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Kommentar Österreichs Rechte Die CSU der FPÖ

Ralf Leonhard

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Ralf Leonhard

Die Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) schließt sich wieder den Freiheitlichen (FPÖ) an. Das Bündnis wird demnächst um den zweiten Platz mitzuspielen.

W illkommen daheim. Willkommen in der freiheitlichen Heimat". So begrüßte FPÖ-Chef Heinz Christian Strache den Kärntner BZÖ-Vorsitzenden Uwe Scheuch im neuen Bündnis. Das Kärntner BZÖ hatte die wirtschaftsliberalen Gehversuche der Parteiführung nie mitgetragen. Künftig wird es die CSU der FPÖ sein. Hier wächst zusammen, was zusammengehört: die äußerste Rechte des legalen Spektrums.

Ralf Leonhard ist Österreich-Korrespondent der taz.

Spekulation bleibt, ob die konsolidierte Rechte der ÖVP einen fliegenden Wechsel zu einer "bürgerlichen Koalition" ermöglichen wird. Abgesehen davon, dass dazu noch mindestens drei Abgeordnete fehlen, wäre Vizekanzler und ÖVP-Chef Josef Pröll nicht recht bei Trost, wenn er sich jetzt auf ein solches Abenteuer einließe. Die eigene Partei würde nur zum Teil mitmachen, seine guten Umfragewerte wären im Nu verspielt.

Doch für die Zukunft sind solche Konstellationen durchaus möglich. Das Erstarken der Rechten geht vor allem auf Kosten der SPÖ, die sich in der Koalition immer weniger durchsetzen kann und gleichzeitig Profil und Wähler verliert. Straches erklärtes Ziel, demnächst um den zweiten Platz mitzuspielen, ist also aus heutiger Sicht keine rhetorische Kraftmeierei, sondern Realismus. Nächstes Jahr will er SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl in Wien herausfordern, spätestens 2013 wird der Nationalrat neu gewählt. Wenn sich der Aufstieg der FPÖ linear fortsetzt, dann liegt selbst der erste Platz in Reichweite.

Strache ist aber auch ein hohes Risiko eingegangen. Mit dem Bankrott der Kärntner Hausbank Hypo Alpe Adria wird nämlich offensichtlich, dass Jörg Haiders vielgepriesenes "Modell Kärnten" eine auf Schulden gebaute Chimäre ist. Wenn die Staatsanwaltschaft aufdeckt, wie weit die Kärntner Politik nicht nur in hochriskante Geschäfte, sondern auch in kriminelle Machenschaften am Balkan verstrickt war, könnte sein neuer Partner zur Belastung werden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Ralf Leonhard

Ralf Leonhard Auslandskorrespondent Österreich

*1955 in Wien; † 21. Mai 2023, taz-Korrespondent für Österreich und Ungarn. Daneben freier Autor für Radio und Print. Im früheren Leben (1985-1996) taz-Korrespondent in Zentralamerika mit Einzugsgebiet von Mexiko über die Karibik bis Kolumbien und Peru. Nach Lateinamerika reiste er regelmäßig. Vom Tsunami 2004 bis zum Ende des Bürgerkriegs war er auch immer wieder in Sri Lanka. Tutor für Nicaragua am Schulungszentrum der GIZ in Bad Honnef. Autor von Studien und Projektevaluierungen in Lateinamerika und Afrika. Gelernter Jurist und Absolvent der Diplomatischen Akademie in Wien.
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