Konflikt um das Südchinesische Meer: Indonesische Warnschüsse
Die indonesische Marine feuert auf chinesische Fischer – behauptet Peking. „China verurteilt solch exzessive Gewalt“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.
dpa | China hat mit scharfem Protest auf einen erneuten Zwischenfall im Südchinesischen Meer reagiert, bei dem Militärschiffe aus Indonesien chinesische Fischer bedrängt und beschossen haben sollen. „China verurteilt solch exzessive Gewalt“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums laut Medienberichten aus Peking vom Montag.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, soll sich der Zwischenfall am Freitag in einem Seegebiet ereignet haben, wo Chinesen „traditionell“ fischen, das aber von beiden Länder beansprucht wird. Ein chinesischer Fischer wurde demnach verletzt, sieben Seeleute wurden von Indonesien in Gewahrsam genommen.
Laut einer Mitteilung der indonesischen Marine feuerte ein Kriegsschiff am Freitag „Warnschüsse“, nachdem zwölf ausländische Schiffe beim Fischen in indonesischen Gewässern gesichtet wurden. Die Crew eines chinesischen Bootes sei festgenommen worden.
China beansprucht etwa 80 Prozent der rohstoffreichen Gewässer, teils bis vor die Küsten der Nachbarstaaten Philippinen, Vietnam sowie anderer Länder, was immer wieder zu scharfer Kritik an Peking führt. China hat unter internationalem Protest an mehreren Riffen Land aufgeschüttet und Militärinstallationen gebaut.
Die USA, die ihren Einfluss in der Region in Gefahr sehen, haben ebenfalls ihre militärische Präsenz mit Kriegsschiffen und Überwachungsflugzeugen ausgeweitet. Zuletzt hatte es nach einer Entschärfung des Konflikts ausgesehen. Bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen vergangene Woche vereinbarten beide Seiten, eine „friedliche Lösung territorialer Streitfragen“ anzustreben.
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert