Kommentar über Neonazi-Provokation: Harter Hund, weich gespült
Der "Abschiebär" ist eine zynische Figur. Sie verbreitet den Grusel zu Monstern mutierter Kuscheltiere. Da bleibt das Lachen im Halse stecken.
D er kürzlich verbotene rechtsextreme Verein „Besseres Hannover“ hat sein Maskottchen „Abschiebär“ auf das Eingangsschild des niedersächsischen Innenministeriums platziert und ein Video dazu gedreht.
Das Filmchen kursiert im Netz und macht die Verbotsbemühungen der Strafverfolgungsbehörden lächerlich. Besonders für Innenminister Uwe Schünemann (CDU) ist das peinlich.
Schünemann hat ja die Rolle des Wadenbeißers in der Regierung und in seiner Partei. Erst kürzlich hat er gefordert, Dschihadisten die Grundrechte zu entziehen. Er hat die Bespitzelung eines Grünen-Politikers und der Linken durch den Verfassungsschutz zu verantworten und steht für eine rigide Abschiebepolitik. Dass die Neonazis ausgerechnet ihm jetzt ihren „Abschiebe-Bär“ vor die eigene Haustür setzen, entbehrt nicht der Ironie.
Man gönnt es Schünemann, dass ihm einer mal ’ne Nase dreht und der harte Hund weich gespült wird. Es wäre schön gewesen, wäre der Innenminister von links lächerlich gemacht worden – wobei man sich wirklich entlarvenden Witz wünschen würde. Dass es jetzt die Neonazis waren, erinnert leider an ähnliche Muster in den 20er-Jahren.
Der „Abschiebär“ ist eine zynische und gemeine Figur. Sie verbreitet den Grusel anonymer, zu Monstern mutierter Kuscheltiere, sodass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.
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