielmarke von 2,00 Prozent zu erreichen. Im November lag die Teuerung in der Eurozone bei 2,3 Prozent, was weit entfernt liegt von Raten von mehr als 10 Prozent wie noch im Herbst 2022. Aber die zuletzt eher schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sorgen im EZB-Rat zunehmend für Sorgenfalten. Dazu haben angesichts der Regierungskrisen in Deutschland und Frankreich die politischen Unsicherheiten zugenommen. Überdies drohen in der zweiten Amtszeit des designierten US-Präsidenten Donald Trump neue Zölle, was Handelskonflikte auslösen und die Wirtschaft in der Euro-Zone zusätzlich belasten würde.
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