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KommentarRepublikanisch normal

■ Bulldozer-Konzept gegen Integration

Das Irre an dem neuen Konzept für die Integration behinderter und verhaltensauffälliger Kinder ist vielleicht einfach nur seine republikanische Gesinnung: Die Vorstellung, man könne nach den Kriterien „normal“, „auffällig“ oder „behindert“ das Erwachsenwerden dirigieren. Weg mit dem „Wildwuchs“ in den Integrations-Kitas ist die Forderung. Und vernichtet werden soll damit nichts anderes als eine historische Vernunft, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten Kinder mit 19 verschiedenen pädagogischen Prädikaten versah: Sprachstörungen gehörten genauso dazu wie motorische, soziale Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderungsbedrohung – sonderlich „wildwüchsig“ klingt dies eigentlich nicht.

Trotzdem Verteidigungshaltung aus den Kitas: Nicht „Wildwuchs“ habe es in der Behinderten-Integration gegeben, so sprach der radikale Pastor Wulf Kruse aus der Bonhoeffer-Gemeinde die klarsten Worte gegen den begrifflichen Kahlschlag in der Sozialbehörde, sondern ein qualifiziertes Reagieren auf Menschen mit Problemen. Eben! Nicht 19 Sondermaßnahmen sind nötig, sondern hunderte. Tausende. Ein Prädikat schöner als das nächste. Damit aus dem Wildwuchs ein Urwald werde! Zumindest solange, wie Bremens republikanische Sozialbehörde glaubt, allein gegen alle mit Bulldozer-Konzepten aufzufahren. Der Jugendhilfeausschuß hat gut daran getan, dem Einhalt zu gebieten. Fritz v. Klinggräff

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