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Kommentar Europas Grenzen Erhöhte Lebensgefahr

Jürgen Gottschlich

Kommentar von

Jürgen Gottschlich

Die Politik des Mauernbauens ist nicht nur inhuman, sie ist auch nutzlos. Der Zaun an der griechisch-türkischen Grenze wird es für Flüchtlinge nur teurer und gefährlicher machen.

E uropa mauert sich ein. Die griechische Regierung plant, an der Landgrenze zur Türkei einen massiven Zaun zu ziehen. Schon jetzt ist klar: Er wird Flüchtlinge nicht davon abhalten, weiterhin den mühsamen Weg in die EU zu nehmen. Der Weg wird nur noch teurer und gefährlicher, als er ohnehin schon ist.

Überall, wo der Abwehrwall erhöht oder die maritime Grenzsicherung verschärft wurde, suchten sich verzweifelte Afghanen, Iraker, Iraner, Somalier und andere Menschen in Not neue Wege, um durch Arbeit im reichen Europa ihre und die Existenz ihrer Familien zu Hause zu sichern. Das wird jetzt weiterhin so sein.

Konnten Flüchtlinge bislang noch relativ gefahrlos einen schmalen Landstreifen im nördlichen Teil der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland passieren, wird ihnen diese Möglichkeit nun im wahrsten Sinne des Wortes verbaut. Deshalb bleibt aber niemand zu Hause. Ergo werden nur noch mehr Flüchtlinge sterben bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen.

JÜRGEN GOTTSCHLICH

JÜRGEN GOTTSCHLICH ist Türkei-Korrespondent der taz.

Diese Politik ist nicht nur zutiefst inhuman, sie ist auch erfolglos. Jeder weiß, dass eine Lösung des Problems darin besteht, die legale Einreise nach Europa zu erleichtern. Oder darin, den Menschen auch bei sich zu Hause eine Chance zu geben.

Bislang tut Europa ja nicht einmal das Naheliegende. Die EU muss endlich ernst machen mit ihrem Versprechen, faire Bedingungen für die afrikanischen und asiatischen Nachbarn zu schaffen. Wenn die unfaire Subvention europäischer Agrarprodukte endlich aufhört und Europas Fischereiflotten nicht mehr die afrikanischen Küsten leerfischen, würden wesentlich mehr Menschen dort bleiben.

Erst zerstört Europa die Lebensgrundlagen dieser Menschen, dann will es sich die Konsequenzen per Polizei vom Leib halten: Diese Politik kann auf Dauer nicht funktionieren.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Jürgen Gottschlich

Jürgen Gottschlich Auslandskorrespondent Türkei

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2 Kommentare

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  • S
    Songtext

    Heaven Shall Burn:

    - Trespassing The Shores Of Your World -

     

     

    Blood trickles away in the sand

    All hope crushed, perished in the border fences of a secure stronghold

     

    We crossed this lost world, so much distress we have seen

    The home we left behind offered nothing but despair

    Under the veil of darkness we marched for endless years

    Beyond the silver bright horizon a brave new world exists

     

    Trespassing the shores of your world,

    Piles of dead bodies at the walls of Fortress Europe

    Cast a shadow on your paradise

    Oblivion and apathy will keep you warm

     

    A continent beyond recovery

    Like dark invaders they receive us

    A gaping wound in the flesh of this earth;

    A bleeding they refused to staunch

  • S
    Sarah

    klare, wahre Worte!