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Kommentar Portugals SparpaketAuf Zusammenbruch spekuliert

Ulrike Herrmann

Kommentar von

Ulrike Herrmann

In Europa fällt den Regierungen nur ein Mittel ein, um der Krise zu begegnen: Sie belasten die Massen und schonen die Eliten. Damit sollen allein die Anleger beruhigt werden.

U nd wieder wird gespart: Diesmal ist es die portugiesische Regierung, die eine neue Kürzungsrunde plant. So sollen die Mehrwertsteuer erhöht und die Gehälter der Beamten gekürzt werden. Noch unorigineller könnten die Vorschläge gar nicht sein. Überall in Europa fällt den Regierungen nur ein einziges Mittel ein, um der Krise zu begegnen: Sie belasten die Massen und schonen die Eliten.

Funktionieren kann das nicht. Auch dafür steht Portugal, das innerhalb von einem halben Jahr nun schon das zweite Sparpaket auflegt. Denn wer die Nettolöhne nach unten drückt, senkt automatisch auch die Binnennachfrage. Europaweit sparen sich die Regierungen in eine neue Wirtschaftskrise.

Dieser Wahnsinn hat jedoch Methode. Bei den Sparpaketen geht es allein darum, die Anleger und vor allem die Ratingagenturen zu beruhigen. Sie sollen bewogen werden, die Bonitätsnoten der Krisenländer nicht noch weiter herunterzustufen. Wie nervös die Finanzmärkte sind, zeigt sich bei jeder neuen Emission von Staatsanleihen: Krisenländer wie Griechenland bekommen nur noch Geld für 26 Wochen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Finanzinvestoren jederzeit mit einem Zusammenbruch rechnen - obwohl die Krisenländer angestrengt ihre Staatsausgaben kürzen.

Ulrike Hermann ist wirtschaftspolitische Korrespondentin der taz.

Auch den Anlegern ist also völlig klar, dass die Sparanstrengungen ökonomisch kontraproduktiv sind. Doch diese mittelfristigen Folgen sind längst egal. Es geht um den kurzfristigen Gewinn. Wer jederzeit mit dem Crash rechnet, will bis zum Zusammenbruch maximale Rendite sehen. In dieser Logik ist es außerordentlich sinnvoll, die Massenkaufkraft zu beschneiden. Nichts bringt schneller jene Milliarden, die die Anleger als Spekulationsgewinn kassieren wollen.

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Ulrike Herrmann

Ulrike Herrmann Wirtschaftsredakteurin

Ulrike ist seit 2000 bei der taz. Nebenher schreibt sie Bücher. Das neueste heißt "Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet" und erscheint am 12. März 2026.
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2 Kommentare

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  • A
    Alexandra

    So ist das Amos

  • A
    Amos

    Soweit kommt es, wenn die Gier die Vernunft besiegt.

    Das Dilemma setzt sich jetzt solange fort, bis bei den "Plebs" nichts mehr zu holen ist, dann haut man ab oder frisst sich gegenseitig auf. "Der Untergang Roms", wie der "Weise" der FDP verlauten ließ, kommt vom Neoliberalismus und ist nicht von den "Plebs" verursacht. Die Demokratie in Europa ist gefährdet, aber das interessiert die "mit 7-Mäulern-Fresser wenig.

    Man lässt das einfache Volk darben um diesem schmutzigen System den Todeskampf zu verlängern oder wartet auf einen Wunderheiler. Man kann also mit reinem Gewissen behaupten, dass die Idioten aussterben.

    Nur, wie lange muss das Volk die noch ertragen?