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Kommentar SPD-Sozialpolitik Learning by doing

Kaija Kutter

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Kaija Kutter

Der Senator verfolgt eine falsche Leitlinie: Integration in die Regelsysteme. Dass so viel Geld übrig bleibt, zeigt, dass Angebote nicht passen.

U nangenehm für Sozialsenator Scheele: im zweiten Jahr in Folge bleiben etliche Millionen, die Langzeitarbeitslosen helfen sollen, ungenutzt. Dafür macht er nun Bundesvorgaben verantwortlich, die er ändern möchte. Mit diesem Teil der Analyse liegt er so falsch nicht. Mit der schlechten Botschaft – es bleibt Geld über – verband er gleich die gute: Ich tu’ jetzt was, ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Was fehlt ist die Selbstkritik. Scheele hat in der Arbeitsmarktpolitik die neue Linie durchgesetzt, Ein-Euro-Jobber nicht mehr in Stadtteilprojekten einzusetzen. Dass es dies noch vereinzelt gibt, ist dem Druck der SPD-Basis zu verdanken.

Der Senator verfolgt eine Leitlinie, die heißt: Integration in die Regelsysteme. Nach dem Motto: Jugendklubs braucht man nicht, wenn es Ganztagsschulen gibt, öffentlich geförderte Beschäftigung im Quartier ist nicht nötig, wenn man Menschen auch irgendwie in den ersten Arbeitsmarkt integrieren kann. Das Klein-klein von Trägern und Stadtteil-Projekten hat keinen Wert an sich.

Damit liegt er falsch. Dass so viel Geld übrig bleibt, ist auch einZeichen, dass hier Angebote nicht passen. Langzeitarbeitslose brauchen sinnvolle Beschäftigungsprojekte, die für die Teilnehmer freiwillig sind. Eine Leitidee reicht nicht als Grundlage für die Regierung einer Stadt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Kaija Kutter

Kaija Kutter Redakteurin taz-Hamburg

Jahrgang 1964, seit 1992 Redakteurin der taz am Standort Hamburg für Bildung und Soziales. Schwerpunkte Schulpolitik, Jugendhilfe, Familienpolitik und Alltagsthemen.
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