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Kommentar zu Berliner Verkehrskonzepten Dringend über Mobilität reden

Uwe Rada

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Uwe Rada

Die Autokrise bietet überraschende Chancen

Die Opel-Krise schlägt sich auch bei den Berliner Opel-Händlern nieder. Die Berliner kaufen zu wenig Neuwagen. Eine Verkehrsforscherin erklärt die Krise kurzerhand zur Chance - und empfiehlt öffentliche Autos für alle. Zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Oder doch?

Landauf, landab wird dieser Tage über die Rettung von Opel gesprochen. Die Bundesländer mit Opel-Standorten sind dafür. Andere - wie Bayern - warten auf die BMW-Krise, bis sie sich der Forderung nach milliardenschweren Bürgerschaften anschließen. Und Berlin? Meldet sich gar nicht zu Wort. Außer ein paar Zulieferern - und den Autohändlern - gibt es in der Region keine Autoindustrie.

Worüber in der Krise bislang kaum geredet wird, ist Mobilität. Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen, was ist uns das wert - an Anschaffungs-, an Leasing- und an Folgekosten? Die Diskussion über das Ökoauto ist da nur ein Teil der Diskussion, ein anderer ist die Frage, inwieweit der motorisierte Individualverkehr nötig und, wenn ja, inwieweit er teilbar ist.

Insofern geht der Vorschlag mit dem öffentlichen Auto in die richtige Richtung. Wenn an zahlreichen Stellen der Stadt Car-Sharing-Parks entstehen, bedeutet das unterm Strich nicht mehr, sondern weniger Verkehr. (Und der regelmäßige Austausch des Fuhrparks schafft auch Anreize für technologische Neuerungen der Autoindustrie). Dass das nicht bloße Utopie ist, zeigt die Erfolgsgeschichte mit den DB-Fahrrädern. Teilen kann auch Spaß machen.

Doch das kostet Geld - und da sind wir bei der Politik. Die Frage, um die es geht, könnte bald schon lauten: Beteiligt sich der Senat an der Opel-Sanierung in Rüsselsheim? Oder trägt er dazu bei, dass Berlin zum Testfeld für neue Mobilitätsansätze wird?

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Uwe Rada

Uwe Rada Redakteur taz.Berlin

Jahrgang 1963, ist Redakteur für Stadtentwicklung der taz. Weitere Schwerpunkte sind Osteuropa und Brandenburg. Zuletzt erschien bei Bebra sein Buch "Morgenland Brandenburg. Zukunft zwischen Spree und Oder". Er koordiniert auch das Onlinedossier "Geschichte im Fluss" der Bundeszentrale für politische Bildung. Uwe Rada lebt in Berlin-Pankow und in Grunow im Schlaubetal.
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1 Kommentar

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    Karl Bold

    Innovationsförderung durch Carsharing. Da musste ich erst mal über drüber nachdenken. Aber eigentlich ein guter Vorschlag. In die Bundes-taz bitte!

     

    Warum gibt es diese ganzen Pilotprojekte mit Elektro- und Wasserstoffautos etc. immer nur für einen ausgewählten Personenkreis? Warum fördert der Bund nicht mal nen Feldversuch bei Carsharing-Anbietern? Der private Automarkt ohne Geschäftskunden ist doch fast zusammengebrochen.