piwik no script img

Kommentar GartenkunstnetzDer Hosenknopf

Kommentar von

Maximilian Probst

In der Eifflerstraße soll das Gartenkunstnetz einer "Kreativimmobilie" weichen. Als ob sie das nicht schon wäre!

V erlogener und bizarrer lässt sich Sanierung kaum denken: In der Eifflerstraße soll das Gartenkunstnetz einer "Kreativimmobilie" weichen. Als ob sie das nicht schon wäre! Von einer "experimentellen Bauweise" faseln die Stadterneuerer der Steg - für ein Areal, auf dem derzeit ein Künstleratelier in den Bäumen hängt!

Die Rhetorik von günstigen Mieten und den Atelierräumen kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in der Eifflerstraße eine alte Geschichte wiederholt. Die Stadt hat das Gelände vertickt. Und damit die Gestaltungsmöglichkeit aus der Hand gegeben. Dass nun in der lukrativen Schanze ein privater Investor fürs prekäre Künstlervölkchen bauen will, könnte sich schnell als Illusion erweisen.

Mag sein: Vielleicht wird es das eine oder andere Atelier auch weiterhin in der Eifflerstraße geben. Was es aber nicht mehr geben wird, ist charmanter Wildwuchs, der auch mal Blüten treibt. An deren Stelle gedeiht die Edelrosenzüchtung, die wohl zum hübschen neuen Hamburg besser passt.

Und warum das Ganze? Weil die Stadt Geld braucht. Geld für allem für die großen Leuchtturmprojekte, ohne die Hamburg wähnt, als Metropole abgehängt zu werden. Seinen Pelz, die großen Filetgrundstücke, hat Hamburg in den letzten Jahren allesamt veräußert. Jetzt folgt halt noch der Hosenknopf.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Maximilian Probst Hamburg-Redakteur

Mehr zum Thema

0 Kommentare