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Kommentar zum drohenden S-Bahn-StreikDie S-Bahn braucht einen Anstoß

Ein Streik zur Leichtathletik-WM würde den Verkehr kurzfristig stören. Doch die Forderungen der Beschäftigten sichern dauerhaft einen zuverlässigen Bahnverkehr.

Die Geschäftsführung der S-Bahn hat Recht: Gerade zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft, wenn die halbe Welt auf die Stadt blickt, sollte der Betrieb möglichst reibungslos laufen. Es ist allerdings nicht die Belegschaft, die diesen Betrieb stört: Es war die Geschäftsführung selbst, die mit ihren harten Sparvorgaben und mit der unverantwortlichen Vernachlässigung der Sicherheit die S-Bahn bis an den Rand des Kollaps gebracht hat.

Um es noch einmal zu rekapitulieren: Dass es Hinterhof-Mopedfahrer gibt, die ihr Gefährt nicht rechtzeitig zum TÜV bringen, hätte man vermuten können. Aber dass die S-Bahn als Tochter der Deutschen Bahn AG sich nicht an die mit dem Eisenbahnbundesamt vereinbaren Intervalle für die Sicherheitsüberprüfungen hält - das hatten selbst die größten Bahnkritiker nicht vermutet. Und für diese Fehlleistung sind nicht die Mitarbeiter verantwortlich. Im Gegenteil: Sie hatten intern frühzeitig gewarnt.

Die Deutsche Bahn muss jetzt entscheiden: Will sie, dass während der Weltmeisterschaft die internationale Öffentlichkeit durch eine Protestaktion auf die Verfehlungen des Konzerns gestoßen wird? Die Beschäftigten sind jedenfalls bereit, diesmal einem größeren Publikum bekannt zu machen, welche Folgen ein weiterer Stellenabbau haben kann. Das mag zwar kurzfristig den Verkehr stören. Doch mit ihren Forderungen treten die Beschäftigten für einen dauerhaft sicheren und zuverlässigen Verkehr ein. Die Bahn sollte zügig klarstellen, dass es mehr Sicherheit nicht mit weniger Beschäftigten geben kann.

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